Kappelrodeck

Bundestagspräsident Schäuble plaudert mit Realschülern

Autor: 
Anja Bär
Lesezeit 3 Minuten
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22. Mai 2019
Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble sprach am Montag mit Schlossbergschülern der neunten und zehnten Realschulklassen in Kappelrodeck.

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble sprach am Montag mit Schlossbergschülern der neunten und zehnten Realschulklassen in Kappelrodeck. ©Anja Bär

Politik zum Anfassen gab es für die Neunt- und Zehntklässler der Realschule am Montagmorgen in der Mensa der Schlossbergschule. Rektor Wolfgang Flegel und Bürgermeister Stefan Hattenbach begrüßten Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble.

Zustande kam der Besuch des Bundestagspräsidenten in Kappelrodeck anlässlich des 70-jährigen Bestehens des Grundgesetzes. »Guten Morgen, so, fangen wir an; wer schießt los?«, stellte sich Wolfgang Schäuble den Fragen der Schüler. »Wie denken Sie über die Friday for Future Demonstrationen?«, fragte sogleich Fabian aus der 10 a. »Es ist immer gut, wenn sich junge Leute wie Greta Thunberg engagieren«, sagte Schäuble und er glaubt nicht, dass die Demokratie so gefährdet sei, wie es derzeit diskutiert wird: »Demokratie ist, wenn man seine Meinung sagt.« Und der Klimawandel führe zu gewaltigen Veränderungen.

Schäuble fragte, wer denn alles schon demonstriert habe in Achern. Zahlreiche Schülerhände gingen nach oben. Ein paar Mal demonstrieren sei gut, so der CDU-Politiker. 
Lukas und Leon (10 b) wollten wissen, welche Maßnahmen am effektivsten seien. Man müsse den Verbrauch fossiler Brennstoffe reduzieren, eventuell durch höhere Steuern, doch vor lauter Diskussionen komme es zu keiner Entscheidung, siehe Brexit, sagte der 76-Jährige. Persönlich unternehme er gegen den Klimawandel nicht viel, gab er auf Frage von Hannah (10b) zu: »Den Fleischkonsum zu begrenzen wäre gut.« Er fliege und reise nicht mehr so viel wie früher.

AfD-Wähler ernst nehmen

Nach dem Rechtsruck in der EU fragte Tobias (9a). Man müsse die Menschen ernst nehmen, die solche Parteien wählen und sie davon überzeugen, dass dies nicht der richtige Weg ist, antwortete der Spitzenpolitiker. »Wir sind selbst an unseren Problemen schuld, nicht die Ausländer, und müssen Verantwortung übernehmen«, sagte er. Mit der EU könne man viel erreichen und Frieden gemeinsam bewahren.

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Ob sich die Arbeit im Bundestag verändert habe, seit die AFD eingezogen ist, wollte Tobias (9a) wissen. Schäuble: Durch mehr Abgeordnete und sechs Fraktionen seien die Reden kürzer und die Debatten lebhafter geworden; es werde mehr gestritten, doch dabei gebe es klare Regeln. 

Nico (10b) fragte nach dem Brexit, der laut Schäuble ein großer Mist« ist, die Leute seien »nach Strich und Faden angelogen worden«. Es werde »endlos schwierig«, wenn die Briten aus der EU austreten.

Nach Schäubles Tagesablauf  fragte Luise (9b). Seine Tochter meinte einmal zu ihm: »Wenn ich dich sehe, bist du am Lesen, Reden oder Telefonieren, wann arbeitest du denn?« Die Schüler lachten. »Die Kinder sagen, sie hätten nichts vermisst, meine Frau sieht das anders«, meinte Schäuble auf die Frage nach der Zeit für die Familie.

Nach der eineinhalbstündigen Fragerunde gab es reichlich Applaus. Rektor Flegel überreichte eine Flasche Wein der Schülerfirma »Rebgeister«. Schäuble trug sich noch ins Goldene Buch ein.

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