Achern

Der Herr über 300 Käsesorten

Anja Droll
Lesezeit 3 Minuten
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07. September 2013

Für Michael Wühle dreht sich nicht nur während der Arbeitszeit alles um Käse. Auch in seiner Freizeit lässt ihn seine Leidenschaft nicht los. ©Anna Droll

Michael Wühle erinnert sich noch  an seinen ersten Besuch im Acherner Scheck-In Center: »Ich war damals schon überwältigt von der Größe.« Dass er dort später Leiter der Käsetheke werden würde, das hätte der gebürtige Acherner damals noch nicht gedacht.

Dass es ein Beruf im Verkauf sein sollte, bei dem er mit Menschen in Kontakt käme, das wusste aber Michael Wühle schon früh. Und so erreichte eine seiner Bewerbungen das Büro des Scheck-In Centers, wo 2001 seine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann begann.
Seine Reise durch die verschiedenen Bereiche des Ladens endete allerdings vorzeitig:  Bereits im zweiten Lehrjahr zeigte sich sein Händchen für den Umgang mit der Käsetheke. Ab 2004 noch unter der Leitung seines erfahrenen Kollegen, ab 2010 dann in Eigenregie: Den Spaß am Käse hat der Kappelrodecker nie verloren.
Der Umgang mit den 300 Käse­sorten, die seine Theke bereichern, will jedoch gelernt sein. Um das Überblicken der großen Vielfalt einfacher zu gestalten, hat jeder Käse seinen angestammten Platz. So wird es für Mitarbeiter und Kunden einfacher, ihre Wahl zu treffen.
Bewusstsein schärfen
Und sollte sich die Kunden doch einmal unsicher sein, so steht ihnen das Team um Michael Wühle mit Rat und Tat zur Seite. Dabei versucht der Kappelrodecker ab und an, das Bewusstsein der Käufer für hochwertigen Käse zu schärfen. Besonders, seit er in seiner Zusatz-Ausbildung zum Käsesommelier unter anderem eine kleine Käserei im Allgäu besuchte, in der er in natura mit ansehen konnte, wie beispielsweise Heumilchkäse hergestellt wird. »Man kann sich viele Informationen aus Flyern oder Prospekten erarbeiten, aber wenn man das Ganze direkt vor Augen hat, bekommt man noch einen ganz anderen Bezug dazu«, erzählt er.
»Möchten Sie probieren?«
Kenne man den Aufwand, der für handgefertigte Produkte betrieben wird,  so sei es hinterher auch einfacher, die preislichen Unterschiede zwischen einzelnen Sorten nachzuvollziehen – und sie auch dem Kunden nahezubringen. »Wenn sich jemand zwischen zwei Käsen entscheiden muss und zum Beispiel wegen des Preises zögert, dann ist meine erste Frage immer: ›Möchten Sie mal probieren?‹«, erklärt Käsesommelier Wühle. »Meistens muss man mehr gar nicht dazu sagen. Oft schmeckt man es ganz einfach schon.«
Den Verbraucher über die qualitativen Unterschiede zwischen den Käsesorten zu informieren gehöre dazu – genauso wichtig sei es allerdings, neben seinem Lieblingskäse, einem gut gereiften Schweizer Gruyère, auch einen einfachen Gouda oder Emmentaler vorrätig zu haben. Und vielleicht auch einen Tipp, mit was der Käse gut kombinierbar wäre – und den bringt der Leiter meist selbst mit ins Geschäft.
Kleine Experimente
Denn wo andere abends die Arbeit hinter sich lassen und sich auf ihre Freizeit freuen, macht Familienvater Wühle noch nicht Schluss. Er probiert verschiedene Käse und experimentiert gerne mit einem Senf, mal mit einem starken Bier oder einem guten Wein. Und wenn er sich nicht gerade um seine kleine Familie kümmert, nimmt er auch gerne ein Buch über Käse in die Hand oder macht sich im Internet  über neue Produkte schlau. »Für mich ist es fast schon normal geworden, so zu arbeiten wie ich arbeite«, sagt er. »Das ist irgendwie zu einem  Hobby ­geworden.«

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