Bauvorhaben

Diskussion in Sasbachwalden: Freibadlärm kontra Wohnbebauung

Autor: 
Michaela Gabriel
Lesezeit 3 Minuten
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29. Juli 2021
Mit Blick auf das Erlebnisbad Sasbachwalden sollen drei Häuser gebaut werden. Obwohl das Bad an manchen Tagen mehr Lärm macht als erlaubt, wird keine Schallschutzmauer nötig.

Mit Blick auf das Erlebnisbad Sasbachwalden sollen drei Häuser gebaut werden. Obwohl das Bad an manchen Tagen mehr Lärm macht als erlaubt, wird keine Schallschutzmauer nötig. ©Michaela Gabriel

Am Hohacker oberhalb des Erlebnis-Freibads von Sasbachwalden soll gebaut werden. Das warf auch Schallschutzfragen auf.

Neue Anlieger könnten mit dem Lärm des Freibades mehr Probleme haben als die, die dort schon lange leben, mutmaßte Gemeinderat Bruno Müller (FWV) bei der Ratssitzung am Mittwoch.

Tatsächlich ergab ein Schallschutzgutachten, dass an Sonn- und Feiertagen in der Zeit der Mittagsruhe ein gut besuchtes Freibad mehr Lärm verursacht, als erlaubt. Zur Einhaltung der Richtwerte müsste deshalb eigentlich eine über fünf Meter hohe und etwa 100 Meter lange Schallschutzwand an der hinteren Grenze des Bades gebaut werden. Doch die Planer fanden andere Wege.

„Dieses Satzung hat uns sehr beschäftigt”, bekannte Bürgermeisterin Sonja Schuchter. Ein Vorhabenträger plant die Schließung einer Baulücke zwischen zwei bestehenden Häusern am Hang oberhalb des Schwimmbades. Er will zwei Ferienhäuser und ein Wohnhaus errichten lassen. Die Bewohner der bereits bestehenden Wohnhäuser kennen die Lautstärke des Freibades im Sommer und leben damit. Im ersten Anlauf wurde die Außenbereichssatzung ohne lärmtechnische Untersuchung auf den Weg gebracht. Doch auch der Gemeinderat wollte Klarheit.

Jetzt erfuhr er, dass an Sonntagen in der Mittagsruhe tatsächlich fünf Dezibel zu viel aus dem Schwimmbad zu den Wohnhäusern schallen. Lärmschutzmaßnahmen seien aber trotzdem nicht erforderlich, erklärte der Planer. Das ist der „Sonderbeurteilung bei seltenen Veranstaltungen mit hoher Standortgebundenheit oder sozialer Adäquanz und Akzeptanz” zu verdanken. An bis zu 18 Tagen pro Jahr dürfen danach die gesetzlichen Grenzwerte überschritten werden.

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16-mal darf's lauter sein

Zwei dieser Ausnahmetage werde der musikalische Sonntagstreff mit Live-Musik im Pavillon des benachbarten Kurgartens benötigen, so die Bürgermeisterin. Die weiteren 16 könnten auf das Schwimmbad entfallen. Mehr sehr gut besuchte heiße Sonntage gebe es während des Sommers in der Regel nicht. Falls doch, dann müsste man die Zahl der Besucher beschränken, um die Lautstärke zu reduzieren. Die Geräusche aus dem Kurhaus hätten sich als unproblematisch erwiesen, da es etwas weiter weg liege von den neuen Bauplätzen als das Freibad.

„Wir beschneiden uns also selbst?”, fragte Bruno Müller nach. Die Bürgermeisterin stimmte zu. Wenn es erforderlich wäre, „würden wir uns da zurücknehmen”. Doch 16 Sonntage mit möglichen Überschreitungen der erlaubten Lärmpegel seien großzügig. „Ich finde es positiv, dass die Bebauung dort ermöglicht wird”, betonte Alexander Berger (FWV). Ohne ein teures Neubaugebiet ausweisen zu müssen, könnten hier Baulücken geschlossen werden. Das sahen auch die meisten anderen Räte so und beschlossen die Satzung bei einer Enthaltung.

Die Bedenken von Eigentümern benachbarter landwirtschaftlicher Grundstücke betrachtete man als unbegründet. In dem Gebiet soll die Landwirtschaft weiter Vorrang haben. Auch die Aktivitäten der Landwirte müssten die künftigen Bewohner akzeptieren.

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