Innen und außen saniert

Das Pfarrhaus in Sasbach ist wieder in Schuss

Autor: 
Roland Spether
Lesezeit 3 Minuten
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07. April 2021
Das Pfarrhaus aus dem Jahre 1787 wurde innen und außen zu einem Schmuckstück, künftig ist hier zentral die Verwaltung der Seelsorgeeinheit Lauf-Sasbachtal untergebracht.

Das Pfarrhaus aus dem Jahre 1787 wurde innen und außen zu einem Schmuckstück, künftig ist hier zentral die Verwaltung der Seelsorgeeinheit Lauf-Sasbachtal untergebracht. ©Roland Spether

Das historische, denkmalgeschützte Schmuckstück in Sasbach aus dem Jahr 1787 wurde innen und außen saniert. Dort ist die gesamte Verwaltung der Seelsorgeeinheit Lauf-Sasbachtal untergebracht.

Das historisch bedeutsame Sasbacher Pfarrhaus aus dem Jahr 1787 wurde zu einem Schmuckstück. Der zweite Abschnitt der umfangrechen Sanierung- und Modernisierung ist beendet und Seelsorger, pastorale Mitarbeiter und Pfarrsekretärinnen der Seelsorgeeinheit Lauf-Sasbachtal sind nun unter einem Dach. Damit hat die Erzdiözese Freiburg ein deutliches Zeichen gesetzt und mit Blick in die Zukunft die Frage beantwortet, die alle Sasbacher und besonders die Gemeindemitglieder der seit 750 bestehenden „Mutterpfarrei“ St. Brigitta schon lange stellten: „Was wird aus dem Pfarrhaus?“ Das sehr schön restaurierte und denkmalgeschützte Pfarrhaus ist künftig der zentrale Sitz der Seelsorgeeinheit und der Ort, an dem Verwaltung, Pastoral und Leitung ihre Büros haben und für die Gruppen und Mitglieder der Pfarreien Lauf, Obersasbach, Sasbach, Sasbachried und Sasbachwalden bereit stehen, so Pfarrer Jens Bader.
„Bisher waren alle Verwaltungsaufgaben dezentral in den Pfarrhäusern der Seelsorgeeinheit, jetzt sind diese wie andernorts zentral an einem Ort“. Dies ermögliche ein besseres, effektiveres und konzentrierteres Arbeiten und Zusammenarbeiten, Prozesse könnten besser besprochen und umgesetzt werden und jeder Mitarbeiter erhalte einen eigenen Arbeitsplatz. Neben dem Büro von Pfarrer Jens Bader wurde ein Raum eingerichtet, der für den Leiter der Seelsorgeeinheit und vor allem für die Pfarrei St. Brigitta sehr wichtig ist, die um 750 von iro-schottischen Mönchen gegründet wurde und die älteste christliche Gemeinde der Region ist. In dem Raum wird das Archiv untergebracht und Jens Bader kam ins Schwärmen, als er von einem alten Messbuch aus dem Jahre 1530 berichtet, von Briefen des Straßburger Kardinal Rohan, den Predigten von Pfarrer Franz Xaver Lender oder einer Päpstlichen Bulle sprach.

Der laufende Betrieb im Pfarrbüro sowie der Bereich für Besucher blieb wie bisher gleich neben dem Eingang angesiedelt, auf der gegenüber liegenden Seite befindet sich weiterhin der Pfarrsaal, so Bader, der sich sehr erfreut und dankbar für die jetzt abgeschlossene Innensanierung zeigte. Die Bauleitung hatte Martin Huber, Gebäudebeauftragter der Kirchlichen Verrechnungsstelle, der aktuell von rein baulichen Kosten in Höhe von 85 000 Euro ausgeht. Die vorhandenen Räume wurden im Prinzip so belassen, es gab Maler-, Boden- und Deckenarbeiten, neue Elektrokabel wurden verlegt und eine Netzwerk-Verkabelung für das digitale Arbeiten vorgenommen. Es ging im Innenbereich um eine reine Renovierung, denn die Räume wurden in ihrer Struktur belassen, so Martin Huber.

Zuschüsse erhalten

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Die sehr aufwendige Sanierung des Außenbereichs begann im September 2019. Die Kosten hierfür beliefen sich auf 551 000 Euro und damit über 70 000 Euro weniger als geplant. Durch Zuschüsse konnten 50 Prozent der Gesamtkosten gedeckt werden. „Was erneuert werden muss, wird erneuert“, so Jens Bader 2019, wobei zuerst durch die Zimmerei Ernst die Ziegeleindeckung komplett erneuert und aufgrund der Denkmalschutz-Vorgaben mit doppelter Biberschwanz-Eindeckung versehen wurde. Weitere Arbeiten bezogen sich auf die Fassade, den Brandschutz und die Haustechnik, nicht zuletzt auf das Gebälk im dreigeschossen Dachgeschoss.

Es wurde alles aus baulichen und sicherheitstechnischen Gründen auf Vordermann gebracht, ein Dachboden wurde eingezogen und alte, mit Kalkfarbe gestrichene Balken blieben erhielten. Dies war Jens Bader als „Lenderdorf-Pfarrer“ sehr wichtig, denn die Balken zeugen aus jener Zeit, als Lender 1875 im Pfarrhaus seine Heimschule Lender gründete und auf dem Dachboden die ersten Knaben und Lateinschüler schliefen.

Hintergrund

Das barocke Pfarrhaus

Der letzte Abt des Klosters Schuttern, Placidus Bacheberle (1786 – 1803) ließ das barocke Pfarrhaus 1787 erbauen, denn Sasbach gehörte damals zu der bedeutenden Reichsabtei Schuttern (heute ältester Ortsteil der Gemeinde Friesenheim) und wurde bis zur Säkularisation 1806 von den dortigen Benediktinern seelsorgerlich betreut.
Das ganze Areal bestand aus einem Gebäudekomplex, der von der Friedhofstraße bis zur Hauptstraße reichte. Er war umgeben von einer Mauer und dahinter waren das Pfarrhaus, die Zehntscheuer, Ökonomiegebäude, Viehställe und Fruchtscheune angesiedelt. Reste der Mauer sind an der Friedhofstraße noch erhalten. Pfarrer Franz Xaver Lender übernahm 1872 die Pfarrei, nahm 1875 erste Knaben auf und baute die Zehntscheuer zum ersten Schülerheim um, im Volksmund „Mausol“ genannt. Dies war die Keimzelle der späteren Lenderschen Lehranstalt. 1961 wurden im Zuge der Neugestaltung des Pfarrhofes die Nebengebäude und die Mauern abgebrochen. Das historische Pfarrhaus wurde restauriert. Über dem Haupteingang in rotem Sandstein gehauen ist eine Kopie des Wappens von Abt Placidus Bacheberle zu sehen. Das Originalwappen befindet sich in der über 500 Jahre alten Michael-Kapelle auf dem Friedhof.

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