Oberkirch

Die Grenzen für Waffen schließen

Autor: 
Manuela Bijanfar
Lesezeit 3 Minuten
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19. März 2016
Jürgen Grässlin las in Oberkirch.

Jürgen Grässlin las in Oberkirch. ©Manuela Bijanfar

Der Autor und Pazifist Jürgen Grässlin aus Freiburg hielt am Donnerstagabend in der Bücherinsel  einen Vortrag über die verheerenden Folgen von Waffenexporten. Besonders lukrativ für  Waffenfirmen sei es, an verfeindete Gegner gleichermaßen zu liefern. Deutschland, so Grässlin, »ist weltweit  die Nr. 3 in der Lieferung von Kleinwaffen, die Nr. 5 bei Großwaffen.

 
»Der Tod ist ein Meister aus Deutschland« – diese Zeile aus dem Gedicht »Todesfuge« von Paul  Celan erhält eine erschreckende Bedeutung, wenn man den Ausführungen Grässlins gefolgt ist. »Alle Infos, die ich Ihnen heute Abend gebe,  beruhen auf intensiven Recherchen bei der Waffenindustrie und bei Opfern von Kriegswaffen«,  stellte er klar. »Viele Infos entnehme ich der militärischen Fachpresse.«

Und er sei sogar Aktionär bei Mercedes geworden. »Ich kann dann zu den Aktionärsversammlungen gehen  und die Firma mit Fakten konfrontieren.« Beispielsweise diesen, dass Militärfahrzeuge von  Mercedes im Nahen Osten reißenden Absatz finden. »Combat proven« oder »Battle proved«  lauten die Zertifikate von Kriegswaffen. Das bedeutet, dass sie erprobt wurden. 

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Zynische Begründung

»Als 2011 der arabische  Frühling begann, waren Angela Merkel und Sigmar Gabriel voll des Lobes für diese Bewegung.  Gleichzeitig lieferte Deutschland massenweise Waffen an die bestehenden Herrschaftssysteme.« Davon  erfahre die deutsche Bevölkerung aber nichts: »Denn Waffenverkäufe werden geheim im  Bundessicherheitsrat beschlossen.« Von 100 Kriegstoten würden 63 durch Gewehre erschossen. Das deutsche G3-Gewehr sei weltweit 15 Millionen mal im Einsatz und werde nur noch getoppt  von der russischen Kalaschnikow, von der es 100 Millionen gebe. Grässlin zeigte ein Foto aus der Stadt Erbil im Nordirak, wo beide Waffen massenhaft angeboten werden. Es seien aber auch ganze Waffenfabriken in die Türkei oder den Iran verkauft worden. Im Iran-Irak-Krieg, bei dem eine Million Menschen starben, habe Deutschland beide Seiten mit je 4000 Militärfahrzeugen beliefert, »zur  Stabilisierung des Gleichgewichts in der Region“. Zynischer, so Grässlin, könnte eine Begründung kaum  ausfallen. »Aber auch der IS, Boko Haram und die Taliban schießen mit deutschen Waffen«, sagte er. An  solche Terrororganisationen dürfe offiziell nicht geliefert werden. Auch nicht an Saudi-Arabien. Aber: »Es  sollen 72 Eurofighter an die Saudis verkauft werden.« Da das direkt nicht möglich sei, werde das  Geschäft über England abgewickelt.“

Eine Schenkung sei an Israel gegangen. »Drei U-Boote im Wert von 500 Millionen Euro pro Stück hat  Thyssen-Krupp verschenkt, damit Israel seine Atomwaffen darin transportieren kann.«  

»Nehmen Sie Ihre Wut mit und kämpfen Sie für eine bessere Welt«, forderte Grässlin auf. Man könne Leserbriefe schreiben, Unterschriften sammeln und Petitionen an den Bundestag schicken, um »diese Exporte des Todes verhindern«. 

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