Strukturdebatte ums Krankenhaus

CDU-Abgeordneter übt in Oberkirch Selbstkritik

Autor: 
Patric König
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11. Januar 2018

Im Kampf um den langfristigen Erhalt des Oberkircher Krankenhauses erhielt die Stadt am Mittwoch Schützenhilfe aus Stuttgart. CDU-Abgeordneter Bernhard Lasotta lobte das Vorhaben der Kreisräte und kritisierte zugleich Parlamentskollegen. 

Mit Krankenhäusern kennt sich Bernhard Lasotta aus: Der CDU-Abgeordnete arbeitet halbtags noch immer als Anästhesist. In der Strukturdebatte ums Ortenau Klinikum rät der Arzt dazu, spezialisierte Zentren einzurichten und sie mit Portaleinrichtungen zu ergänzen, die in Zusammenarbeit mit den Kliniken oder niedergelassenen Ärzten die Peripherie abdecken und gute Notarztstandorte zu wählen. Ein ähnliches Modell hatte zuvor CDU-Kreisrat Ulrich Freund vorgestellt. 

Kreisräte und Landtagsabgeordnete: Zentren alleine reichen nicht aus

Die Sorge um den Erhalt der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum hatte nicht nur OB Matthias Braun angesprochen. Auch der stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins des Ortenau Klinikums Oberkirch, Franz Müller, warb eindringlich für den Erhalt des Oberkircher Krankenhauses. Dass die Chirurgie dort nur noch wochentags von 8 bis 16 Uhr besetzt ist, ärgerte Müller besonders. Er forderte hier ein Umdenken.

Oberkirchs OB: Untragbare Zustände in großen Kliniken

OB Matthias Braun hatte zuvor die gewollte Ökonomisierung der Gesundheitsversorgung kritisiert. Sie zwinge Träger wie das Ortenau Klinikum mit seinen neun Standorten in die Knie. Die Situation in den großen Kliniken sei untragbar, dort müssten die Patienten zum Teil vier Stunden lang warten. »Wir brauchen um die Zentren herum genügend Ablaufstellen, um die medizinische Versorgung in der Peripherie gut abzudecken.«
Der Eigenbetrieb Ortenau Klinikum hatte im Jahr 2015 ein Defizit von neun Millionen Euro erwirtschaftet. Braun forderte in diesem Zusammenhang, die Vergütungen der Leistungen der Krankenhäuser bundesweit anzugleichen. »Mit dem Landesbasisfallwert von Rheinland-Pfalz müssten wir uns keine Sorgen machen.«

"Sie haben zu wenig gemacht"

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Das System, das in Berlin beschlossen worden sei und den Abbau von Überkapazitäten zum Ziel gehabt habe, passe nicht für Baden-Württemberg, antwortete Lasotta. Die Kommunen seien die »Gelackmeierten«. 
Der CDU-Abgeordnete übte in diesem Zusammenhang  Kritik an den Berliner Parlamentariern: »Baden-Württembergs Interessen sind in den letzten acht Jahren nicht zum Zuge gekommen. Unsere Abgeordneten haben zu wenig gemacht.«  

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