Protestaktion am Samstag

Demonstration in Achern gegen Masken- und Testpflicht - prev

Autor: 
Michaela Gabriel
Lesezeit 3 Minuten
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12. Mai 2021
Nach einer Versammlung auf der Wiese beim Abenteuerspielplatz zogen die Gegner von Masken- und Testpflicht an Schulen durch die Acherner Hauptstraße.

Nach einer Versammlung auf der Wiese beim Abenteuerspielplatz zogen die Gegner von Masken- und Testpflicht an Schulen durch die Acherner Hauptstraße. ©Michaela Gabriel

„Corona-Politik nicht auf Kosten unserer Kinder” war die Botschaft einer Versammlung mit etwa 120 Teilnehmern am Samstagmittag in Achern. Sie trafen sich auf beim Abenteuerspielplatz am Stadtgarten zu einer eineinhalbstündigen Kundgebung und zogen dann über den Adlerplatz und die Hauptstraße bis zur Josef-Hund-Straße. Nur wenige Passanten hörten ihre Rufe „Keine Maskenpflicht, keine Testpflicht, keine Impfpflicht!” Zu lesen waren Schilder mit „Kinderlachen statt Maskenfolter” und „Freies Denken braucht Sauerstoff”.

Verkehr umgeleitet

Eine Frau stellte sich an den Straßenrand und applaudierte den Vorbeiziehenden. Ein unbeteiligter Mann schüttelte den Kopf. Polizisten sicherten den als Aufzug bezeichneten Protest ab. Mitarbeiter des städtischen Bauhofs hatten Absperrmaterial bereit gestellt, damit der Verkehr umgeleitet werden konnte. Der Leiter des städtischen Ordnungsamtes beobachtete das Geschehen. Die für den Protestzug angeordnete Maskenpflicht wurde von einigen nur halbherzig umgesetzt.

Angemeldet wurde die Versammlung von Selina Lauber aus Achern. Sie begrüßte die Menschen und bat darum, Abstand zu halten. „Kinder sind unsere Zukunft und keine Versuchskaninchen”, ist ihr als Botschaft wichtig. Stephan Roth vertrat die These, dass derzeit eine Entmenschlichung stattfinde und er stellte in Frage, ob es „diese Pandemie überhaupt gibt?”

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„Sofortiger Stopp des Lockdown”, wurde von Teilnehmern auf Schildern gefordert und „Finger weg von unseren Kindern”. Sich zu schützen, das müsse freiwillig geschehen, sagte Carmen Bernhard aus Zell-Weierbach, und: „Das Leben will gelebt werden und zum Leben gehören Risiken.”

Aktuell werde Solidarität erzwungen, bemängelte Klaus Harsch aus Rastatt. Wechselunterricht an den Schulen erschwere die Arbeit in seiner Kanzlei, wo mehrere Frauen tätig seien. „Das kriegst du nicht organisiert”, klagte er. Er verlange eine Differenzierung: Strenge Maßnahmen dürften nur dort gelten, wo es auch wirklich viele Infektionen gebe. Dass die Sterblichkeit steige, liege daran, dass die Menschen immer älter würden: „Es ist nicht zu verhindern, dass gestorben wird.”

„Regierung muss weg“

Zwischen den Zuhörern bewegte sich eine Frau in weißer Jacke mit der Aufschrift „Querdenken 711 Crew” und sprach einzelne Teilnehmer an. Ein Demonstrant forderte: „Die Regierung muss weg”. Ein vom Dienst freigestellter Lehrer aus dem Landkreis Emmendingen behauptete, Kinder würden erstickt. Es sei zu befürchten, dass in den Schulen auch noch geimpft werde. Als Lösung schlug er vor, die Kinder zu Hause zu unterrichten.

Stichwort

Weiße Rose

In vielen Städten wurden am Wochenende weiße Rosen vor Gerichtsgebäuden abgelegt. Der 100. Geburtstag von Sophie Scholl, die von den Nationalsozialisten für ihre Mitgliedschaft in der Widerstandsgruppe „Weiße Rose” 1943 ermordet wurde, ist aber erst am 9. Mai.
Die weißen Rosen, die am 1. Mai auftauchten, wurden von Corona-Gegnern benutzt, um ein Zeichen zu setzen. Sie solidarisierten sich mit einem Weimarer Familienrichter, der Maskenpflicht, Abstandsregeln und die Corona-Testpflicht an zwei Weimarer Schulen aufgehoben hatte. Eine Frau verteilte in Achern weiße Rosen und forderte die Teilnehmer der Demo dazu auf, diese vor dem Amtsgericht abzulegen.

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