Oberkirch-Nußbach

Bei Konzert die ganze Vielfalt der Nußbacher Orgel genutzt

Autor: 
Kurt Bayer
Lesezeit 3 Minuten
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17. Juli 2017
Markus Uhl kam bei seinem Orgelkonzert in Nußbach ohne einen Registranten oder Computer aus.

Markus Uhl kam bei seinem Orgelkonzert in Nußbach ohne einen Registranten oder Computer aus. ©Heinz G. Huber

Das Orgelkonzert zum 50. Geburtstag der Nußbacher Orgel am Samstag hatte Glanz, Gehalt  und Ausstrahlung. Konzertorganist Markus Uhl ließ  Melodien und  Klänge im Kirchenraum sanft schweben, abwechslungsreich miteinander spielen oder vehement zusammen tosen. Eine Eigenschaft der Nußbacher Orgelkam ihm dabei besonders zugute.
 

Markus Uhl verhalf der Nußbacher Orgel bei seinem Konzert zu einem großen Auftritt. Es zeigte sich, dass die Orgel reich an  Klangfarben ist und ein großes Klangvolumen besitzt. Dadurch, dass keines der Register »aus dem  Rahmen« fällt, zeichnet sie eine wohltuende Homogenität aus. Pfarrer Klaus Reiß, der die Orgel  erbauen ließ, hätte seine helle Freude an diesem Konzert gehabt.

Markus Uhl saß alleine an der Orgel, ohne Registranten. Unheimlich schnell verschaffte er sich einen Überblick über die technische Anlage der dreimanualigen Orgel. Es war faszinierend zu hören, mit  welcher Raffinesse er die Registratur, die noch keine Computersteuerung hat, nutzte. Uhl konnte so der Musik Emotionalität geben, die Spannung steigern und ein  variantenreiches Farbenspiel erzeugen.  

Bachs Strenge in einen fließenden Prozess geformt

Johann Sebastian Bachs »Toccata, Adagio et Fuga in C« war ein wunderbares Einleitungsstück, und das nicht nur, weil es auch zur Orgelweihe 1967 erklungen ist. Der bizarre Anfang und das großartige Laufwerk der  Toccata, einschließlich eines virtuosen Pedalsolos, zogen sofort die Zuhörer in ihren Bann, das Adagio  floss in ruhiger Klangfülle dahin, die Fuge bestach mit ihrer lebendigen Thematik. Uhl wusste das Werk so zu registrieren, dass die ihm innewohnende Strenge sich in einen fließenden Prozess formte.  

Die Orgel ist ein barockes Instrument. Wenn auch die Elektrik heute die  Spieltechnik erleichtert und erweitert, so sind doch die grundlegenden Baumaterialien und  Baustrukturen seit vier Jahrhunderten im Wesentlichen gleich geblieben. Der Internationalität der Orgel trug der Konzert­organist Rechnung, indem er auch einen Franzosen und einen Italiener »zu Wort« kommen ließ.

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In Nicolas de Grignys »Ave Maris Stella« und Girolamo  Frescobaldis »Bergamasca« spielte Uhl meisterhaft mit den kunstvoll angelegten  musikalischen Figuren der Werke und der reichen Klanglichkeit der Orgel.  

Choral schaffte den Bogen zur französischen Romantik

Mit dem »Choral N° III in a-Moll« von Cèsar Franck stieß er die Tür zur französischen Romantik auf. Dass diese Musik in einer anderen, individualistischeren Welt entstanden ist, zeigte sich sofort. Sie war spannungsgeladener, Melodik und Harmonik ließen exzentrische Gemütsbewegungen zu. 

Markus Uhl improvisierte beim Wendelinuslied

Mit der Improvisation über das Wendelinuslied machte Markus Uhl Nußbach und der Verehrung des heiligen Wendelin ein besonderes Geschenk. Er ließ die volkstümliche Melodie zu einer bewegten Festmusik werden und konfrontierte sie humorvoll mit musikalischen Kontrasten. 

Mit dem »Final« aus der I. Symphonie von Louis Vierne ging das Konzert mit rauschender Klangvielfalt zu Ende. Das Publikum spendete so begeistert Beifall, dass Markus Uhl sich mit einer Improvisation über das Lied »Geh aus, mein Herz, und suche Freud« bedankte. Sie war herzig und beschwingt, an manchen Stellen glaubte man die Vögel zwitschern zu hören.

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