Achern - Fautenbach

Das Fautenbacher Rückhaltebecken hat sich bewährt

Michael Karle
Lesezeit 3 Minuten
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01. Dezember 2023
Die Brücke in der oberen Weststraße während des Hochwassers im Jahr 2013.

Die Brücke in der oberen Weststraße während des Hochwassers im Jahr 2013. ©Manuel Glaser

Im Ortschaftsrat wurde Bilanz gezogen. Nicht erfreut ist man darüber, dass Menschen Pflanzen aus dem Damm graben.

Spätestens seit dem Hochwasser 2013, das sich noch vor der Einweihung des komplett sanierten Regenrückhaltebeckens oberhalb der Ortschaft ereignete, wird der Umgang mit Hochwassersituationen in Fautenbach mit höchstem Interesse betrachtet. Seinerzeit hatte man aus dem vollen Becken bis zu 4,4 Kubikmeter Wasser pro Sekunden abgelassen. Offenkundig war das zu viel. In der West- und Lindenstraße kam es zu Überflutungen und Schäden, die die Wogen in der Bevölkerung hochschlagen ließen. 2019 hatte man zur offiziellen Probe 160.000 Liter Wasser eingestaut. Das Becken hat damit seine Bewährungsprobe bestanden, so der offizielle Bericht.

Mittlere Belastung

Ortsvorsteher Rainer Ganter hatte nun Arnold Lamm und Rudolf Schindler in den Ortschaftsrat eingeladen. Anlass waren routinemäßige Pflegearbeiten nach einer kleineren Einstaumaßnahme. „Wir hatten jetzt bis zu 35.000 Kubikmeter im Becken und einen Pegel von 158,30 Meter über Meeresspiegel“, so Lamm.

Die Drucksensoren und das Notstromaggregat sowie die Regelung hätten einwandfrei funktioniert. Bis zu zwei Kubikmeter Wasser habe man in der Sekunde abgelassen. Mit dieser mittleren Belastung sei das Bauwerk gut zurechtgekommen, fasste Rudolf Schindler zusammen.

Zu bemängeln war, dass es offenkundig Menschen gibt, die per Spaten Pflanzen aus dem Damm graben. „Das darf wegen der Sicherheit des Damms natürlich gar nicht sein“, erklärte Arnold Lamm. Beide Stauwärter verwiesen auf die hervorragende Leitung des Bauwerks durch Ralf Volz und Thomas Eckstein vom Fachgebiet Tiefbau, Umwelt und Technik der Stadt. „Per Bildschirm haben sie das Bauwerk und dessen Technik jederzeit im Blick.“

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Nach der durch europäisches Recht verhinderten Weiterentwicklung des Baugebiets Kirchbühnd nach dem § 13 B des Baugesetzbuchs wird man nun einen neuen, artenschutzrechtlichen Fachbeitrag sowie einen Umweltbericht erstellen lassen. Der Umweltbericht war nach dem alten Verfahren nicht gefordert worden, der bisherige artenschutzrechtliche Fachbeitrag war in der vor fünf Jahren erstellten Form nicht mehr rechtssicher zu verwenden.

Zur weiteren Verzögerung und einer neuerlichen Verteuerung kommt nun noch, dass die beauftragte Firma nicht zusagen kann, wann sie startet. „Sie haben einfach sehr viel Arbeit“, erläuterte der Ortsvorsteher.

Vermutlich werde nach dem neuen Verfahren auch nicht mehr die Pflicht der Privatbesitzer zur relativ unmittelbaren Bebauung folgen, vermutete Pius Weber.

Wie im Bühli

Gleichwohl stimmten alle Räte der Vergabe für Umweltbericht und artenschutzrechtlichen Beitrag an ein Unternehmen aus Karlsruhe zu. Rainer Ganter sprach von mittlerweile „bühlihaften“ Zügen des Kirchbühnds. Das Baugebiet Bühli in Mösbach war 13 Jahre „unterwegs“. Für Kirchbühnd 2 war 2015 eine erste Machbarkeitsstudie fertiggestellt worden. Wie lange nun die neue Etappe dauert, wollte keiner voraussagen.

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