Geschwindigkeitsmessung

Blitzermarathon in Erlach: Den Rasern drohen jetzt Strafen

Autor: 
Peter Meier
Lesezeit 3 Minuten
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12. September 2019

In Erlachs Tempo-30-Zone wird nach wie vor zu schnell gefahren. ©Archiv

Zumindest zweimal jährlich werden an den Ortseingängen Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt, über die Ortsvorsteher Herbert König den Ortschaftsrat dann jeweils informiert. In der Sitzung am Dienstagabend zeigte sich bei der Auswertung, dass nach wie vor zu schnell gefahren wird– vereinzelt waren im Tempo-30-Bereich Geschwindigkeiten von über 80 km/h zu verzeichnen. 

Die Messungen mit der Anzeigetafel, deren Gesicht je nach Tempo mal freundlich lächelt, aber auch grimmig blickt, hat für die betreffenden Fahrer keine spürbaren Folgen. 

Radargerät »Egon«

Anders sieht es aus, wenn die Polizei oder das Rechts- und Ordnungsamt der Stadt Oberkirch mit dem Radargerät »Egon« unterwegs ist. Diese Kontrollen werden aufgrund der Ergebnisse der Überschreitungen künftig eher verstärkt, so Königs Einschätzung. Eine Messung der Polizei fand im Tempo-30-Bereich in der Renchener Straße statt. Bei 304 Fahrzeugen in Richtung Renchen gab es 56 Beanstandungen, 18 Prozent waren zu schnell unterwegs, das schnellste mit 56 km/h. Richtung Ortsmitte waren 22 von 69 Fahrzeugen zu schnell, das sind fast 32 Prozent. Der Spitzenreiter brachte es auf 78 km/h und »kassierte« neben einem saftigen Bußgeld ein Fahrverbot von einem Monat.

Die Messungen mit dem »Smiley«-Gerät fanden vom 18. bis 24. August statt. In der Erlacher Straße wurden aus Richtung Ulm in diesem Zeitraum 13 589 Fahrzeuge registriert, das waren im Schnitt 2273 am Tag. Diese hohe Zahl ergab sich daraus, dass in dieser Zeit die Ortsdurchfahrt Stadelhofen gesperrt war und eine Umleitung durch Erlach erfolgte. 

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Von den Fahrzeugen waren im Tempo-30-Bereich über 50 Prozent schneller als mit Tempo 40 unterwegs, rund 80 Prozent hatten mehr als die erlaubten 30 km/h auf dem Tacho. Der höchste Messwerte zeigte 81 km/h. In der Gegenrichtung ortsauswärts wurde zum Teil ebenfalls gerast. Hier überschritten 15 Prozent der durchschnittlich 1700 Fahrzeuge die Geschwindigkeit von 40 km/h, die Spitze lag bei 75 km/h – und das vormittags um 10 Uhr. 

Wenig erfreulich waren auch die Werte, die der Ortsvorsteher für die Renchener Straße in Richtung Kindergarten bekanntzugeben hatte. Hier wurden  im Schnitt 1358 Fahrzeuge gemessen, von ihnen hielten gut 36 Prozent nicht einmal Tempo 40 ein. Einzelne Verkehrsteilnehmer waren mit 73 km/h unterwegs. In der Gegenrichtung wurde nur wenig langsamer gefahren. Von den 1276 Fahrzeugen waren 14 Prozent schneller als Tempo 40, die Höchstgeschwindigkeit lag bei 73 km/h – und das nachmittags um 16 Uhr.

23 Prozent schneller als 40 km/h

In der Zusenhofener Straße sind 30 km/h zulässig. Ortsauswärts Richtung Zusenhofen waren von durchschnittlich 1585 Fahrzeugen 23 Prozent schneller als 40 km/h, die Höchstgeschwindigkeit lag hier bei 75 km/h. Richtung Ortsmitte wurden 3320 Fahrzeuge gezählt, 64 Prozent von ihnen waren zu schnell. Hier brachte es ein Fahrzeug früh morgens um 5 Uhr auf 105 km/h. »Aufgrund dieser Zahlen werden wohl auf künftig vermehrt Messungen durch die Polizei und das Ordnungsamt durchgeführt«, so die Einschätzug des Ortsvorstehers.

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