Achern-Großweier

Düstere Prognose für Großweiers Obsterzeuger

Autor: 
Reinhard Brunner
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19. Juni 2017
Der Obst- und Gartenbauverein Großweier feierte mit einem Festakt sein 90jähriges Bestehen und übergab Geldspenden von jeweils 500 Euro an drei örtliche Institution und Vereine. Das Bild zeigt (von links) Vorsitzenden Andreas Pilz, Sandra Baumgart und Miriam Deichelbohrer (Förderverein Kindergarten), Karola Eberhardt (Pfarrgemeinde St. Martin), Gaby Vath und Frank Feurer (Förderverein Schloßgartenschule) sowie Ortsvorsteher Helmut Huber.

Eine Gruppe aus dem Musikverein Großweier mit Simon Weck (Saxophon), Melanie Rehberg (Querflöte), Monia Doll, Aileen Grampp und Juliane Hoffman (alle Klarinette) unterhielten gekonnt mit einem feinen Melodienstrauß bei diesem Festakt.

Schwere Zeiten

Im Jahre 1927, in einer Zeit, in der die Versorgung der Deutschen Bevölkerung mit Lebensmitteln nicht gerade ausreichend war, wurde der Obst- und Gartenbauverein gegründet.

Vorsitzender Andreas Pilz ließ die Vereinschronik und die wichtigsten Ereignisse nochmals Revue passieren. Weiter zeigte eine Bilderschau, zusammengestellt von Friedrich Huber, zahlreiche Begebenheiten in schwarz-weiß und in jüngeren Jahren in Farbe, wo sich die Aktiven im Verein aufhielten, Vereinsausflüge durchführten oder an welchen Aktionen man sich im Jahr über beteiligte.

Grußworte zum 90jährigen Bestehen des Obst- und Gartenbauvereins sprach Ortsvorsteher Helmut Huber: »Die Institution bereichert unser Dorf und trägt zu einer lebendigen Dorfgemeinschaft bei«. Blicke man auf die 850 Jahrfeier in 2005 und die Teilnahme am Umzug, bei dem der Obst- und Gartenbauverein die Wichtigkeit der Obsterzeugung sowie die handwerkliche Arbeit präsentierte, so sei dies einer der Höhepunkte in diesem Traditionsverein gewesen. 90 Jahre Obst- und Gartenbauverein bedeute auch, über viele Generationen wurde die Vereinstätigkeit geführt und weitergereicht. Natürlich, so Huber habe der Verein den Wandel der Zeit sehr stark zu spüren bekommen. Es gebe im Dorf nur noch einen hauptberuflichen Obsterzeuger und den Nebenerwerbserzeugern wird das Leben durch die Zertifizierung und Vorschriften so erschwert, dass immer aufgeben.

Mais statt Obst

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Weiter wusste Huber, dass man früher noch Äcker voll mit Erdbeeren, Himbeeren, Spalieräpfeln oder Bühler Zwetschgen sehen konnte, heute stünden dort fast nur noch Mais und Getreidefelder. Und dieser Wandel der Zeit habe die Landschaft nicht unbedingt zum Positiven entwickelt, aber um davon leben zu können, müssen viele diesen Schritt gehen. »Der jetzigen Vorstand unter ihrem Vorsitzenden Andreas Pilz plagen die Sorgen, dass der Verein überaltert ist und jüngere nicht nachrücken«. Dies wurde in der vergangenen Jahreshauptversammlung nochmals sehr deutlich dargestellt. Sollte sich niemand finden, der im Vorstand weitermacht – die bisherige steht komplett nicht mehr zur Verfügung – muss man sich intensiv mit dem Gedanken tragen, dass der Obst- und Gartenbauverein aufgelöst wird.

Dann, so Huber, verschwindet nicht nur ein Verein, sondern eine wichtige Tradition im Ort. Dem Vorsitzenden Andreas Pilz sowie dem gesamten Vorstand und den Mitgliedern gratulierte er zum 90-Jährigen. Präsente gab es für den Jubiläumsverein vom Bezirks­obstbauverein, überreicht von Markus Genter.