Musikalische Einblicke ins Büro

Burgbühne feierte mit »Sekretärinnen« Premiere

Autor: 
Katharina Reich
Lesezeit 3 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
05. November 2018
Sangen und tippten sich durch den musikalischen Abend: Die Sekretärinnen Justine Haupt, Ulrike Kliewer-Mayer, Ute Söllner, Birgit Hellrung, Saskia Bleich, Sigrid Schweiker und Silvia Krechtler.

Sangen und tippten sich durch den musikalischen Abend: Die Sekretärinnen Justine Haupt, Ulrike Kliewer-Mayer, Ute Söllner, Birgit Hellrung, Saskia Bleich, Sigrid Schweiker und Silvia Krechtler. ©Katharina Reich

Das »freche Hus« in Oberkirch hat sich am Freitagabend in einen Schreibpool verwandelt. Sieben Frauen der Burgbühne Oberkirch tippten und sangen sich als Sekretärinnen durch das gleichnamige Stück von Franz Wittenbrink. Regisseurin Cornelia Bitsch hat der Musikrevue mit zusätzlichen Szenen ihren ganz eigenen Stempel aufgedrückt.

Die Berufsbezeichnung Sekretärin ist inzwischen schon etwas aus der Mode gekommen. Heute heißen die Damen, die das Vorzimmer des Chefs im Griff haben, Assistentin oder ganz neudeutsch »Officemanagerin«. Die Oberkircher Inszenierung aber lässt den Charme vergangener Zeiten aufleben, in denen Sekretärinnen noch an der Schreibmaschine tippten und sich nicht mit Word und Outlook herumplagen mussten. Stattdessen verbindet sie eine innige Liebesbeziehung zu ihrer Schreibmaschine von »Triumph«, die sie schmachtend zur Melodie von Whitney Houstons »I can’t live without you« besingen: »Ach, dein Rückstelltastenregulatoren-Abstandseinstellrad schnurrt so schön, wenn ich ganz sacht am Hebel drück.«

Alle haben sie ihre Sehnsüchte und Vorlieben

- Anzeige -

Doch die sieben Sekretärinnen der Revue haben weit mehr Interessen als nur das wenig abwechslungsreiche Tippen von Schriftsachen. Alle haben sie ihre Sehnsüchte und Vorlieben. Im Verlauf des Stücks, entwickeln sich die Darstellerinnen zu Frauen mit Eigenschaften – und zwar musikalisch. Begleitet von Kurt Bayer am Keyboard sangen sich die Damen durch die Musikgeschichte vom Schlager über Pop- und Rocksongs bis hin zum Rap. So gab Ute Söllner mit dem »Mädchen aus Piräus« ihre Vorliebe für griechische Matrosen preis, Silvia Krechtler offenbarte eine »starke und eine schwache Seite« und Saskia Bleich rappte »Ich bin zu geil für diese Welt«. Die lyrikbegeisterte Sekretärin Sigrid Schweiker gab mit Edith Piafs »Je ne regrette rien« an, nichts zu bereuen und die schwangere, dauerfröhliche und schokoladensüchtige Justine Haupt saß gerne in »einer kleinen Konditorei«. Dass Sekretärin Ulrike Kliewer-Mayer eine Frau ist, die weiß, was sie will, unterstrich sie mit dem gleichnamigen Lied von Daliah Lavi. Birgit Hellrung wünschte sich zunächst statt Schokolade ein Mann. Dieser Wunsch ging in Erfüllung, weshalb das Publikum sie schließlich in einem Duett mit Büroboten Stefan Hellrung erleben durfte. Mit Frank und Nancy Sinatras »Something stupid« offenbarte das Paar seine Liebe.

Das umfangreiche Liedprogramm hat das Ensemble gemeinsam mit der Gesangspädagogin Anja Bittner einstudiert. Mit Erfolg: Alle hatten die teils sehr anspruchsvollen Melodien voll im Griff. Cornelia Bitsch hat der Musikkomödie in zwei zusätzlichen Szenen eine weitere ebenso meist weibliche Berufsgruppe hinzugefügt. Mit Titeln wie »Morgens immer müde« und dem »Bruttosozialprodukt« ließ sie die Putzkolonne ans Werk gehen. Tine Biehlman, Stephanie Kimmig, Maria Hodapp und Jenny Schwarz putzten um Schreibmaschinen, Nagellack und Desinfektionsmittel herum und besangen dabei das »bisschen Haushalt«.

Im Premierenpublikum saßen viele Herren, deren tägliche Arbeit durch eine Sekretärin erleichtert wird. Vielleicht hat der ein oder andere Züge seiner Sekretärin in der Revue wiederentdeckt? Sehens- und hörenswert ist die Musikrevue für alle – auch für die, die ohne Sekretärin auskommen müssen.

Weitere Artikel aus der Kategorie: Achern / Oberkirch

vor 2 Stunden
Gefährliche Situation
Wohl noch bis Ende Oktober dauert die Vollsperrung der Talstraße in Fautenbach. Dies wirkt sich auf den Verkehr auf der L87 aus, wo es eine Geschwindigkeitbegrenzung auf 50 Stundenkilometer gibt.  
vor 3 Stunden
Strecke Rheinbischofsheim-Wagshurst
Weil es ungünstig am Ausgang einer Kurve der K 5311 stand, hat die Straßenmeisterei am Dienstag ein erst vor kurzem aufgestelltes Warnschild abgebaut, um es zu versetzen. Unsere Zeitung hat ihren Anteil daran.
Das bürgerschaftliche Engagement macht Ulm für Ortsvorsteher Roland Boldt besonders lebenswert.
vor 3 Stunden
Serie »Gemeinde-Check«
Wie gut lebt es sich in Ulm? Im ARZ-Gemeinde-Check geht es heute um die Infrastruktur des Bierdorfs Ulm.
vor 5 Stunden
Buntes Programm
Das traditionelle Grindenfest auf den  Schliffkopfgrinden im Nationalpark war in diesem Jahr ein  Jubiläumsfest an der Kniebishütte. Grund für die  Ortsveränderung war das zehnjährige Bestehen der Kniebishütte.  
vor 5 Stunden
Kulturgeschichte eines Schwarzwaldflusses
Seit den Dammbauten im 19. Jahrhundert glaubte man sich zumindest in Oberkirch vor  Hochwasser der Rench geschützt. Wie trügerisch diese Sicherheit war, zeigte sich Ende des  Jahres 1947. Nachdem viel Schnee gefallen war, setzte nach Weihnachten Tauwetter mit  starken Regenfällen ein. In den späten...
vor 5 Stunden
Badischer Exportschlager
Dass Alphornspieler aus dem Schwarzwald mit 100 Fans und Pilgern mit zwei Busen ins Alphorn-Land schlechthin fahren und in und vor einer der wichtigsten Wallfahrtskirchen der Schweiz konzertieren, ist schon etwas Besonderes. Die Windecker Alphornspieler haben es getan.
vor 6 Stunden
Am Montag
Das Nußbacher Dorffest ging am Montagabend zu Ende. Traditionell kommen am Montag auch die Kinder  auf ihre Kosten.
vor 13 Stunden
Traditionsgeschäft neu aufgestellt
Das Farbenhaus Nickel in Achern hat einen neuen Inhaber. Malermeister Thomas Friedmann hat das Geschäft an die Farben Frank GmbH aus Baden-Baden verkauft. Es läuft seitdem nahtlos weiter und soll noch ausgebaut werden.  
vor 16 Stunden
200 Stammzellen-Spender gesucht
So etwas hat es auf einem Sportfest in der Ortenau noch nie gegeben: Der SV Lautenbach nutzt seine Veranstaltung, um Stammzellenspender im Kampf gegen den Blutkrebs zu gewinnen.  
vor 19 Stunden
Jugendbetreuerin im Porträt
Zu erleben, wie die kleinen Handballerinnen und Handballer zu großen werden, ist wunderbar und das treibt Evi Blust, Jugendbetreuerin des ASV Ottenhöfen, in ihrem Engagement für den Handballverein an.   
vor 22 Stunden
OB-Baustellentour
Der neue, über 500 000 Euro teure Stadtgartenkiosk bringt der Stadt laut OB Matthias Braun einen deutlichen Mehrwert, unter anderem durch die neuen Toiletten. Ganz abgeschlossen sind die Arbeiten am Areal unterdessen noch nicht.  
20.08.2019
Baumschule und Pflanzenzentrum Rösch in Achern
Ein Besuch im immergrünen Blüten- und Baumparadies des Acherner Pflanzenzentrums Rösch stand am Donnerstag bei der Aktion Offenes Werkstor auf dem Programm. 20 von ARZ-Redakteur Matthias Heidinger begrüßte Leser ergatterten ein Platz bei der im Vorfeld rasch ausgebuchten Betriebsbesichtigung.  

Das könnte Sie auch interessieren

- Anzeige -
  • 06.08.2019
    Ratgeber
    Was tun, wenn eine Krise in unser Leben bricht? Der Ortenberger Unternehmer Joachim Schäfer hat mit der Insolvenz seiner Firma genau das durchleben müssen – und einen Weg heraus gefunden. Seine Erkenntnisse teilt er nun in einem Buch, das nicht ein Autor, sondern nur er schreiben konnte, wie...
  • 02.08.2019
    Manufaktur für orthopädische Leistungen
    Am Wochenende beginnt der Spielbetrieb in der Fußball-Oberliga Baden-Württemberg. In den kommenden Wochen folgen dann auch die anderen Ligen. Um die Saison durchhalten zu können, brauchen die Sportler eine gute Fitness, Gesundheit - und das individuell angepasste Schuhwerk. Dieses ist Voraussetzung...
  • 31.07.2019
    Medizin, Kosmetik, Naturheilkunde
    Wer krank ist oder eine Beratung zu medizinischen Themen braucht, für den ist oft die Apotheke die erste Anlaufstelle. Die Stadt-Apotheke in Offenburg, die Apotheke am Storchenturm in Lahr und die Apotheke am Klinikum in Lahr bieten als Partner-Apotheken neben einer freundlichen und qualifizierten...
  • 17.07.2019
    Große Wiedereröffnung
    Nur einige Meter vom alten Standort entfernt – und doch ist alles neu: Am Donnerstag, 18. Juli, öffnet um 8 Uhr im Lahrer Fachmarktzentrum nicht nur ein neuer, sondern zugleich der jüngste und modernste MediaMarkt Deutschlands seine Türen.