Oppenau

Das Krimi-Dinner der Freien Bühne mundet

Autor: 
Bernhard Huber
Lesezeit 4 Minuten
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24. April 2020

Aufführung im Jahre 2004 „Die Hexe vom Haldenhof“: Die junge und hilfsbereite Hebamme Eva (Daniela Braun), zweite Frau des Haldenhofbauers Jörg und im Tal zugezogen, wird angeschwärzt und schuldig gesprochen. ©Bernhard Huber

Freie Bühne Oppenau sagt Freilichtaufführungen in Allerheiligen für 2020 ab. Zwei Termine für Indoor-Theater im Spätjahr sind reserviert. Gelungene Premiere für ein neues Theater-Konzept.

„Die Hexe vom Haldenhof“, das Theaterstück von Roland Rosenberger erzählt ein  Kapitel der Oppenauer Stadtgeschichte. Im Jubiläumsjahr wollte die Freie Bühne Oppenau diesen Klassiker auf der Freilichtbühne in Allerheiligen im Juli erneut zeigen.  Daraus wird wegen des Versammlungsverbots in der Corona-Krise nichts.   

In einer Telefonkonferenz hat die Vorstandschaft der Freien Bühne beschlossen,  die Aufführungen in Allerheiligen abzusagen. „Zwar ist es noch möglich, dass die  Beschränkungen bis zu den bisher geplanten Aufführungsterminen in Allerheiligen  aufgehoben sind, jedoch fehlt uns die dringend benötigte Vorbereitungszeit, die  wir für einen reibungslosen Ablauf  benötigen“, bringt Vorstand Roland Rosenberger zum Ausdruck. Die Absage habe  man schweren Herzens vorgenommen.   

„Die Hexe vom Haldenhof“ wurde 2004 in Allerheiligen uraufgeführt und gespielt,  es wurde zum bisher erfolgreichsten Stück in der 20-jährigen Geschichte der  Freien Bühne. Rosenberger hat das Stück 2019 überarbeitet, die Rollen wären überwiegend neu besetzt gewesen. „Wir brauchen  eine gewisse Vorlaufzeit, die Proben wären jetzt schon voll im Gange und die  gehen halt nur gemeinsam, das Schneidern der Kostüme, der Kulissenbau, alles ist  im Moment nicht möglich“, veranschaulicht Rosenberger.   

„Die Arbeit der Freien Bühne  Oppenau ist eine  gute Bereicherung der örtlichen Kultur“, adressierte ein Fan  per Mail an die Freie Bühne, nachdem die Absage mündlich bekannt wurde. Ob „Die Hexe vom Haldenhof“ 2021 auf dem Spielplan in  Allerheiligen kommt? Das können sich die Theatermacher vorstellen.   Die Freie Bühne hat im Spätjahr 2020 zwei Termine in der Günter-Bimmerle-Halle  reserviert. „Eventuell spielen wir Indoor-Theater“, ist zu  hören. 

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Eines versprechen die Verantwortlichen auf jeden Fall: „Die ausgegebenen Gutscheine und  Mitglieder-Karten verlieren ihre Gültigkeit nicht, diese können im Folgejahr  eingelöst werden.“ Abgesagt wurde bereits der dreitägige Mittelalter-Markt im Städtle. Rosenberger hatte die Idee als Mitglied des Arbeitskreises „Stadtjubiläum“ eingebracht. 

„Vieles wurde schon Anfang des Jahres vorbereitet und eingekauft“,  berichtet Beatrix Rosenberger, Schriftführerin der Freien Bühne. „Nicht wenige  Oppenauer haben sich gemeldet um uns in dieser  Mittelalter-Darstellung zu unterstützen und mitzumachen.“ Das gelte sicher auch, wenn der Mittelalter-Markt 2021 nachgeholt werde.   

Fall in Kantine gelöst

Übrigens begann dieses Jahr früh für die Freie Bühne. Bereits Anfang März  startete im CJD Offenburg (Christliches Jugendwerk Deutschland) das erste Event  – eine Premiere. Manfred Huber,  mehrfach in Allerheiligen schon in Hauptrollen zu bewundern, ist im CJD  Offenburg Ausbilder für Köche. Er und seine Arbeitskollegen kamen auf die Idee,  den Gästekreis der CJD-Kantine in einem abendlichen  „Krimidinner“ zu bewirten. Die Oppenauer Theaterleute fanden das famos. Doch  woher das Krimistück nehmen? Zukaufen wollte man eigentlich nicht. So steckten  alle ihre Köpfe zusammen und sammelten im „Brainstorming“ die tollsten  Inhaltsvorschläge. Roland Rosenberger sortierte die Dinge und verfasste  schließlich ein spannendes Drehbuch. Einige Proben im Löcherberger Schulhaus und vor Ort in  Offenburg, das Krimidinner konnte starten. Manfred Huber und seine Küchen-Crew servierten ein „mörderisches“ Mehrgänge-Menü:  „Tödlich langsam gebeizter Lachs“, „blutrote Beete Suppe mit eindeutigen Spuren  von Meerrettich“, „verdächtig zarter Kalbsrücken mit zweifelhafter Pilzduxelles  gefüllt, aufgefunden in der Nähe von giftgrünen Wirsing und abgestochenen  Pommes-Dauphines“, „vor Angst zerfließendes Schokotörtchen“.   

Die Schauspieler agierten in der „Vorstellung“ immer einzeln an den  Tischen der Gäste, die  sich ebenfalls einbringen mussten. „Das war äußerst spannend“, bekennt Beatrix Rosenberger. Der „Kriminalfall“ konnte gemeinsam gelöst werden. Der Abend wurde zu einem tollen Erfolg,. „Ein solches Event ist für uns auch an  anderen Örtlichkeiten vorstellbar, vorrangig in der dafür geeigneten  Gastronomie“, meint Beatrix Rosenberger. 

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