Buch von Gabriele Zander

Die Geschichte einer Familie in Fautenbach

Autor: 
Michael Karle
Lesezeit 3 Minuten
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12. August 2020

Gabriele Zander stellt im Buch „Wurzelwerk“ das Leben einer Fautenbacher Familie vom Ersten Weltkrieg bis in die 70er Jahre dar. ©Michael Karle

Gabriele Zander beschreibt in ihrem Buch „Wurzelwerk“ das Leben ihrer Familie vom Ersten Weltkrieg bis hinein in die 70er Jahre. Vieles wurde nicht offen ausgesprochen.

Von der Geschichte ihrer Fautenbacher Familie ist Gabriele Zander schon lange fasziniert. Mit dem Buch „Wurzelwerk“ hat die Autorin in diesem Frühjahr bereits ihr drittes Werk veröffentlicht. 

Gabriele Zander ist in Freiburg geboren, war von Beruf Lehrerin und lebt in St. Johann, auf der Schwäbischen Alb im Kreis Reutlingen. Vor dem 468 Seiten umfassenden „Wurzelwerk“ hat die Autorin im Jahr 2010 mit „Meine Seele sucht dich. Liebesbriefe aus dem Zweiten Weltkrieg zwischen Heimat und Ostfront“ ihren Eltern Clara, geborene Weber, und Alois Burgert, beide aus Fautenbach stammend, bereits einmal ein literarisches Denkmal gesetzt. Diesem ließ sie vier Jahre später mit dem Buch „Muttermale“ eine ergreifende Erzählung ihrer Beziehung zu ihrer Mutter folgen.

„`S Friedls hänn so e scheene Familie ghett, des soll mer jo nie vergesse“, habe sie vielfach von ihrer Patentante Anna gehört, sagt die Autorin und erinnert sich an zahlreiche „Mädchen-Treffen“ ihrer Mutter und der Tanten. Viele Erzählungen hat Gabriele Zander festgehalten und nun mit sehr viel Sorgfalt und Liebe in eine literarisch wertvolle Form gebracht. 

Zeitlich erstreckt sich das Buch „Wurzelwerk“ vom Ersten Weltkrieg, an dem der den Hausnamen begründende Opa „Friedl“ als Soldat teilnehmen musste, bis in die 1970er Jahre. Mitten in der Familiengeschichte liegt damit auch der Nationalsozialismus, der ihrer Familie neben Nöten, Sorgen und Angst auch innere Zerreißproben brachte. 

„Unwertes Leben“

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Wandte sich ein Onkel begeistert dem NS-Regime und der SS zu, um seine und des Volkes große Zukunft zu finden, so zeigte sich eine weitere furchtbare Facette der Ideologie vom Herrenmenschen im bis heute ungeklärten Tod des 1940 geborenen Bruders. 

„Manfred war schwerbehindert und starb in einem Heim in Offenburg. Er passte nicht in das seinerzeitige Denken und war der Inbegriff sogenannten unwerten Lebens“, sagt Gabriele Zander. 

Die Autorin beschreibt ihre Familie und die Zeit als eine, in der die Alltagsarbeit schwer war, der Dorfpfarrer zudem viel Macht über die Zukunft junger Menschen hatte und vieles auch nicht offen besprochen wurde. Zu lesen ist im „Wurzelwerk“ auch vom familiären Zusammenhalt und von schönen Erlebnissen, die Gabriele Zander vor allem mit der Mutter und mit der Patentante teilen durfte. Ins Gespräch und in lebendige Darstellung bringt die Autorin ein von alten, vielfach religiösen Traditionen geprägtes Familien- und Dorfleben im Schatten der katholischen Kirche Fautenbachs. 

Pfarrherren wie Joseph Boll, Eduard Schultheiß oder die Handarbeitslehrerin Schwester Ferdinanda spielen große und zum Teil nicht nur gute Rollen. 

Sehr viel Überlieferungswürdiges ist auch in den Briefen der Eltern der Autorin enthalten. Die Ausschnitte zeigen junge Menschen mit sehr grundlegenden, auch zeitlos gültigen Fragen ans Leben.

Aus vielen kleinen Episoden, die sich, wie berichtet, ereignet haben, oder so ereignet haben könnten, legt Gabriele Zander eine facettenreiche Familiengeschichte vor, wie sie sich auch in anderen badischen Dörfern abgespielt haben könnte. Zu Recht wird das „Wurzelwerk“, das durch den Baden-Badener Verlag „Aquensis“ herausgegeben wurde, somit auch als „badische Familiengeschichte“ vorgestellt. Die Erzählungen aus dem Hause Weber sind zudem mit ausdrucksstarken historischen Fotoaufnahmen ergänzt. 
 
▸ „Wurzelwerk – eine badische Familiengeschichte“ ist im Acherner Buchhandel bei „Osiander“ und der Buchhandlung „Büchermehr“ zu erhalten. ISBN: 978-3-95457-214-4-

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