Oppenau / Offenburg

Der Schwarzwald prägte Installationskünstler Tim Otto Roth

red/pak
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22. Mai 2016

»XX oder der Mummelsee in der Pfanne« hat der Oppenauer Tim Otto Roth seine Ausstellung in Offenburg genannt. ©Ulrich Marx

Den »Mummelsee in der Pfanne« gebannt hat Medienkünstler Tim Otto Roth bei seiner Ausstellung in der Städtischen Galerie in Offenburg. Dort geht der Oppenauer der Frage nach, wie Kunst die Wahrnehmung verändert - unter anderem am Beispiel der Windenergie. 
 

Dass er im Schwarzwald aufgewachsen ist, gesteht der Oppenauer Künstler Tim Otto Roth, hat seine Wahrnehmung nachhaltig geprägt. Jedes Tal ist anders, hinter jeder Bergkuppe kann die Landschaft völlig anders sein. Das schärft nicht nur die Wahrnehmung, sondern sensibilisiert auch für die künstlerische Gestaltung von Räumen. Das stellt der international angesehene Künstler in der Ausstellung »XX oder der Mummelsee in der Pfanne«, die noch bis zum 29. Mai in der Städtischen Galerie  Offenburg zu sehen ist, unter Beweis. 

Von dadaistischem Nonsens keine Spur

Der »Mummelsee in der Pfanne«, so erfährt der Besucher, ist ein Zitat. Kurz nach Ende des Ersten Weltkriegs waren Lucian H. Neitzel und Hans Arp in der Region unterwegs und schickten aus Ober­achern eine Nonsens-Postkarte an einen Bekannten in Paris. Tim Otto Roth präsentiert in den Räumen der Städtischen Galerie allerdings keinen dadaistischen Nonsens. 
Der erste Blick in die Ausstellung verwundert den Besucher dennoch. Er stößt dort auf einen Kaplanflügel, Teil einer Wasserturbine, welche die Firma Wiegert und Bähr aus Renchen herstellt. Die geschwungene Form, der Glanz des sonst unsichtbaren technischen Geräts lässt den Besucher zweifeln: Ist das nicht doch Kunst? Auch das im Hintergrund sich drehende Windradmodell fasziniert durch seine geschwungenen Formen. 
Energieerzeugung ist auch in den anderen Ausstellungsstücken dieses Raums präsent: Die Gemälde und Abbildungen von Wind- und Wassermühlen, darunter Zeichnungen von Heinz Schultz-Körnig und Tomi Ungerer, aber auch Leihgaben von Ortenauern, so Bilder des Sammlers Leopold Börsig aus Oppenau-Löcherberg, geben einen Einblick in die Vielfalt der Mühlendarstellungen. 

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Tim Otto Roth verzichtet auf romantische Verklärung der Schwarzwaldmühle
Dabei ist es Tim Otto Roth wichtig, der romantischen Verklärung des Schwarwaldsignets den Hinweis auf die technische Innovation der frühen Wassermühlen entgegenzuhalten. Damit lässt dieser Raum den Besucher seinen Alltag und vielleicht auch die Diskussion um die Windmühlen im Schwarzwald neu sehen. Roth geht der Frage nach, wie Kunst die Wahrnehmung verändert.

Wasserorgel als Licht- und Klangkunstwerk
 Am Ende der Ausstellung tönen dem Besucher Klänge entgegen, die man mit dem Kirchenraum assoziiert. Mit der Wasserorgel »aura calculata« hat Tim Otto Roth nicht nur ein Licht- und Klangkunstwerk entwickelt, die transparente Plexiglasskulptur lässt zugleich die technische Präzision erahnen, die das neuartige Kunsterlebnis erst möglich macht. In der Mitte der aus 18 transparenten Pfeifen bestehenden Installation befindet sich ein Wasserbehälter. Aus diesem werden die von den Orgelbauern Jäger und Brommer aus Waldkirch mitentwickelten Pfeifen gespeist. Der Wasserstand in den Pfeifenkörpern bestimmt deren Tonhöhe. Zu- und Ablauf des Wassers, wie auch die Windströme werden reguliert, so dass ein sich ständig verändernder Klangteppich die Besucher umgibt. 

Schattenwelt der heimischen Flora ausgeleuchtet

In der Ausstellung entführt Roth weiter in die Schattenwelt der heimischen Flora und bringt das Glimmen eines selbst leuchtenden  Pilzes auf Fotopapier in  psychedelischen  Farben zur Geltung. 

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