Nach dem Dorffest das Patrozinium

Ein traditioneller Feiertag in Nesselried

Autor: 
Nadine Dierle
Lesezeit 3 Minuten
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17. August 2019

(Bild 1/2) Traditionell am Ende des Gottesdienstes findet die Prozession, angeführt vom Musikverein und den örtlichen Vereinen, durchs Unterdorf statt. ©Nadine Dierle

Nach dem Dorffest »Nesselried brennt« am Wochenende wurde am Donnerstag das Patrozinium gefeiert. Der 15. August, das Hochfest Mariä Himmelfahrt, ist heute noch ein Feiertag im Appenweierer Ortsteil Nesselried.
 

Die Vorgärten werden schön gestaltet, Fahnen an die Häuser gehängt. Und schließlich kehren für das »Nesselrieder Fescht« wie es im Volksmund genannt wird, viele Einheimische, die nicht mehr im Ort wohnen, an dem Tag nach Hause zurück.
Um 8.15 Uhr ging es am Morgen für den Kirchenchor mit dem Einsingen los. Dirigent Fabian Knopf studierte für die Messfeier um 9 Uhr »Hattingers Kirchtagsmesse« von Peter Kostner ein. Um 8.45 Uhr traten dann die örtlichen Vereine an, um, angeführt vom Musikverein, in die Kirche einzuziehen. Dort warteten bereits Dutzende von Gläubigen, die auch die letzten Sitzreihen voll belegten. 
Gefeiert wurde die Messe von den beiden Geistlichen Pfarrer Thomas Dempfle und dem Nesselrieder Martin Sauer als Konzelebrant. Stimmgewaltig zeigte sich nicht nur der Kirchenchor, sondern auch die Gemeinde insbesondere bei den beiden Marienliedern »Ich gehe wenn ich traurig bin«  und »Segne Du Maria«. 
»Ich habe noch nie eine Gemeinde in der Kirche so laut singen hören«, schwärmt ein Kirchgänger, der zum ersten Mal beim Patrozinium dabei war. »Das Nesselrieder Fest ist nicht nur das Patrozinium, sondern ein Fest für das ganze Dorf«, resümierte Pfarrer Thomas Dempfle den Festtag passend zu Beginn seiner Predigt. An dem Tag wird die Aufnahme Mariens in den Himmel »mit Leib und Seele« gefeiert. Die Gläubigen könnten sich nun gemeinsam auf den Weg machen zu dem, was Maria schon erreicht hat. Ob man jedoch noch auf dem gemeinsamen Weg sei, angesichts Bewegungen wie »Maria 2.0«, hält der Geistliche für fraglich. Sehr hart werde dabei demonstriert, etwa gegen den Missbrauchsskandal in der Katholischen Kirche, für die Öffnung aller kirchlichen Ämter für Frauen oder für die Abschaffung des Zöllibats. Einerseits verständlich, andererseits seien die Mittel und Vehemenz der Demonstranten »irritierend«.

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Kirche hat Zukunft

 Mindestens genauso irritierend empfindet der Geistliche aber auch die Bewegung »Maria 1.0«, die dafür plädierte, dass alles so bleiben soll, wie es ist. »Ich bin überzeugt, dass unsere Kirche Zukunft hat, vielleicht braucht es dazu eben neue Bewegungen wie Maria 3.0 oder 4.0«. Schließlich gehe es darum, gemeinsam Zeugnis für den Glauben zu geben und nicht auf der Straße zu demonstrieren. Am Ende des Gottesdienstes segnete Thomas Dempfle die vielen mitgebrachten Wihennen und Kräuterbüschel, die einen herrlichen Duft in der Kirche verbreiteten. Außerdem kamen 50 Kinder aus der Kinderkirche und dem Kindergarten St. Konrad hinzu. Angeführt vom Musikverein, den örtlichen Vereinen und der Marienstatue zog im Anschluss die Prozession traditionell durch das Unterdorf. 
 

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