Waldulmer Steinbrucherweiterung

Bürgermeister Hattenbach will Renchen in die Pflicht nehmen

Autor: 
Berthold Gallinat
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08. Juni 2018
Die geplante Erweiterung des Waldulmer Steinbruchs in Richtung der bestehenden Wohnbebauung stößt auch in der Kappelrodecker Rathausverwaltung auf Ablehnung.

Die geplante Erweiterung des Waldulmer Steinbruchs in Richtung der bestehenden Wohnbebauung stößt auch in der Kappelrodecker Rathausverwaltung auf Ablehnung. ©Archivfoto: Berthold Gallinat

In die Diskussion um die Erweiterung des Waldulmer Steinbruchs mischt sich nun auch die Gemeinde Kappelrodeck ein. Da das Areal aber auf Renchener Gemarkung liegt, hat sie keine rechtliche Handhabe.

Am Dienstag fand in der Pfarrberghalle in Waldulm die Erörterung zur geplanten Erweiterung des Steinbruchs Kleinwäldele/Eckeshalde statt (wir berichteten). Dabei hatte nicht nur die Waldulmer Interessengemeinschaft gegen die geplante Erweiterung Bedenken und Einwände, sondern auch die Gemeinde Kappelrodeck, vertreten durch Bürgermeister Stefan Hattenbach und Ortsvorsteher Johannes Börsig. Letztere kann allerdings verwaltungstechnisch und rechtlich nicht auf das Verfahren einwirken, weil der gesamte Steinbruch sowie die geplante Erweiterung auf Renchener Gemarkung liegen.

»Wir appellieren, bei der geplanten Erweiterung das Vorsorgeprinzip zum Schutz der betroffenen Waldulmer Bürger, der Umwelt und der Landschaft walten zu lassen, statt das Machbare bis zur Grenze auszuschöpfen«, erklärte Bürgermeister Stefan Hattenbach den Standpunkt der Gemeinde. Auch er war nicht grundsätzlich gegen die Erweiterung des Steinbruchs, sondern sah lediglich das Heranrücken der geplanten Erweiterung an die bestehende Waldulmer Wohnbebauung auf 100 Meter kritisch. Hattenbach befürchtet durch die Sprengungen im Steinbruch Gefährdungen für öffentliche Einrichtungen wie Schule, Kindergarten, Kirche, Friedhof mit Einsegnungshalle, Vereinshaus Alte Schule und Feuerwehrgerätehaus. 

»Für uns ist nicht dargelegt, wie die Betreiberin des Steinbruchs bei ihren Sprengungen dem Schutz dieser Einrichtungen im Besonderen gerecht werden will, dies vor dem Hintergrund unbekannter Felshorizonte und Übertragungswerte sowie der Tatsache, dass jede Sprengung ein Unikat ist und somit keine allgemeingültigen Einschätzungen getroffen werden können«, machte Hattenbach deutlich. 

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Weiter sah er das Landschaftsbild für Waldulm gefährdet, weil der Waldsaum auf dem Pfarrberg nicht zu halten sei. Hattenbachs Überzeugung »Der knappe Waldstreifen nach dem Vordringen des Steinbruchs hat keine Chance« stand der Aussage des Forstfachmanns Franz Kaiser vom Landratsamt entgegen, der meinte: »Die Baumbesetzung wird sich verändern, aber es wird dort weiterhin Wald sein können«.

Ein Sicherheitsrisiko

Auch die bisherigen, unkontrollierten Felsstürze sieht der Bürgermeister als Sicherheitsrisiko; er hält daher den Erweiterungsantrag in der vorgelegten Planung nicht für genehmigungsfähig. Im Ostteil der Erweiterungsfläche – das ist der Teil, der in Richtung Pfarrberg geplant ist – schlug er auf den oberen 50 Metern Abbaufläche nur fünf Meter hohe Strossen (Abbruchwände) und sieben Meter breite Bermen (horizontale Absätze) vor, während nur im unteren Bereich der Abbau in 20 Meter hohen Strossen erfolgen könne. 

Hattenbachs Forderung, dass die Stadt Renchen als Eigentümerin des Geländes und Nutznießerin für die Rekultivierung des Steinbruchgeländes verpflichtet werden müsse, entgegnete Umweltfachmann Andreas Ness, dass das keinen Sinn mache, weil sich Steinbrüche zu einem Refugium einer speziellen Fauna und Flora entwickelten. Zudem: Einen ausgeschöpften Steinbruch auffüllen könne man nicht, nur sichern. 

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