In abgespeckter Form?

Bottenau bangt um die Traditionsveranstaltung Buregericht

Autor: 
Roman Vallendor
Lesezeit 2 Minuten
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17. Oktober 2020

Bottenaus Ortvorsteher Konrad Allgeier (Mitte) verabschiedete Michael Bigott (links) aus dem Ortschaftsrat und verpflichtete Jan Endstrasser im Amt. ©Roman Vallendor

Seit über 300 Jahren treffen sich die Bottenauer Männer am 28. Dezember zum Buregericht.  In Corona-Zeiten bereitet die Veranstaltung Ortsvorsteher Konrad Allgeier einiges an Kopfzerbrechen.

Das Bottenauer Buregericht findet traditionell am 28. Dezember, am „Tag der unschuldigen Kinder“, statt und ist aus dem Dorfgeschehen nicht wegzudenken. Seine Gedanken, wie die Tradition in Corona-Zeiten gewahrt werden kann, stellte Ortsvorsteher Konrad Allgeier am Donnerstag dem Ortschaftsrat vor.

Die Bürgermesse in der Sankt-Wendelinus-Kapelle könne aufgrund des geringen Platzangebots unter Einhaltung der Corona-Abstandsregeln nicht stattfinden. Ein Gottesdienst im Freien wäre aufgrund der jahreszeitlichen Bedingungen ein Risiko. Die anschließende Rechenschaftsveranstaltung im Landhotel „Rebstock“  könnte womöglich abgehalten werden, da das Platzangebot ausreiche. Bei der weltlichen Feier im Anschluss dürfe die Musik nicht spielen. „Schlechte Voraussetzungen“, meinte Allgeier. Auch der Hausherr sehe es kritisch. Zudem erwecke die öffentliche Veranstaltung eine besondere Aufmerksamkeit bei Außenstehenden. 

Da der Ortsvorsteher keine Alleinentscheidung treffen wollte, gab er den Sachverhalt in die Runde. Ortschaftsrat Andreas Kimmig ergriff als Erster das Wort mit dem Hinweis, dass er einen Ausfall der Traditionsveranstaltung schade fände. Er brachte eine „abgespeckte, unspektakuläre Version“ ins Spiel. 

Das Buregericht sollte mit einer kleinen Abordnung der Verwaltungsspitze und des Ortsvorstehers im Sitzungsraum des Feuerwehrhauses stattfinden. Bottenauer Bürger sollten nach Voranmeldung nacheinander zu Wort kommen. Der gesellige Teil der Veranstaltung sollte entfallen. Allerdings könnte nach Voranmeldung das gemeinsame Essen in der Wirtschaft stattfinden. 

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Essen mit Voranmeldung?

Ortschaftsrätin Karin Bruder befürwortete die Idee mit der Voranmeldung zum Essen, damit es für den Wirt planbar sei. Der Bottenauer FDP-Gemeinderat Tadeusz Turek, dem der Ortschaftsrat als Zuhörer das Wort erteilte,  schlug eine Rechenschaftsveranstaltung in der Erwin-Braun-Halle vor. Dort könnten 100 Personen gemäß der Coronaverordnung Platz finden. Auch könnte dort möglicherweise bewirtet werden. 

Ortsvorsteher Allgeier brachte die schwierigen Belegungszeiten der Erwin-Braun-Halle ins Spiel. Er bedauerte, dass es keine Ausweichmöglichkeiten in Bottenau gebe, da eine Halle fehle. Auch wolle er als ersten Schritt mit dem „Rebstock“-Wirt Axel Noack sprechen, ob das Essen in der Wirtschaft stattfinden könne. 

Einig war man sich im Ortschaftsrat, dass die Traditionsveranstaltung nach Möglichkeit nicht ausfallen sollte. Neu-Ortschaftsrat Jan Endstrasser plädierte für den offiziellen Teil in abgespeckter Form. Stefan Huber könnte sich die Veranstaltung in der Erwin-Braun-Halle vorstellen, bevor man sie ganz ausfallen ließe, zumal die Verwaltungsspitze „Rede und Antwort“ zu Anliegen Bottenauer Bürger stehen könne.

Stichwort

Jan Endstrasser ersetzt Michael Bigott im Bottenauer Ortschaftsrat

Neu im Ortschaftsrat Bottenau ist Jan Endstrasser. Er rückt für Michael Bigott  nach, der aufgrund seines Umzugs in die Kernstadt aus dem Gremium  ausscheiden musste. Mit dem Umzug hatte Bigott gemäß der Gemeindeordnung die Wählbarkeit für den Ortschaftsrat Bottenau verloren. Den Sachverhalt nahmen die Ortschaftsräte in ihrer Sitzung am Donnertag einstimmig zur Kenntnis. 

Da beim Ersatzbewerber Jan Endstrasser keine Ablehnungs- und  Hinderungsgründe vorlagen, verpflichtete Ortsvorsteher Konrad Allgeier ihn in sein Amt. Der obligatorische Handschlag musste aus Hygienegründen unterlassen werden.

 Allgeier bedauerte Bigotts Ausscheiden, zumal dieser erst  eineinhalb Jahre Mitglied im Ortschaftsrat Bottenau gewesen sei. Michael Bigott erhielt das Dankesschreiben von  Oberbürgermeister Matthias Braun und als Dankeschön ein Präsent von Allgeier. Bigott bedankte sich für die gute Zusammenarbeit im Ortschaftsrat, die ihm „viel Spaß“ gemacht habe.  „Ich bin nach wie vor Bottenauer, der in Oberkirch wohnt“, unterstrich er weiterhin die Verbundenheit mit seiner Heimatgemeinde.

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