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Sasbachwalden

Bürgermeisterin Sonja Schuchter zieht Jahresbilanz

Seit August 2016 Rathauschefin in Sasbachwalden / Großes Pensum absolviert
12. August 2017
&copy Andreas Cibis&copy Archiv&copy Mudrak&copy Archiv&copy Archiv

Sie ist die erste Frau an der  Spitze der Sasbachwaldener Gemeindeverwaltung und die erste Auswärtige, die die Geschicke der Gemeinde lenkt: Sonja Schuchter ist am 13. August ein Jahr im Amt als Bürgermeisterin von Sasbachwalden.

Ehrgeizig, akribisch und mit vollem Einsatz – so kannte man Sonja Schuchter in 17 Jahren als Ortsvorsteherin in Mösbach und so ist sie auch als Bürgermeisterin von Sasbachwalden. 150 Prozent habe sie im ersten Jahr gegeben, meint Sonja Schuchter rückblickend, eine Schlagzahl, die vor allem der Einarbeitung, dem Kennenlernen der Bevölkerung und deren Anliegen und den derzeit großen Themen geschuldet ist.

Die Grundlagen sind gelegt für die nächsten Jahre, in denen sie weiterhin für die Gemeinde Sasbachwalden alles geben will, wenn auch die 150 Prozent auf Dauer nicht zu halten sind.  »Aber es werden immer mehr als 100 Prozent sein«, meint die Sasbachwaldener Bürgermeisterin.

Die 53-Jährige hat in ihrem ersten Amtsjahr verschiedene Weichen gestellt. In der ab 1. September elf Personen kleinen Gemeindeverwaltung (davon sieben volle Stellen) hat sie einige Veränderungen vorgenommen, was die Aufgabenverteilung betrifft. Zudem wird ab dem 1. September mit Dominic Eggs ein technischer Angestellter das Verwaltungsteam verstärken und für Breitband, Tiefbau, Hochbau und anderen zuständig sein. In diesem Bereich wird dann Hauptamtsleiter Jürgen Zeilfelder entlastet, eine halbe Stelle im Bauhof wird nicht mehr besetzt. Denn es geht nur um eine Umgliederung, nicht um eine Stellenausweitung, wie sie betont.

»Kreativ gestaltend«

Vor über einem Jahr stand Sonja Schuchter vor der Wahl, entweder in der Stadtverwaltung Bühl eine leitende Position zu übernehmen oder sich als Bürgermeisterin zu bewerben. Sie entschied sich für Letzteres in der schönen Gemeinde Sasbachwalden. »Als Bürgermeisterin kann man kreativ gestaltend wirken«, betont sie. Sasbachwalden sei eine große, reizvolle Herausforderung: eine Gemeinde, die zwar nur rund 2600 Einwohner hat, aber auch auf Grund der rund 1000 Meter Höhenunterschied auf der Gemarkung Projekte für eine Gemeinde mit 10 000 Einwohnern, wie sie betont.

Diese schöne Gemeinde Sasbachwalden ist weiterhin auf den Tourismus fokussiert. Eine Attraktion, die noch erweitert werden soll, ist die Mountainbikestrecke. »Hier stehen noch Grundstücksverhandlungen an«, erklärt sie. Stolz ist sie darauf, dass die Mountainbikearena in Fachzeitschriften beworben wird und einen guten Ruf besitzt.

Um zu erfahren, was die Bürgerinnen und Bürger erwarten oder wünschen, hat sie die Bürgerdialoge eingeführt und die Gespräche in den Außenbereichen gesucht. Daraus sind einige kleine Projekte entstanden. Und da sich die Dialoge aus ihrer Sicht gelohnt haben, möchte sie eine zweite Runde einlegen. Dazu gibt es natürlich noch die Bürgersprechstunden, die stets gut besucht sind.

Umzug geplant?

Bleibt Sonja Schuchter weiterhin Mösbacherin, was den Wohnort betrifft, oder nicht? Im Wahlkampf hatte sie angedeutet, sich einen Umzug nach Sasbachwalden vorstellen zu können. Sie sieht sich da nicht unter Zugzwang, hält aber Ausschau nach einem geeigneten Bauplatz. Andererseits ist sie schnell von Mösbach in Sasbachwalden. »Das Thema ist erst einmal zwei bis drei Jahre zurückgestellt«, sagt sie. Denn 150 Prozent geben und gleichzeitig bauen, das ist selbst ihr doch ein bisschen zu viel.

SASBACHWALDENER BRENNPUNKTE

Anima Tierwelt: Die Vorfreude in Sasbachwalden auf dieses Projekt, das im Zusammenhang mit dem Nationalpark eine besondere Bedeutung für die ganze Region haben dürfte, ist groß. Doch der baurechtliche und städtebauliche Weg ist steinig. Viele Behörden sind involviert. Erste Infra­strukturmaßnahmen stehen an. 2018/19 könnte gebaut werden und 2020 das Projekt fertiggestellt sein.

Wagnerkliniken: Die Gemeinde hat das Vorkaufsrecht geltend gemacht, aber bislang nicht ausgeübt. Es gilt nun, mit den möglichen Eigentümern ein zukunftsfähiges Konzept auf die Beine zu stellen. »Einen Leerstand können wir uns nicht mehr leisten«, meint Sonja Schuchter. Altenpflege, Betreutes Wohnen aber auch Wellness und Übernachtungsmöglichkeiten sind hier angedacht.
 

Ortsmitte: Die Ortsmitte des Blumen- und Weindorfes soll neu gestaltet und belebt werden. Für das gesamte Sanierungsgebiet wurden Sanierungsmittel in Höhe von 4,3 Mio. Euro beantragt. Vom Land und Bund wurden bislang 2,8 Mio. Euro bewilligt (2,2 Mio. sind ausgegeben oder verplant). Für den städtebaulichen Wettbewerb »Kirchweg« sind rund 100 000 Euro zu veranschlagen.  
 

Bel Air/Hohritt: Das Bel Air wurde vor zwei Jahren vom Land Baden-Württemberg für fünf Jahre als Flüchtlingsaufnahmestelle gemietet. Inzwischen ist das Mietverhältnis beendet. Die Zukunft des wieder leer stehenden Bel Air ist offen. Gleiches gilt für die Hohritt. Das Gebäude wird zwar gepflegt, steht aber leer. Bei beiden Gebäuden wäre eine Lösung und Belegung dringend notwendig.

 

 

 

Autor:
Andreas Cibis

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Info

Kulturelles

Sasbachwalden hat ein durchaus beachtliches kulturelles Angebot wie das Tonarten-Festival oder die Veranstaltungen im Kurhaus »Alde Gott«. Auch Sonja Schuchter liegt die Kultur am Herzen. Sie initiierte die Reihe »Kunst im Rathaus«, die Vortragsveranstaltungsreihe »Forum Sasbachwalden« und den lockeren »musikalischen Sonntagstreff«, bei dem einerseits musikalisch unterhalten wird und andererseits die Gäste bei Getränke und Essen locker plaudern können. Sasbachwalden müsse sich als Touristengemeinde kulturell und in der Kulturlandschaft positionieren und wolle für jeden Geschmack etwas bieten.aci

Hintergrund

Kreistagswahl

Bislang ist Sasbachwalden durch Valentin Doll über die Liste der Freien Wähler im Kreistag vertreten. Sonja Schuchter war über die Acherner CDU schon im Kreistag. »Die Bevölkerung erwartet von mir, dass ich kandidiere«, erklärt sie zu dem Thema. Allerdings gibt es auch andere CDU-Bürgermeister, die (wieder) ein Kreistagsmandat anstreben wie Stefan Hattenbach (Kappelrodeck) oder Hans-Jürgen Decker (Ottenhöfen). 

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