Sasbachwalden

Ein junger Meister am Schachbrett aus Sasbachwalden

Autor: 
Regina de Rossi
Lesezeit 4 Minuten
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17. Juli 2017

Jugendschachweltmeister Raphael Zimmer aus Sasbachwalden mit seiner Mutter Petra. Mit seinem Verein, den Schachfreunden Sasbach, wird er weiter auf Titeljagd gehen. ©Regina de Rossi

Raphael Zimmer ist 13 Jahre alt. Ein Saschwaller. Hier geboren, hier in den Kindergarten und die ersten Jahre zur Schule gegangen. Ein kluger Junge, der in sich ruht und einen Start ins Leben hatte, der anders war als der seiner Freunde und Mitschüler. Gerade kommt er von Orlando zurück. Dorthin wurde er eingeladen, um an einer Schachweltmeisterschaft für Behinderte teilzunehmen. Das Ergebnis hängt an einem Banner quer über der Straße am Eingang zu Sasbachwalden: »Wir begrüßen unseren Junior-Schachweltmeister 2017!« 

Raphael hat es gar nicht gesehen, wohl aber den großen gemalten Aushang, den seine Schwester für ihn an der Hausfront angebracht hat. Der Text ist derselbe, die Botschaft eine Freude für die ganze Familie Zimmer, die hier in Sasbachwalden mit drei weitere Geschwistern von Raphael wohnt. Dass er an einer Behindertenmeisterschaft teilgenommen hat, liegt daran, dass der Schüler ohne Hände auf die Welt kam. »Eine Laune der Natur«, meinten die Ärzte. Für den jungen Raphael eine Herausforderung, der er sich tapfer stellt. 

Besondere Begabung
Schnell war den Eltern klar, dieser Junge ist anders und so attestierte man ihm eine Begabung, die sein Alter bei weitem überschritt. »Man riet uns, ihm Dinge wie das Schachspielen nahe zu bringen, um seinen Intellekt zu fördern«, erzählt Petra Zimmer, die Mutter.

»Der Papa hat mir die Figuren erklärt«, erzählt Raphael. Er sitzt im Esszimmer und scheint ganz in sich zu ruhen. Seine Augen aber sind hellwach. Auf die Frage, was es ihm denn bedeute, Jugendschachweltmeister geworden zu sein, zuckt er nur leicht mit der Schulter und sagt leise: »Ist schon toll!« Zu dritt, mit Mama und Papa, flogen sie am 21. Juni in die Staaten. Ganze sechs Tage drehte sich in Orlando alles um das königliche Spiel. Nach und nach räumte der Junge ab. Seine Gegner kamen aus sieben Ländern. Raphael sammelte in dem als Rundenturnier angelegten Wettbewerb immer mehr Punkte. »Das längste Spiel dauerte vier Stunden«, grinst er und man kann es kaum glauben.

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Kein Wunder, dass die Frage immer wieder aufkommt, ob Schach als Sport angesehen werden kann. »Eigentlich ja«, sagt Petra Zimmer, die ihren Sohn gerne zu seinen Turnieren begleitet. »Es ist nur so, dass Spieler einen wirklichen aktiven Sport als Ausgleich betreiben, das können Menschen mit einem Handicap nicht!« 

Raphael hat das Tennisspielen für sich entdeckt. Mit beiden Armen schlägt er den Ball und er ist gut. Vielleicht nicht ganz so gut wie im Schachspiel, aber das kann ja noch werden. Dem Schachclub in Sasbach, vor allem seinem Trainer Nikolaus Sentef, dem habe er das alles zu verdanken, sagt er. Dort hat er seine Züge gelernt, mit denen Mutter Petra schon lange nicht mehr mithalten kann. So kann er sich schon mal an seinen Computer setzen und spielen oder per Skype mit jemandem trainieren. 

Bemerkenswerte Erfolge
Seine Titel sind bemerkenswert. Zahlreiche Erfolge erreichte er auf Landesebene. Er belegte zudem den 1. Platz bei der U 16-Meisterschaft und der deutschen U 20-Meisterschaft 2016 mit den Schachfreunden Sasbach. 2016 konnte er auch die deutsche Schulschach-meisterschaft mit dem Team der Heimschule Lender gewinnen. Im Einzel wurde Raphael Zimmer Zweiter der deutschen U 14-Meisterschaft 2016 sowie Fünfter der deutschen U 14-Meisterschaft 2017.

Er geht auf die Lender
Raphael geht in die achte Klasse der Lenderschule in Sasbach. Wie seine Geschwister. Schach, damit beschäftigt er sich jeden Tag, sagt er, und ansonsten? Na ja, die Schule muss halt sein. Und als 13-Jähriger sprüht man eben nicht vor Begeisterung, wenn’s um den Schulalltag geht. Spanisch mache ihm aber Spaß.

Und dann holt er auf Wunsch Pokal und Urkunde. Viel sagt er nicht dazu, doch spürt man, dass er diese Auszeichnung doch genießen kann. Bald geht es weiter. Im September nach Rumänien, im Oktober nach Dresden. Man darf ihm Glück wünschen, diesem sympathischen, ruhigen, aber hellwachen Jungen. 

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