In der Illenau gezeigt

Beeindruckender Film über die »Kettenmenschen«

Autor: 
Klaus Huber
Lesezeit 3 Minuten
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24. April 2018
Winfried Hoggenmüller, Timotheé Tindaho, Tankpari Guitanga, Lilith Kugler und Rudolf Schmid (von links) erlebten einen bewegenden Abschluss der Ausstellung.

Winfried Hoggenmüller, Timotheé Tindaho, Tankpari Guitanga, Lilith Kugler und Rudolf Schmid (von links) erlebten einen bewegenden Abschluss der Ausstellung. ©Klaus Huber

Wie ergeht es psychisch kranken Menschen in einem der ärmsten Länder der Welt. Darum geht es in einem Film, der in der Illenau gezeigt wurde.
 

Zu der  Fotoausstellung »Kettenmenschen«, die sechs Wochen lang im Illenau Arkaden Museum gezeigt worden war, fand am Freitagabend im Atelier der Illenau Werkstätten eine bewegende Abschlussveranstaltung statt.

Winfried Hoggenmüller konnte hierzu inmitten der zahlreichen Besucher auch Gäste aus Afrika begrüßen:  Pfarrer Tankpari Guitanga der Église Evangelique de Burkina Faso und Gründer des Hilfsvereins Yenfaabima,  ferner Timotheé Tindaho als psychiatrische Fachkraft des dortigen gleichnamigen Behandlungszentrums sowie Lilith Kugler als Regisseurin des Films über Kettenmenschen und Rudolf Schmid als Leiter des Freundeskreises  Yenfaabima in Stetten-Kernen.

Kennengelernt hatte Winfried Hoggenmüller Rudolf Schmid über die baden-württembergischen psychiatrischen Museen, die im Land vernetzt sind. Mehr als nur zur Information wurde an diesem Abend der 90-minütige Film  La Maladie du Démon« (Die Krankheit der Dämonen) der Regisseurin  Lilith Kugler vorgeführt.

Eine Gruppe ohne Platz

Er war mit Unterstützung des Hilfswerkes »Brot für die Welt« zustande gekommen. Rudolf Schmid beschrieb die Situation in  Burkina Faso in Westafrika, einem der zehn ärmsten Länder der Welt, in dem fünf Prozent der Bevölkerung psychisch krank sind, was sowohl vom staatlichen Gesundheitssystem als auch sonst »nicht wahrgenommen wird«. Auch in der Ausbildung psychiatrischer Krankenpfleger komme das Thema nicht vor.

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Pfarrer Tankpari Guitanga hatte in seiner Zeit als Gemeindepfarrer begonnen, »sich um eine Gruppe zu kümmern, die in der afrikanischen Gesellschaft keinen Platz hat.« Seit 2001 bestehen Kontakte zwischen der evangelischen Kirchengemeinde Stetten (Remstal) und der Église Evangelique de Burkina Faso.

Der Film entstand unter schweren Bedingungen wie Hitze und der Schwierigkeit,  das Vertrauen der Leute dort zu gewinnen. Bedrückende Bilder von angeketteten Menschen, die aus bis zu 150 Kilometern Entfernung in der Hoffnung auf Hilfe kamen, und bitterer Armut wechselten.

Dazwischen kamen Pfarrer Tankpari Guitanga und Timotheé Tindaho  mit Ausführungen zu Symptomen und Verlauf der Erkrankung zu Wort. Pfarrer Tankpari Guitanga empfand sich oft auf sich allein gestellt. Viele Menschen holten Kraft aus dem Glauben, auch wenn sie Dämonen als Verursacher der Krankheit ansahen. Bei begrenzten Heilungsmöglichkeiten erfolge die Nachsorge oft über das Telefon. Ein Hoffnungsschimmer zeichnete sich ab, wenn es gelang, geheilte Menschen  wieder in die Gesellschaft einzubinden.

Start ist im Herbst

Eine beklemmende Stille seitens der Besucher folgte auf den Film. Die geladenen Gäste standen danach mit der Französin Magali Schmid und Rudolf Schmid als Übersetzer den Besuchern für Fragen zur Verfügung. 

Der Film,  der im Mai 2016 mit dreiwöchiger Drehzeit einstanden war, ist noch nicht veröffentlicht. 
Er soll im Herbst bei Festivals vorgestellt und dann auch in Programmkinos gezeigt werden. Wer das Hilfswerk unterstützen möchte, kann sich an den Freundeskreis Yenfaabima,c/o Rudolf Schmid, 0 7151/43 190, yenfaabima@arcor.de wenden.

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