Beide wollten zeitgleich überholen

Autofahrerin verursachte Sturz eines Motorradfahrers

Autor: 
Peter Meier
Lesezeit 2 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
24. April 2019
Einspruch gegen einen Strafbefehl legte eine Frau vor dem Amtsgericht Oberkirch ein.

Einspruch gegen einen Strafbefehl legte eine Frau vor dem Amtsgericht Oberkirch ein. ©Tobias Lupfer

Mit Erfolg legte eine 28 Jahre alte Industriekauffrau aus dem oberen Renchtal Widerspruch gegen einen Strafbefehl ein, der gegen sie wegen fahrlässiger Körperverletzung ergangen war. Zeugenaussagen und auch die Feststellungen eines Sachverständigen zeigten, dass die Frau, die mit ihrem PKW zum Überholvorgang angesetzt hatte, dabei zwar einen Motorradfahrer erfasste und verletzte, den Unfall aber kaum verhindern konnte, da der Motorradfahrer nahezu gleichzeitig ausgeschert war. 

Angesichts der relativ geringfügigen Schuld wurde das Verfahren gegen Zahlung einer Geldauflage eingestellt, die Frau ist damit nicht vorbestraft.

Die Anklageschrift warf der jungen Frau vor, auf der B 28 zwischen Bad Peterstal und dem Kniebis einen Motorradfahrer übersehen zu haben, der von hinten kommend bereits zum Überholen angesetzt hatte. Bei dem Sturz zog sich dieser mehrere Rippen- und Knochenbrüche zu, lag eine Woche in der Klinik und war vier Wochen nicht arbeitsfähig. Gegen den Strafbefehl habe sie Einspruch eingelegt, so die Angeklagte bei der Verhandlung, weil sie den Motorradfahrer im Rückspiegel hinter ihrem Fahrzeug gesehen hatte, ohne dass sie erkennen konnte, dass dieser überholen wollte. Zwei Autos vor ihr seien sehr langsam gefahren, so dass sie zum Überholvorgang ansetzte. Sie habe dann ein Geräusch gehört, den Sturz des Motorradfahrers bemerkt, sofort angehalten und beim Verletzten auf das Eintreffen des alarmierten Rettungswagens gewartet. Direkt vor dem Ausscheren habe sie über die linke Schulter nach hinten geschaut, beteuerte sie auf Nachfrage, den Motorradfahrer habe sie dabei nicht gesehen.

- Anzeige -

Der Motorradfahrer berichtete als Zeuge, dass vor ihm insgesamt drei Autos fuhren, die immer langsamer wurden. Deshalb wollte er sie überholen, als es plötzlich einen Schlag gab und er stürzte. Er habe vor dem Überholen nichts davon gemerkt, dass jemand geblinkt habe. Der Polizist vom Revier Oberkirch schilderte die Beschädigungen seitlich links hinten am Auto der Angeklagten, die die Vermutung nahelegten, dass das Fahrzeug bereits zu einem Zeitpunkt ausscherte, als der Motorradfahrer zum Überholen ansetzte.

Ein Gutachter kam zu einem ähnlichen Schluss. Beide Fahrer seien mit einer Geschwindigkeit zwischen 35 und 40 km/h aus einer Kurve gekommen und hätten angesichts der freien Strecke vor sich sofort zum Überholvorgang angesetzt. Zwischen den beiden Ausscherungen sei nur eine geringe zeitliche Differenz gewesen, betonte er. Schließlich erklärten sich die Staatsanwaltschaft sowie die Angeklagte und ihr Verteidiger damit einverstanden, dass das Verfahren gegen eine Zahlung in Höhe von 400 Euro zugunsten der Lebenshilfe eingestellt wird.

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeigen
  • 13.05.2019
    »Schöne Zeit« – der zeitlose Weingenuss
    Fruchtig, farbenfroh und voller Lebensfreude – so zeigt sich der neue »Schöne Zeit«-Weißwein der Durbacher WG. Der Name ist Programm und steht für zeitlosen Genuss für jedes Alter – aus dem Herzen des Durbachtals.
  • 09.05.2019
    Experten von Steinhof Fitness in Oberkirch beraten
    80 Prozent der Deutschen haben Rückenschmerzen - viele sogar chronisch. Ursache dafür ist in den allermeisten Fällen eine mangelnde oder falsche Bewegung. Die Experten von Steinhof Fitness in Oberkirch zeigen, wie Rückenschmerzen künftig der Vergangenheit angehören können - und beraten kostenlos.
  • 07.05.2019
    Mitgliederversammlung
    Es war eine geheime Abstimmung beim SV Berghaupten. Doch danach stand fest: Die Führungsmannschaft bleibt bis 2021 im Amt. Robert Harter wurde erneut die SVB-Präsidentenwürde zuteil.  
  • 01.05.2019
    Relaxen und Genießen im Renchtal
    Das neugestaltete Ringhotel Sonnenhof in Lautenbach im Renchtal begrüßt seine Gäste mit einer einzigartigen Kulisse am Fuße des Schwarzwaldes. Ob im Restaurant, bei den Spa-Angeboten, für Tagungen oder Hochzeiten – der Sonnenhof ist die ideale Adresse zum Relaxen und Genießen.

Weitere Artikel aus der Kategorie: Achern / Oberkirch

vor 2 Stunden
Frauenquote, Alterspräsident, Familienduell
So viel Auswahl wie nie zuvor haben die Oberkircher Wähler bei der Gemeinderatswahl am 26. Mai.  Wir haben die Listen analysiert: Wer hat die höchste Frauenquote? Wer stellt den jüngsten Kandidaten, wer den ältesten? 
vor 5 Stunden
Andere Leitungsstruktur
Auf neue Zeiten hat sich die Kirchliche Sozialstation Achern mit Geschäftsführerin Claudia Walter, Betriebswirtin aus Offenburg, aber auch mit der grundlegend geänderten Leitungsstruktur und neuer Geschäftsordnung eingestellt.   
vor 8 Stunden
Vögel haben Lebensraum in der Gegend um Ulm gefunden
Eine ganze Reihe von Tierschützern, alle organisiert im Naturschutzbund Deutschland (NABU), machen sich am Freitag auf den Weg ins Land des wieder angesiedelten Wiedehopfs. Dabei folgen sie dem Lockruf des Männchens.  
vor 11 Stunden
Großübung
Einer komplexen Aufgabe stellten sich 100 Einsatzkräfte im Oberkircher B 28-Tunnel am Samstag. Sie übten, wie man dort beim Brand eines Fahrzeugs Menschen rettet. Als besonders wichtig erwies sich die Bekämpfung des Feuers.
Hermann Kiefer, seit 58 Jahren offiziell freier Mitarbeiter der Mittelbadischen Presse, hängt sein Hobby, das Schreiben für die Zeitung, altersbedingt an den Nagel. Dass er seiner Lokalzeitung weiterhin eng verbunden bleibt, ist Ehrensache. Das Bild unten zeigt ihn in früheren Jahren, wie man ihn bei Veranstaltungen sah – mit Stift, Block und Fototasche.
18.05.2019
Zeitungsreporter zieht sich zurück
Fast sechs Jahrzehnte lang beschrieb und fotografierte Hermann Kiefer für die Mittelbadische Presse fast alles, was sich in »seinem« Freistett, aber auch in ganz Rheinau, ereignete. Seine Artikel füllen reihenweise Aktenordner in seinem Haus in der Freistetter Achertalstraße und sind so ein Stück...
Am Stadtgartenteich hatte am Mittwoch ein Boot angelegt. Ein von der Stadt beauftragter Fischer fing Karpfen und Döbel.
18.05.2019
Ziel: klareres Wasser
Per Elektrobefischung sind am Mittwoch Karpfen und Döbel im Stadtgartenteich gefangen worden. Die Stadt verspricht sich vom Fischmanagement eine bessere Wasserqualität im Gewässer. Für die Tiere gibt es unterdessen kein Happyend.
18.05.2019
Urloffener können nun auf die Pauke hauen
Seit Jahren stehen neue Pauken auf der Wunschliste der Schlagzeuger des Musikvereins Urloffen, doch bisher war diese Anschaffung finanziell nicht zu stemmen. Vorsitzender Michael Boschert und Thomas Otteni, Vorsitzender des Fördervereins, hatten daher im Oktober letzten Jahres einen Antrag bei der...
18.05.2019
Biblischer Zauber und Angriff auf Lachmuskeln bei den Renchener Senioren
Der Seniorennachmittag startete am Mittwoch im Josefsaal mit einem Gottesdienst von Pfarrer Herbert Faller. Pastoralreferent Thomas Stiebitz sorgte dann für einen »zauberhaften Nachmittag«. 
18.05.2019
De Pankraz-Kolumne
Kennen Sie das Feng-Shui-Rasthaus Gruibingen an der A 8 hinterm Aichelberg? Den Pankraz hat dieser Ort beeindruckt, obwohl er dort nur Wasser lassen wollte.
Die Gewinnerinnen Rosemarie Kretschmer und Hildegard Panter zusammen mit Iris Sehlinger (links) und Corinna Oschwald vom Stadtmarketingverein.
18.05.2019
Stadtmarketingverein
Die Osterhasenjagd des Stadtmarketing Oberkirch ist erfolgreich zu Ende gegangen.  
18.05.2019
Kommunalwahlen 2019 in Appenweier
Am 26. Mai finden die Europawahlen, Kreistags-, Gemeinde- und Ortschaftsratswahlen statt. In Appenweier laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren heißt es in einer Pressemitteilung aus dem Rathaus. 8600 Appenweierer, Nesselrieder und Urloffener sind wahlberechtigt.
Mit Kopfsprung ins Honauer Hallenbad: Der Rheinauer Helferkreis lehrte in der zweiten Wintersaison Flüchtlingen das Schwimmen. Im Sommer wird draußen weiter geübt.
18.05.2019
Im Honauer Hallenbad
Seit zwei Jahren nutzt der Rheinauer Helferkreis im Winter das Honauer Bad, um Flüchtlingen hier das Schwimmen beizubringen. Jetzt steht einem Sprung ins Rheinauer »Meer« nichts mehr im Wege.