Im Vaya Casa in Kappelrodeck

Duett der Generationen beim Gastpiel der SWR Big Band

Autor: 
Berthold Gallinat
Lesezeit 3 Minuten
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26. November 2018

Das 17-jährige junge Ausnahmetalent Jakob Manz und der 89-jährige Doyen des Flügelhorns Ack van Rooyen im Duett. ©Berthold Gallinat

Am Freitagabend trat die SWR Big Band im Gästehaus Vaya Casa in Kappelrodeck auf, gab ein Konzert von fabelhafter Musikalität und vermittelte zusammen mit den großen Solisten, dass der Jazz immer wieder neue Klangwelten eröffnet. 
 

Die SWR Big Band als eine der besten Big Bands der Welt, Flügelhornist Ack von Rooyen, Trompeter Joo Kraus und Altsaxophonist Jakob Manz, das ist eine musikalische Elite, die normalerweise auf den Bühnen großer Städte ihr Gastspiel gibt. 
»Wir fühlen uns auch wohl in der kleinsten Hütte«, kündigte Big Band-Manager Hans-Peter Zachary zu Beginn schmunzelnd an. 

Die SWR Big Band fuhr ein mächtiges Gebläse an, entfaltete gleich in ihrem ersten Titel »Fun Time« einen dynamischen Groove und einen grandiosen Sound. »Fun Time« bildete aber nicht nur den Auftakt, sondern schälte sich von Stück zu Stück mehr und mehr als das Motto des Abends heraus. »Das waren noch Zeiten«, übersetzte Ack van Rooyen frei und humorvoll den Titel »Sometime ago«, in dessen Vortrag er zum ersten Mal zum Instrument griff und seinen wunderbar lyrischen Ton entfaltete. Klaus Wagenleiter am Piano nimmt den Ton auf und führt ihn weiter, Drummer Guido Jöris gibt mit feinem Schlag Gerüst, bis ein Break der Band hinüberleitet zum Solo von Klaus Graf am Altsaxophon. Die melodische Linie verstärkt sich und es entfaltet sich eine dramatische Melodik, bis das Stück am Ende wieder im warmen und weichen Ton des Flügelhorns verebbt. 

»My Ideal«, »Jordu«, »Autumn Buggle« waren die weiteren Titel, in besonderer Weise geprägt durch die Dialoge der Instrumente und die Improvisationen der Solisten. Im Vortrag »I’ve Never Been In Love Before« trat der 17-jährige Altsaxophonist Jakob Manz ins musikalische Geschehen mit ein und in welchem anderen Metier wäre es möglich, dass ein 17-jähriger und ein 89-jähriger in kreativem Dialog und in wunderbarem Zusammenspiel zusammenwirken. Der junge Altsaxophonist und der 89-jährige Doyen des Flügelhorns in einem Stück voller Swing und Drive, es war einfach grandios. 

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Im zweiten Teil des Konzerts betrat Trompeter Joo Kraus als Überraschungsgast die Bühne und jazzte in mitreißender Weise. Komponist und Arrangeur Ralf Schmid leitete am Pult diesen zweiten Teil, im ersten Teil hatte Klaus Graf die Leitung. Mit »Fast Forward« ging es musikalisch zur Sache. 

Mythische Klangfarben

Sphärische und mythische Klangfarben wiederum dominierten in »Scarborough Fair«, sie wechselten in markante musikalische Szenerie in »Give Me The Night« und »Birdland« und in allen Stücken glänzten Solisten. So lieferten sich beispielsweise Bassist Decebal Badila und Drummer Guido Jöris in »Birdland« einen fulminanten Battle. Mit dem »Jive Samba« klang das gigantische Konzert aus. Ack van Rooyen, Joo Kraus und Jakob Manz krönten es.

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