Sorge um Hof in der Nachbarschaft

Bottenauer Baugebiet: Gemeinderat behält die Hand am Drücker

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29. Mai 2020

Zwischen St.Wendelstraße und Almstraße plant die Stadt Oberkirch die Ausweisung des Baugebiets „Geiß“. Die Reben im Vordergrund gehören nicht zum Baugebiet. ©Archivfoto: Patric König

In idyllischer Lage in Bottenau will die Stadt ein Baugebiet verwirklichen, mit Hilfe eines Erschließungsträgers. Ein Stadtrat befürchtete Nachteile für einen Bauernhof in der Nachbarschaft.

Mit der „Geiß“ soll Bottenau wieder ein Baugebiet bekommen: 16 bis 20 Bauplätze sollen im Gewann zwischen der St. Wendelstraße und der Almstraße entstehen. Die Erschließung übernimmt die Firma Badenova Konzept aus Freiburg. Einem entsprechenden Vertrag hat der Gemeinderat am Montag mehrheitlich zugestimmt. Dass die vier Grünen-Stadträte sich enthielten, hat mit einer besonderen Nachbarschaftskonstellation zu tun: Rund 70 Meter vom Baugebiet entfern befindet sich der Hühnerstall des Bächlehofs, 2800 Hühner scharren dort im Freien. Deren Eigentümer sorgt sich nun um die Existenz des jahrhundertealten Hofs (die ARZ berichtete). Es ging vor allem um die Geruchsemissionen des Hühnerhofs.

Als der Gemeinderat im Dezember 2019 den Startschuss fürs Bebauungsplan-Verfahren gab, sagte OB Matthias Braun, dass dem landwirtschaftlichen Betrieb keine Nachteile durch das Baugebiet entstehen dürfen. Schließlich sei der Hof zuerst da gewesen. Dieses Versprechen griff am Montag Jochen Hättig auf: Der Grünen-Stadtrat befürchtete, dass die Stadt durch den Vertrag mit dem Erschließungsträger die Möglichkeit aus der Hand gebe, den Hof zu schützen.

Hättig hatte zuvor mit dem Eigentümer des Bächlehofs telefoniert: Er befürchtet nach wie vor, dass der Betrieb des Hofs mit Arbeitszeiten auch früh morgens und am Wochenende nicht mit den Ansprüchen der neuen Nachbarn harmonieren wird. Hättig bat nochmals darum, dem Landwirt keine Steine in den Weg zu legen.

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„Die Hand am Drücker“

OB Matthias Braun konnte keinen Interessenkonflikt erkennen: Es sei normal, dass in einem ländlichen Baugebiet mal ein Traktor vorbeifahre. Hättig müsse sich keine Sorgen machen. Bau-Fachbereichsleiter Peter Bercher wies darauf hin, dass im Bebauungsplanverfahren weiter der Gemeinderat „die Hand am Drücker habe“. Die Räte seien für den Interessenausgleich zuständig, „die Planunterlagen werden von Ihnen durchgearbeitet. Hättig hatte seine Sorgen damit begründet, dass laut Vertrag der Erschließungsträger „die Planunterlagen, Gutachten und Berechnungen im eigenen Namen und auf eigen Rechnung“ erstellt bzw. erstellen lässt. Die Bauleitplanung der Stadt bleibt laut OB Matthias Braun davon unberührt: Was spreche denn dagegen, dass der Erschließungsträger auch die Kosten trage?

Ortsvorsteher Konrad Allgeier verwies auf einen Beschluss des Ortschaftsrates: Er steht zum einen hinter der Ausweisung der Bauplätze. Zum anderen habe er aber auch beschlossen, „dass der Bächlehof in seinem Bestand nicht gefährdet werden dürfe“. 

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