OB Muttach: Geht über Pflichtaufgabe hinaus

Caritasverband übernimmt die Obdachlosenarbeit in Achern

Autor: 
Matthias Heidinger
Lesezeit 3 Minuten
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02. September 2018

In der Oberen Bergstraße 58 bietet die Stadt Achern Obdachlosen Zuflucht. Ab jetzt ist neben Ehrenamtlichen die Caritas für die Betreuung der Bewohner zuständig. ©Michaela Gabriel

Die Stadt Achern stellt die Obdachlosenarbeit auf neue Füße. Bisher war sie bei der kommunalen Sozialarbeit veranlagt. Nach dem Weggang von Sabrina Lusch und dem Ruhestand von Hubert Schuhmacher wird sich nun die Caritas um die Betreuung der Wohnsitzlosen in der Stadt kümmern.
 

Der Caritasverband Acher-Renchtal hatte der Stadt Achern schon frühzeitig angeboten, die soziale Betreuung für die Obdachlosenunterkunft in der Oberen Bergstraße zu übernehmen. Wie OB Klaus Muttach auf ARZ-Anfrage sagt, war dies von vornherein eine interessante Alternative. Später gab es dann weitere Argumente, nachdem das Projekt Arche als niedrigschwelliges Angebot zur Vermeidung von Obdachlosigkeit von der katholischen Kirchengemeinde entwickelt worden war (wir berichteten). Muttach sei schon frühzeitig in dieses Arche-Projekt involviert gewesen.

Vertreter des Caritasverbands haben ihr Angebot der sozialen Betreuung für das Projekt Arche und für die Obdachlosenunterkunft vorgestellt, sowohl der Stadtverwaltung als auch dem Gemeinderat. »Das Angebot hat uns überzeugt«, unterstreicht Muttach. Deshalb wurde mit dem Caritasverband vereinbart, die Kosten für 50 Prozent einer Vollzeitstelle zu übernehmen.

 

Die veränderte personelle Situation in der kommunalen sozialen Arbeit hat diese Neuausrichtung zur Folge gehabt. Sabrina Lusch und Hubert Schuhmacher hatten sich zu je 25 Prozent ihrer Arbeit um die Obdachlosen gekümmert. Beide sind jetzt nicht mehr da.

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Sabrina Lusch hatte einen Beschäftigungsumfang von 80 bis 100 Prozent, Raphael Heisch hat ihre Nachfolge als Leiter der Fachgruppe Kommunale Soziale Arbeit als 100-Prozent-Kraft übernommen. Die Nachfolge von Raphael Heisch als Jugendtreffleiter tritt Jasmin Schneider an, die ihren Abschluss an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg abgelegt und bereits als Praktikantin mitgearbeitet hat. Insoweit gibt es für die Nachfolge von Sabrina Lusch per Saldo eine Aufstockung um 20 Prozent, erklärt OB Muttach.

Da die Obdachlosenarbeit auf den Caritasverband übertragen wurde, hat die Stadt aus dem Aufgabenbereich von Hubert Schuhmacher nun noch die aufsuchende mobile Jugendarbeit mit einer 50-Prozent-Stelle zu besetzen. Diese Stelle war laut OB ausgeschrieben. Es habe auch Bewerbungen gegeben, allerdings nicht mit der Qualifikation, »wie wir uns dies vorstellen«, sagt Klaus Muttach. Die baldige Besetzung werde angestrebt, vorübergehend könne diese Arbeit aber aufgefangen werden.

»Mit Überzeugung«

Die Fachgruppe Kommunale Soziale Arbeit einschließlich der Schulsozialarbeiter leitet Raphael Heisch. Mit den Ehrenamtlichen leiste die Stadt damit eine soziale Betreuung, die deutlich über die Pflichtaufgabe hinausgehe, sagt Muttach: »Da uns die Wahrnehmung der Anliegen der Schwächsten in unserer Stadt besonders wichtig ist, leisten wir aber diese zusätzliche freiwillige Arbeit mit großer innerer Überzeugung.«

Das Obdachlosenheim in der Oberen Bergstraße wurde mit der katholischen Kirchengemeinde vor wenigen Jahren mit einem sechsstelligen Investitionsbedarf baulich deutlich verbessert. Dessen Zukunft ist nicht infrage gestellt, versichert das Stadtoberhaupt.

Hintergrund

Was die Caritas plant

Der Caritasverband Acher-Renchtal übernimmt den Sozialdienst für die Obdachlosenunterkunft in der Oberen Bergstraße zum 1. September mit einem Teildeputat, »da auch wir die Stellen in Verbindung mit der Betreuung der Arche ausschreiben werden« erklärt Carmelo Scalisi vom Caritasverband Acher-Renchtal. 
Laut Scalisi soll der Sozialdienst für die Unterkunft nicht rund um die Uhr erreichbar sein, vielmehr würden Präsenzzeiten im Haus eingerichtet. Die Mitarbeiter könnten dann im Büro aufgesucht werden oder hätten Zeit, die Bewohner aufzusuchen. Notfallnummern seien im Haus zugänglich. Weitere Details werden laut Scalisi in Zusammenarbeit mit ehrenamtlichen Helfern und den zuständigen Mitarbeitern der Stadt noch besprochen.hei

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