Ex-Vorstand zahlt 77.000 Euro zurück

Bühler Tafel braucht nach Unterschlagung Unterstützer

Autor: 
Edith Fischer
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12. Juli 2018

Der Bühler Tafelladen in der Bühlertalstraße: Der Verein möchte künftig auch mobile Angebote machen. ©Edith Fischer

Mehr Kunden, Mitglieder und Spender finden: Mit dieser Strategie versucht die Bühler Tafel einen Ausweg aus ihrer derzeitigen desolaten finanziellen Situation. 

Sandra Hüsges, Vorsitzende der Bühler Tafel, informierte die Mitglieder Ende Juni im Haus Alban Stolz über die aktuelle Situation nach der Veruntreuung des Vereinsvermögens. Das von der Stadt, mit der man eng zusammenarbeite, angebotene zinslose Darlehen von 50 000 Euro wolle der Vorstand »erstmal nicht annehmen« –  zu groß erscheine das Risiko der persönlichen Haftung.

Der tiefe Griff in die Kasse der Tafel (mehr als 77 000 Euro fehlen) hatte mittlerweile ein juristisches Nachspiel. Der geständige und zur Schadenswiedergutmachung bereite frühere Alleinvorstand sei Mitte Juni zu einer zweijährigen Haftstrafe, ausgesetzt auf drei Jahre Bewährung, verurteilt worden, berichtete die Vorsitzende.

Dinglicher Arrest

Zu den gerichtlichen Auflagen gehören neben einer Geldstrafe von 3000 Euro auch die Rückzahlung des unterschlagenen Betrags bis Ende Juni 2019. Am Mittwoch seien bereits 1000 Euro eingegangen. Als Sicherheit diene eine unbelastete Eigentumswohnung im Wert von rund 195 000 Euro. 77 000 Euro seien »als dinglicher Arrest« für die Tafel im Grundbuch eingetragen, ließ Hüsges wissen. 

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»Wir brauchen unbedingt unser unterschlagenes Vermögen zurück«, bekräftigte Hüsges und legte den Kontostand offen, der zum 1. August voraussichtlich ins Minus rutsche. Als eiserne Reserve stünden 5000 Euro zur Verfügung.
Nach Gesprächen mit dem Arbeitsamt sei ein Antrag auf Erhöhung der Zuschüsse in Vorbereitung. Auf der Agenda stünden zudem Einsparmaßnahmen, die mit den Stadtwerken besprochen werden sollen. Weitere Überlegungen zielen auf Angebote insbesondere in den umliegenden Gemeinden. Der Tafelbetrieb sei gut mit Lebensmitteln und anderen Waren versorgt, sagte Hüsges. 

Mobile Angebote

»Es besteht die Möglichkeit, eine mobile Tafel zu installieren und zum Beispiel Bühlertal oder Lichtenau anzufahren«, skizzierte sie die Idee. Derzeit arbeite der Vorstand daran, den Bedarf zu ermitteln. Um auf sich aufmerksam zu machen, möchte sich der Tafelverein verstärkt an Aktionen in der Stadt beteiligen, auch ein Tag der offenen Tür sei denkbar. Um alle Aktivitäten stemmen zu können, werden weitere Ehrenamtliche gesucht. »Aktuell bestehen Lücken im Fahrdienst«, macht Geschäftsführerin Renate Schneider auf einen Notstand aufmerksam.

Hüsges berichtete von einer bevorstehenden Mieterhöhung für das Ladengeschäft in der Bühlertalstraße. Das aktuelle Niveau sei für Bühler Verhältnisse sehr niedrig, die Anhebung bewertete sie als moderat. Eine positive Nachricht betraf den Fuhrpark. Zwei Großspender aus Bühl ermöglichen die Anschaffung eines dringend benötigten Kühlfahrzeugs im Wert von 33 000 Euro. Es kommt im September. Kassenprüfer Lutz Jäckel hatte diese Spende organisiert.

Info

Neue Satzung

Grünes Licht gaben die Mitglieder für eine Satzungsänderung, mit der der Vorstand um bis zu vier Beisitzer erweitert werden soll. Ihre Zustimmung signalisierten sie außerdem für eine Erhöhung der Mitgliedsbeiträge um fünf auf 29 Euro. »Es ist ganz toll, was Sie schon alles geschafft haben«, lobte ein Mitglied abschließend die Anstrengungen des im März gewählten vierköpfigen Vorstands.

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