Oppenau

»Borkenkäfer ist beherrschbar«

Autor: 
Rüdiger Knie
Lesezeit 3 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
11. Juli 2013

Oppenauer Stadt- und Privatwald grenzt nach bisheriger Planung an den Nationalpark. Das Gelände an der Klosterruine Allerheiligen, auf Gemarkung Oppenau, könnte eine Portalfunktion für den Nationalpark übernehmen. ©Roman Vallendor

Eine Gruppe von Förstern hatte sich in einem Positionspapier kritisch mit dem geplanten Nationalpark auseinandergesetzt. Das bereits im März verfasste Papier war in dieser Woche öffentlich geworden. Das Amt für Waldwirtschaft sieht die Kritik aufgrund des später veröffentlichten Gutachtens entkräftet.

Oppenau/Bad Peterstal-Griesbach. 35 Förster aus den vier Landkreisen Ortenau, Freudenstadt, Calw und Rastatt hatten eine Kritik am geplanten Nationalpark Nordschwarzwald formuliert. Das Positionspapier sollte an die Landräte der vier Kreise verschickt werden. Die ARZ hatte deshalb das Landratsamt Ortenaukreis um eine Stellungnahme gebeten. Ewald Elsäßer, Leiter des Amtes für Waldwirtschaft im Ortenaukreis, hat von der Existenz des Papiers und dessen Inhalt zwar gehört, offiziell eingegangen sei es bei der Kreisverwaltung in Offenburg allerdings nie.

»Das Positionspapier ist bereits im März verfasst worden, bevor das Gutachten zum Nationalpark veröffentlicht wurde«, klärte Elsäßer auf. Aus heutiger Sicht würde es wohl nicht mehr so geschrieben werden, da einige Punkte, in denen die Förster ihre Ängste ausgedrückt hätten, durch das Gutachten zum Nationalpark aufgearbeitet seien.

»Die Hauptsorge der Unterzeichner ist eine unkontrollierte Ausbreitung des Borkenkäfers. Da kann man aber etwas tun. Wenn man allerdings nichts tut, geht es schief«, stellte der oberste Förster des Kreises fest. Man sei in dem Planungsgebiet auf einen intensiven Kampf gegen den Borkenkäfer eingestellt.

»Wir sind aber überzeugt, dass der Borkenkäfer mit der vorliegenden Konzeption beherrschbar ist.« Auch personelle Ressourcen seien ausreichend vorhanden, um schnell auf einen Käferbefall reagieren zu können. Seine Behörde verfüge nach dem Sturm Lothar und dem trockenen Sommer 2003 über viel Erfahrung zum Thema Borkenkäfer.

- Anzeige -

Wer das Positionspapier unterzeichnet habe, sei ihm nicht bekannt. Elsäßer geht aber davon aus, dass ein hoher Anteil von Förstern dabei gewesen sei, der sich bereits im Ruhestand befinde. Unter den aktiven Förstern im Ortenaukreis gebe es keinen Widerstand  gegen den geplanten Nationalpark, wenngleich »einige Sorgen haben« und die Diskussion kritisch verfolgten.

Waldumbau möglich

In ihrem Positionspapier gehen die unterzeichnenden Förster davon aus, ein Umbau des Waldes im Nationalpark sei innerhalb der geplanten 30 Jahre, in denen die Waldwirtschaft eingreifen dürfe, nicht möglich. Ziel ist es, den Fichtenanteil zu verringern und diese Teile des Nationalparkes zu einem Buchen/Tannen-Mischwald umzubauen. Der Sorge dieser Förster widerspricht Elsäßer: »Ich bin selbst seit 30 Jahren im Ortenaukreis tätig und habe die Umstellung von der Kahlschlags- zur naturnahen Waldwirtschaft miterlebt. In 30 Jahren kann man eine Menge erreichen.«

Nach Elsäßers Informationen seien die Unterzeichner mit der Veröffentlichung der Thesen nicht glücklich. »Im Grundsatz wollten sie intern auf mögliche Probleme im Zusammenhang mit dem Nationalpark hinweisen. Das Papier wurde aber in der Öffentlichkeit missbraucht.« Das sei kurz vor einer Entscheidung normal. »Da wird immer noch mal mobil gemacht.« In diesem Fall von einigen Kritikern.

Am 21. Juli wird es in Oppenau eine Bürgerbefragung zum Thema geben. Der Landtag soll Anfang 2014 über eine Gesetzesvorlage zum Nationalpark abstimmen.

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeigen
Goldschmiede Patrick Schell in Achern
11.12.2018
Schmuck zu Weihnachten ist ein besonderes Geschenk. Doch welches Stück ist das richtige für einen lieben Menschen? Die Goldschmiede Patrick Schell in Achern gibt hier individuelle Beratung – und als besonderes Highlight: Personalisierte Schmuckstücke und Uhren mit Gravur.
Fachberatung aus Ortenberg
07.12.2018
Smart Home vernetzt das eigene Zuhause und spart Zeit und senkt Energiekosten. Es sorgt aber vor allem für mehr Sicherheit – wenn man die passende Ausrüstung hat. Der Einstieg ist mit dem richtigen Fachmann aber gar nicht schwierig.
Netzwerk Fortbildung
06.12.2018
Die Weiterbildung boomt – und immer mehr Arbeitgeber und Arbeitnehmer erkennen, wie wichtig es ist, sich durch eine Weiterqualifizierung sicher in der Welt zurecht zu finden. Wer eine geeignete Weiterbildung sucht, ist beim „Netzwerk Fortbildung“, dem Weiterbildungsportal des Landes Baden-...
Bodyscan bei Möbel Singler in Lahr
05.12.2018
Der Schlaf ist für den Menschen besonders wichtig. Wer nicht gut schläft, ist morgens müde und nicht fit für den Alltag. Im schlimmsten Fall entstehen sogar dauerhafte Rückenschmerzen. Matratzen mit dem Bodyscan-Liegesystem ändern das, denn sie sind perfekt auf den eigenen Körper abgestimmt.

Weitere Artikel aus der Kategorie: Achern / Oberkirch

Stadt zieht Zwischenbilanz
vor 7 Stunden
Dank dreier großer Industriebrachen, die in Baugebiete umgewandelt werden, wird das Wohnungsangebot in Achern bald deutlich größer sein. Die Stadtverwaltung informierte über den derzeitigen Sachstand.  
Michael Gerber wird künftiger Bischof in Fulda.
Stimmen zur Bischofsernennung in Oberkirch
vor 9 Stunden
Die Familie des neuen Fuldaer Bischofs Michael Gerber ist im christlichen Glauben und in der Schönstatt-Bewegung tief verwurzelt. 
Mösbach mit seinen Tausenden von Kirschbäumen, vielen Brennereien und Züchtungen wäre prädestiniert, mit dem Leader-Programm einen Kirschlehrpfad auch im Kontext der Neuausrichtung des Museums anzulegen.
Erste Gespräche im Ortschaftsrat
vor 9 Stunden
Ein Kirschlehrpfad in Mösbach könnte ein innovatives Projekt sein, das vom Leader-Programm gefördert wird. Ortsvorsteherin Gabi Bär stellte diesen Vorschlag dem Ortschaftsrat am Dienstag vor.
Der Schönstatt-Bewegung ist Michael Gerber seit Kindestagen eng verbunden: Das Bild im Oberkircher Schönstattzentrum Marienfried zeigt (v. l.) den Geistlichen Leiter von Marienfried Peter Wolf, Weihbischof Michael Gerber, den Diözesanleiter Peter Falk und dessen Vorgänger Pfarrer Lukas Wehrle.
Amtseinführung im Frühjahr 2019
vor 10 Stunden
Der gebürtige Oberkircher Michael Gerber ist zum Bischof von Fulda ernannt worden. Seit  2013 ist er Weihbischof im Erzbistum Freiburg und war bei Gottesdiensten häufiger Gast im Renchtal.
Amtsgericht Oberkirch
vor 11 Stunden
Eine Trunkenheitsfahrt führte einen Winzer aus dem vorderen Renchtal vors Amtsgericht Oberkirch. Um eine Strafe kam er dort nicht herum.
Gemeinsam für den tälerübergreifenden Hexensteig: Tourismusleitung Saskia Bleich (Kappelrodeck), Bürgermeister Stefan Hattenbach (Kappelrodeck), Bürgermeister Thomas Krechtler (Lautenbach), Gunia Wassmer (Geschäftsführerin Renchtal Tourismus GmbH (RTG)) und Bürgermeisterstellvertreter Hans-Friedrich Huber (Lautenbach).
Touristisches Projekt
vor 14 Stunden
Der geplante Hexensteig ist etwas ganz Besonderes: Erstmals wird tälerübergreifend ein gemeinsames touristische Projekt das Acher- und Renchtal verbinden. 
Auf dem Areal Brachfeld zwischen Gymnasium und Tennishalle soll bis 2030 das neue Ortenau Klinikum Achern gebaut werden.
Stadtverwaltung macht sich Gedanken
vor 17 Stunden
Wann kommt die Nord-Ost-Umfahrung mit Krankenhausanbindung und wie soll/kann diese aussehen? Diese Fragen stellen sich der Stadtverwaltung Achern im Rahmen der Diskussion um den Masterplan. 
Hörgenuss mit Chören aus der Weihnachtszeit
vor 22 Stunden
Einen Hörgenuss erlebten die Besucheram Samstag in der Pfarrkirche »Heilig Kreuz«. Das Ortenauer Frauenensemble »Con Voce« bot unter der Leitung von Dorothee Wiedmann englischsprachige Chöre und überzeugte mit einem harmonischen Klangbild.  
Der neu gewählte Vorstand und Beirat des HFG-Freundeskreises geht in die zweijährige Amtsperiode: von links Talea Dauber (Schülervertreterin), Nils Böhm (Schülervertreter), Martin Renner (2. Vorsitzender), Daniela Seigel (Lehrervertreterin), Dorit Käding (Schriftführerin), Daniel Malmgrön-Frenzel (Kassierer), Martina Tauchert-Nosko (Vorsitzende), Roman Vallendor (Pressewart), Stefanie Marzullo (Elternvertreterin), Johannes Ladwig (Ehemaligenvertreter).
Hans-Furler-Gymnasium
vor 22 Stunden
Der Freundeskreis des Hans-Furler-Gymnasiums hat am Donnerstag seinen Vorstand für zwei weitere Jahre in Amt und Würden bestätigt. Nur auf einer tragenden Position gab es eine Veränderung.
Wolfgang Winter vor seinen Büchern in seinem Studierzimmer. Er findet in diesen Regalen meist nach wenigen Sekunden das, was er sucht. Heute wird er 70.
Acherner Journalist, Autor und Forscher
vor 22 Stunden
Er hat schon mehr als 1000 Biographien gelesen, besitzt Zehntausende Sachbücher, liest und forscht einfach immer weiter. Er lebt seit fast 50 Jahren vegetarisch, seit sechs Jahren vegan und kennt sich mit der Illenau, mit Brecht oder Aggressionstheorien aus wie kaum ein anderer. Wolfgang Winter...
Für 50-jährige Mitgliedschaft im Frauentreff Oppenau wurden (von links) Dorle Spinner und Christa Huber von der Vorsitzenden Rosemarie Doll geehrt.
Frauentreff Oppenau
vor 22 Stunden
Zur Adventsfeier des Frauentreffs Oppenau im Gasthaus »Finken« konnte die Vorsitzende Rosemarie Doll zahlreiche Mitglieder begrüßen. Musikalisch umrahmt wurde die Adventsfeier von Agnes Dufner an der Zither und dem Singkreis des Frauentreffs, die mit ihren schönen Liedern auf die Weihnachtszeit...
Bei der Jahresabschlussfeier in der Günther-Bimmerle-Halle in Oppenau ehrte die Firma Mulag langjährige Mitarbeiter. Von links: Martin Springmann (Ortsvorsteher von Ibach), Meinrad Panter, Geschäftsführer Holger Wössner, Ludwig Doll, Geschäftsführer Uwe Meißner, Martin Müller, Stefan Roth, Betriebsratsvorsitzender Stefan Müller, Klaus Doll, Martin Maier, Uwe Gaiser (Bürgermeister von Oppenau), Meinrad Baumann (Bürgermeister von Bad Peterstal-Griesbach) und Firmeninhaber Werner Wössner.
Weihnachtsfeier der Firma Mulag
vor 22 Stunden
Ralf Wössner wird ab Anfang kommenden Jahres in die Geschäftsleitung des Oppenauer Fahrzeugbauers Mulag einsteigen. Die Unternehmensentwicklung stand neben der Ehrung langjähriger Mitarbeiter im Mittelpunkt der Weihnachtsfeier von Mulag.