Achern / Oberkirch

Ein Festtag wie vor 50 Jahren

Autor: 
Michaela Gabriel
Lesezeit 3 Minuten
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16. Mai 2013

(Bild 1/2)

Anna und Franz-Toni Ruf aus Hesselbach feiern heute ihre goldene Hochzeit. Das Paar stammt aus der gleichen Gemeinde, in dem es sein ganzes Eheleben verbracht hat.

Oberkirch-Hesselbach. Als Kaplan traute Josef Wittemann am 16. Mai 1963 in der Oberkircher Pfarrkirche St. Cyria das junge Paar. Als inzwischen pensionierter Pfarrer feiert er am heutigen Donnerstag um 11 Uhr mit Anna und Franz-Toni Ruf einen Dankgottesdienst in derselben Kirche. Ihre vier Töchter, die Schwiegersöhne, fünf Enkelkinder und ihre Geschwister gratulieren herzlich. Gefeiert wird der Festtag genau wie vor 50 Jahren wieder im Grünen Baum in Ödsbach.

Anna Ruf war die Älteste von neun Kindern der Familie Nock aus Hesselbach. Sie wuchs mit drei Brüdern und fünf Schwestern auf und half im Haus und in der Landwirtschaft, wie es damals üblich war. Nach dem Besuch der Volksschule in Hesselbach besuchte sie einmal wöchentlich die Kochschule und im Winter ging sie in die Landwirtschaftsschule in Oberkirch, die ihren Sitz in einem alten Haus am heutigen Marktplatz hatte.

Franz-Toni Ruf war der Zweitjüngste von sieben Kindern auf der Schneckenhalde in Hesselbach – so wurde ihr abgelegener Hof in alten Karten bezeichnet. Zwei seiner vier Brüder fielen im Zweiten Weltkrieg. Er selbst sollte im Alter von 15 Jahren kurz vor Kriegsende noch eingezogen werden. Kurz vor der Abfahrt des Zuges wurde das aber unter anderem vom Pfarrer verhindert.

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Gemeinsamkeiten hatte das Paar schon in der Jugend, als Anna und Franz-Toni sich oft bei der Landjugend trafen. Damals wurden zum Pflügen noch Kühe oder Ochsen eingespannt, jeder Hof hatte Felder, dazu einen großen Garten und Tiere im Stall. »Der erste Traktor, den haben wir erst in den 50er Jahren bekommen«, erinnert sich Franz-Toni Ruf. Auf der Schneckenhalde gab es bis in die 90er Jahre noch zwei Kühe und Anna Ruf verarbeitete ihre Milch zu Butter. »Alles in Handarbeit«, betont sie. Arbeit habe sie jeden Tag gehabt. In ihre Ferienwohnung im Nebenhaus kommen bis heute Urlauber aus ganz Deutschland, viele brachten schon Schneckenfiguren mit, die die 76-Jährige sammelt.

Unterwegs für die ARZ

Botenfahrten für die Acher-Rench-Zeitung waren für die Familie über 20 Jahre lang ein Nebenverdienst. Mittags holten Franz-Toni oder Anna Ruf in der Acherner Redaktion Fotos ab und brachten sie nach Oberkirch. Abends vertraute man ihnen dort im Haus Sturn in der Josef-Geldreich-Straße den Koffer mit den Vorlagen für die Lokalseiten an. Sie mussten in Offenburg in der Druckerei abgegeben werden. »Von einem Tag auf den anderen war das dann vorbei«, erinnert sich der inzwischen 82-Jährige. Grund war, dass Mitte der 90er Jahre der Computer in den Redaktionen Einzug gehalten hat.

Heute leben zwei Töchter, ein Schwiegersohn und zwei Enkelkinder mit Anna und Franz-Toni Ruf auf der Schneckenhalde. Vieh gibt es nicht mehr zu versorgen, aber Arbeit hat Anna Ruf immer noch. »Wir helfen uns gegenseitig«, sagt sie. Ein Rezept für eine so lange Ehe gebe es nicht, meint sie. Außer vielleicht diesem: »Wir haben einander gebraucht.«

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