Oberkirch

Durch Start up eine digitale Marktlücke entdeckt

Autor: 
Katharina Reich
Lesezeit 3 Minuten
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10. November 2014

Mit seinem Start-Up-Unternehmen versorgt der gebürtige Oberkircher Oliver Witt Schüler in ganz Deutschland mit digitalen Lernmaterialien. ©Katharina Reich

Das Internetportal SchulLV bietet Schülern und Lehrern in ganz Deutschland Übungs- und Prüfungsaufgaben zur Vorbereitung auf Abschlussprüfungen. Vor fünf Jahren hat der gebürtige Oberkircher Oliver Witt das Start-Up-Unternehmen im Keller seiner Eltern gegründet. Heute hat das Unternehmen seinen Sitz in Karlsruhe, und 2000 Schulen sind seine Kunden.

»Damals habe ich alles auf eine Karte gesetzt. Wir hatten weder einen richtigen Businessplan  noch eine richtige Finanzierung. Aber wir hatten eine Marktlücke erkannt«, so schildert Oliver Witt die Anfänge seines Unternehmens SchulLV, das er gemeinsam mit dem ebenfalls aus dem Renchtal stammenden Matthias Junker führt. SchulLV ist ein Internetportal, das Schüler in Haupt- und Werkrealschulen, Realschulen und Gymnasien mit Lernmaterialien versorgt. Dazu  gehören auch Prüfungsaufgaben vergangener Jahrgänge samt Lösungsvorschlägen.

Vor fünf Jahren startete das Unternehmen im Keller der Eltern. Fünf Jahre – eigentlich ein kurzer Zeitraum. Nicht aber im Internet: hier tut sich in kürzester Zeit sehr viel. »Zu Beginn unserer Startups war Digitalisierung in den Schulen noch kein großes Thema«, berichtet der 29-Jährige.

Geschäftspartner Matthias Junker, damals noch Lehramtsstudent in Freiburg, gab in seiner  Freizeit Nachhilfe für Abiturienten und stellte fest, dass im Netz kaum Material zu finden war – und entdeckte damit eine Marktlücke.

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Oliver Witt arbeitete damals als Mechatroniker bei der Firma Doll und beschäftigte sich in seiner Freizeit viel mit dem Thema Internet und Erstellung von Webseiten. Für die Idee seines Freundes, im Netz Schul­materialien anzubieten, konnte er sich so sehr begeistern, dass er schon nach  wenigen Monaten nebenberuflicher Arbeit am Projekt seine Stelle kündigte. Zunächst konzentrierten sich die Jungunternehmer auf das Angebot von Materialien in Mathematik für  Schulen in Baden-Württemberg. Unterstützung bekamen sie durch ein Gründercoaching im  Technologiepark Karlsruhe und durch Investoren, die an das Projekt glaubten, obwohl die jungen  Männer zwar ein Konzept aber keinen ausgefeilten Businessplan vorweisen konnten. Die  Leidenschaft der Jungunternehmer für ihr Unternehmen überzeugte die Kapitalgeber.

Um Kunden zu gewinnen, reisten Oliver Witt und sein Team durch das Land und stellten ihr  Konzept in Schulen vor – mit Erfolg. Heute bietet SchulLV Lernmaterialien für alle  Bundesländer an und nicht mehr nur in Mathematik. Für sieben Schulfächer, darunter Physik, Mathematik und Biologie, bietet das Portal Aufgaben mit Lösungen und Lernvideos an. Dabei  kommt es vor allem auf Qualität an, weiß Witt. »Bildung ist ein sensibles Thema, da muss die  Qualität stimmen.«

Inzwischen beschäftigt das Unternehmen 30 Mitarbeiter, darunter auch einige  Studenten, welche die Lernmaterialien didaktisch aufbereiten. Außerdem arbeitet SchulLV mit  erfahrenen Fachberatern zusammen, um die Qualität zu garantieren. Warum das Geschäftsmodell SchulLV so gut funktioniert, dafür hat Oliver Witt eine einfache  Erklärung: »Das Buch ist nicht mehr zeitgemäß.« Im Internet können die Lerninhalte ganz anders  präsentiert werden – mit Animationen, Videos und viel detaillierter. Das seien die Digital  Natives, die heute die Schulbank drücken, aus dem privaten Leben gewohnt – die Digitalisierung hat die Schulen längst erreicht.

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