Achern / Oberkirch

»Die besten Rotweine, die Baden je erzeugt hat«

Autor: 
Rüdiger Keller
Lesezeit 3 Minuten
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12. Mai 2010
Foto: Rüdiger Keller - Sie freuen sich über einen herausragenden Jahrgang 2009, der jetzt in die Flasche kommt: von links Kellermeister Martin Bäuerle, Geschäftsführer Markus Ell und Qualitätsmanager Frank Männle von der Winzergenossenschaft Oberkirch.

Foto: Rüdiger Keller - Sie freuen sich über einen herausragenden Jahrgang 2009, der jetzt in die Flasche kommt: von links Kellermeister Martin Bäuerle, Geschäftsführer Markus Ell und Qualitätsmanager Frank Männle von der Winzergenossenschaft Oberkirch.

Schöne Aussichten für Freunde des guten Tropfens: Der 2009er ist ein herausragender Weinjahrgang. Weil Wetter und Winzer alles richtig gemacht haben, dürfen sich Liebhaber auf einen außergewöhnlichen Genuss freuen – insbesondere die badischen Rotweine könnten für Furore sorgen.

Oberkirch. Während in den Rebhängen rund um Oberkirch die Weichen für den Jahrgang 2010 gestellt werden, reift der Vorgänger in Fässern und Tanks weiter heran. 2009 war für die Winzergenossenschaft Oberkirch gleich in zweierlei Hinsicht ein besonderes Jahr: Zum einen wurde mit der Inbetriebnahme der neuen Abfüllanlage in den erweiterten Räumen eine 3,5-Millionen-Euro-Investition erfolgreich abgeschlossen, zum anderen wusste man schon nach der Lese, welch aussichtsreiches Traubengut da geerntet wurde. Frank Männle, Qualitätsmanager der WG und bekannt für seine Zurückhaltung in der Verwendung von Superlativen, hat glänzende Augen, wenn er vom Jahrgang 2009 spricht: »Ich gehe davon aus, dass es die besten Rotweine sein werden, die je in Baden erzeugt wurden.«
Gerade weil es der Wettergott im vergangenen Jahr besonders gut mit den Winzern gemeint hat, war es gar nicht einfach, den richtigen Zeitpunkt für die Lese zu finden. Einige hätten gerne noch länger gewartet, um ein noch höheres Mostgewicht zu erzielen, doch die ultimative Aufforderung zum Herbsten von den Experten der WG kam zum richtigen Zeitpunkt, sind Männle und Kellermeister Martin Bäuerle überzeugt. »Wir haben eine Dichte und Struktur, die in den guten Vorjahren nicht erreicht wurde«, schwärmen die beiden von den Ergebnissen: »Elegant, kräftig, fruchtig – aber nicht zu alkohollastig.« Die Balance passe einfach.
Die Lufthansa ist bereits auf den Oberkircher aufmerksam geworden, hat vom 2009er 22 000 Flaschen »Spätburgunder Spätlese trocken« geordert, die im Oktober geliefert werden sollen. Die Hoffnungen sind – trotz schwieriger wirtschaftlicher Gesamtsituation – groß, das Ergebnis von 2008/2009 von rund 10,5 Millionen Euro Umsatz zu halten. »Aktuell liegen wir leicht über den Vorjahreszahlen«, sagt Geschäftsführer Markus Ell.
Gehalten werden soll in diesem Jahr möglichst auch die Güte des 2009er Jahrgangs. Die Qualitätsbestrebungen werden laut Frank Männle deshalb weiter intensiviert (siehe Beitrag unten): »Wir wollen dafür arbeiten, dass wir dem außergewöhnlichen 2009er einen nicht merkbar schlechteren Jahrgang folgen lassen.«

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Hintergrund
WG Oberkirch
Die Winzergenossenschaft Oberkirch ist mit 455 Hektar Ertragsfläche und 584 Mitgliedern die größte in der Ortenau. Im vergangenen Geschäftsjahr wurde der Umsatz auf 10,5 Millionen Euro gesteigert. Fast vier Millionen Flaschen hat die WG dabei vermarktet. Das Unternehmen beschäftigt zurzeit 34 festangestellte Mitarbeiter.

Am Rande
Oberkircher Wein
erobert China
Am Montag geht`s los: Markus Ell, Geschäftsführer der Winzergenossenschaft Oberkirch, hat einen 14-stündigen Flug vor sich. Der WG-Chef fliegt zur Weltausstellung Expo 2010 nach Shanghai. Denn im deutschen Expo-Pavillon wird es ausschließlich Weine der Oberkircher Winzergenossenschaft zu trinken geben. Seine guten Kontakte zu dem Münchener Caterer, der das gesamte Bewirtungsmanagement im 400 Plätze zählenden deutschen Pavillon übernommen hat, verhalfen der WG zu diesem Exklusivauftrag. 14 000 Flaschen hat die Winzergenossenschaft bereits im Februar per Container auf die Reise in den fernen Osten geschickt. Riesling und Spätburgunder sollen den Besuchern munden. Die WG, die sich nicht nur über das Geschäft freut, darf auch auf einen großen Imagegewinn hoffen. Denn insgesamt über 70 Millionen Besucher werden auf der Expo erwartet. Mit im Boot ist auch die Oberkircher Brennerei Fies, die im deutschen Pavillon ihre Brände anbieten wird.

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