Veranstaltung in Ortsmitte

Die Basis für Menschenrechte: VdK Renchen würdigt das Grundgesetz

Peter Meier
Lesezeit 3 Minuten
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25. Mai 2024
Der Renchener Revolutionschor umrahmte die Feierstunde im Simplicissimushaus (von links): Karl-Ludwig Mörmann, Rolf Winkler, Jutta Steckert, Doris Schlecht, Josef Braun und HeinzSchäfer.

Der Renchener Revolutionschor umrahmte die Feierstunde im Simplicissimushaus (von links): Karl-Ludwig Mörmann, Rolf Winkler, Jutta Steckert, Doris Schlecht, Josef Braun und HeinzSchäfer. ©(c) Peter Bergmann

Das Grundgesetz als Grundlage für Demokratie würdigt das VdK Renchen in einer Feierstunde zu dessen Bestehen seit 75 Jahren. Bürgermeister Siefermann ist dabei. Der Revolutionschor singt.

75 Jahre deutsches Grundgesetz feierte die Ortsgruppe Renchen des Sozialverbands VdK am Donnerstagnachmittag auf dem Rathausplatz. "Am 23. Mai 1949 war die Geburtsstunde der Bundesrepublik Deutschland", sagte Jörg Ewert bei der Begrüßung, an diesem Tag vor 75 Jahren wurde das Grundgesetz vom Parlamentarischen Rat verkündet.

Im überdachten Teil des Marktplatzes hatte die Ortsgruppe einen Info-Stand aufgebaut. Der Dauerregen machte es dann notwendig, zur Feierstunde in die Cafeteria des Simplicissimus-Hauses umzuziehen.

Nach der Eröffnung durch den Renchener Revolutionschor erinnerte VdK-Vorsitzender Jörg Ewert an Artikel 1 des Grundgesetzes: "Die Würde des Menschen ist unantastbar". Der VdK setze sich gerade für Menschenwürde, ebenso für soziale Gerechtigkeit und den Schutz der Menschenrechte ein, betonte er.

Für uns normal

"Demokratie ist sicher nicht selbstverständlich", unterstrich Bürgermeister Bernd Siefermann und erinnerte daran, dass Mitte des 19. Jahrhunderts für demokratische Rechte gekämpft werden musste, die heute für uns normal sind.

Immer wieder sei es den Herrschenden gelungen, demokratische Bestrebungen niederzuschlagen. Und als dann 1919 eine erste demokratische Staatsform auf deutschem Boden gebildet werden konnte, scheiterte sie am nationalsozialistischen Terror. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde im westlichen Teil Deutschlands mit dem Grundgesetz erneut ein demokratischer Staat gebildet.

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Demokratie bedeute aber nicht nur, dass die Menschen Rechte haben, sie ist auch mit Pflichten verbunden. Dazu gehöre es, so Siefermann, sich zu engagieren, den Demokratiegedanken weiterzutragen und durch die Beteiligung an Wahlen die Möglichkeit der Mitgestaltung zu nutzen.

Angesichts der aktuellen Krisen seien viele Menschen verunsichert und richtungslos. Umso wichtiger sei es, auf kommunaler, aber auch auf Länder- und Bundesebene mitzuwirken, sich zu engagieren und auch Verantwortung zu übernehmen, schloss der Bürgermeister.

Heinz Schäfer ging als profunder Kenner der Ortsgeschichte auf das Leben von Amand Goegg und seine Rolle in der Badischen Revolution ein. Er hatte als Finanzminister der Revolutionsregierung bei einer Versammlung in Renchen eine Demokratie und grundlegende Rechte der Menschen gefordert.

Erstes Denkmal

Nach der Flucht vor den preußischen Truppen in die Schweiz und der Rückkehr in seine Heimat erwarb Goegg ein Denkmal, das erschossenen Revolutionären gewidmet war, aber weder in Rastatt noch in Offenburg aufgestellt werden durfte. Er spendete es der Stadt, und entsprechend umgearbeitet fand es 1879 als erstes Grimmelshausen-Denkmal einen Platz neben der Renchener Kirche.

Nach weiteren Liedern des Revolutionschors dankte Kreisrat Alfred Baum auch als Stellvertreter des Landrats den Organisatoren der Feier. Als Kommunalpolitiker habe man es heute angesichts der weit verbreiteten Politikverdrossenheit nicht einfach, betonte er. Es sei schwer, die aktuellen Probleme zu bewältigen. Leider profitieren davon jene, die einfache Lösungen versprechen, die aber nicht umsetzbar sind.

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