Appenweiers Bürgermeister gegen Schließung kleinerer Grundschulen

"Besondere Form von Qualität ginge verloren"

Autor: 
Fritz Bierer
Lesezeit 2 Minuten
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11. September 2018

Ginge es nach dem Landesrechnungshof, dann wäre Nesselrieds Grundschule ein Kandidat für eine Schließung. ©Fritz Bierer

Der Landesrechnungshof hat dem Kultusministerium vorgeschlagen, auf die Bildung  größerer Grundschulen zu drängen. Im Visier haben die Kontrolleure einzügige Dorfgrundschulen mit weniger als 100 Schülern. In diesem Fall wäre auch die Grundschule Nesselried betroffen. Doch dagegen wehrt sich Appenweiers Bürgermeister Manuel Tabor.

Für Appenweiers Bürgermeister Manuel Tabor, auf die Frage nach einer möglichen Schließung der kleinen Nesselrieder Grundschule angesprochen, ist es ein Rätsel, wie der Landesrechnungshof in seinem Gutachten zum Lehrereinsatz an die Schließung kleiner Grundschulen denken kann, »während wir uns in Appenweier und fast ganz Baden-Württemberg über steigende Geburtenzahlen freuen.« Das gelte auch für die Kinderzahlen in Nesselried. »Gerade realisieren wir eine Erweiterung des Kindergartens.«

»Ein starkes Stück«

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Das Problem sei vielmehr die Fehlplanung des Landes, so Tabor, denen die Lehrer im Grundschulbereich so langsam abhanden kommen. »Diesen Umstand dann aber auf dem Rücken der kleinsten Schülerinnen und Schüler auszutragen ist schon ein starkes Stück«, kritisiert Appenweiers Gemeindeoberhaupt. Zudem würden gerade die kleinen Grundschulen eine besondere Form der Qualität gewährleisten, »die wir auf keinen Fall aufgrund von Sparvorschlägen aufs Spiel setzen dürfen«. Denn Bildung sei ein Kernelement der Daseinsvorsorge und Daseinsvorsorge lasse sich nicht nur betriebswirtschaftlich bewerten, ist Manuel Tabor überzeugt. »Die Gemeinde Appenweier steht als Schulträger fest zu ihren Grundschulen, dafür werde ich mich mit Nachdruck gemeinsam mit unseren Gremien einsetzen«, verspricht Tabor.

"Pakt für Bildung und Betreuung"

Geradezu grotesk sei doch die Tatsache, so Tabor, dass Kultusministerin Susanne Eisenmann gerade den »Pakt für gute Bildung und Betreuung« ausgerufen habe. Und dazu zählt das Gemeindeoberhaupt persönlich auch die Grundschulen. Der Grundsatz »kurze Beine, kurze Wege« habe sich bewährt und müsse weiter gelten. »Zudem erzielt das Land inzwischen das neunte Jahr in Folge steigende Einnahmen. Warum können diese Mehreinnahmen nicht gezielt in die Infrastruktur investiert werden? Es bedarf daher einer klaren politischen Priorisierung, wie die staatlichen Steuereinnahmen verwendet werden sollen – mit den Einnahmen von heute, die Zukunft von morgen gestalten und dazu gehören auch die Grundschulen in unserem Land.«

Stichwort

Schülerzahlen der Appenweierer Grundschulen

Grundschule Appenweier
Schüler:  161
Anzahl der Klassen:  9

Grundschule Urloffen
Schüler:  122
Anzahl Klassen:  6

Grundschule Nesselried
Schüler:  49
Anzahl Klasen:  3 

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