Jaroslaw Hess ist hochmotiviert

Ein Traumberuf in Sasbachwalden

Autor: 
Regina de Rossi
Lesezeit 5 Minuten
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12. August 2018

(Bild 1/2) Jaroslaw Hess trägt seit vier Jahren die Verantwortung für das Erlebnisbad Sasbachwalden und bezeichnet seine Berufswahl trotz 40-Stunden-Woche im Sommer als Glücksfall. ©Regina de Rossi

Einen besonderen beruflichen Werdegang hat der Sasbachwaldener Bademeister Jaroslaw Hess. Früher verdiente er seinen Lebensunterhalt im Boxring, heute sorgt er sich um die Sicherheit seiner Badegäste und hat dabei hochmotivierte Kollegen an seiner Seite.

Auf weitem, hügeligen Gelände erstreckt sich das große Erlebnisschwimmbad in Sasbachwalden: Ein Schwimmerbecken, ein abgeteiltes Sprungbecken mit Sprungtürmen von einem und von drei Metern und ein Nichtschwimmerbecken, in das eine lange gebogene Rutsche mündet. Dazu eine richtige kleine angelegte Badelandschaft unter bunten Sonnenschirme für die Kleinsten. Ein Erlebnisbad eben, dass natürlich auch einer guten Aufsicht bedarf.
Es ist früh am Morgen. Noch sind keine Badegäste hier und so nutzt Jaroslaw Hess die Zeit, die Becken zu saugen, die Filter und Überlaufrinnen zu reinigen, die Duschbecken zu füllen und die Werte der Wasser- und Wärmeuhr zu notieren. Die  Dokumentation ist auch hier ein wichtiger Bereich. Wachsam gehen seine Augen über die Wiesen. Seit sieben Uhr ist er hier, hat die Wasserqualität überprüft, was er an diesem Tag noch einige Male wiederholen wird.
An einem anderen Tag trifft man Henning Rott früh an. Mit Freude scheint er seinen kleinen fahrbaren Rasenmäher über die Hügel des Schwimmbades zu lenken. »Ich kann mir keinen schöneren Job vorstellen«, wird er später seine Begeisterung unterstreichen. Das gesamte gepflegte Ambiente des Schwimmbades ist dem Bademeister und seinen Helfern zuzuschreiben. 
Inmitten dieser von Wiesen umgebenen Badeidylle steht ein großer Turm. Auf erhöhtem Holztisch  und einer ebensolchen Bank auf Stelzen wird Jaroslaw Hess später seinen Platz einnehmen.  Er ist der verantwortliche Bademeister hier in Sasbachwalden und dies seit vier Jahren. Davor war er über zwölf Jahre in Bühl im Schwimmbad tätig. Was er als Rettungsschwimmer begonnen hat, ist in der Ausbildung zum Bademeister zu seinem Beruf geworden. »Früher war ich Boxer, doch davon kann man nur eine Weile leben. Mein Trainer hat mich damals auf die Idee gebracht, Badegehilfe zu werden.« Dazu kamen weitere Ausbildungen und ein Rettungsnachweis. 
Jährlich gehen er und sein Gehilfe Henning Rott zum Erste-Hilfe-Kurs. Eine der Pflichtveranstaltungen eines Bademeisters, die Ausbildung selbst ist, wie er sagt, »nicht ohne«. Viel technisches Wissen ist gefragt, neben all dem anderen rettungstechnischen Now-How.
Auch der Umgang mit den Badegästen ist ein Unterrichts-Thema und den ein oder anderen Streit musste der Bademeister auch schon schlichten. »Aber harmlos«, sagt er, »und hier in Sasbachwalden sowieso«. In Bühl war Jaroslaw Hess erst Fachangestellter, später, 2010 hat er die Meisterprüfung für Bäderbetriebe abgelegt. Als der langjährige Bademeister Peter Ehinger in Rente ging, hat Hess die Chance ergriffen.  Ein Glücksgriff, wie er sagt, denn »du bist den ganzen Tag draußen, hast im Sommer etwas mehr zu tun, im Winter wird es ruhiger«. Von März bis Mai geht seine vierzig Stunden Woche. Mit Henning  Rott teilt er sich zwei Schichten, eine von 7 bis 17 Uhr, die andere von 11 bis 20 Uhr. Wenn viel los ist, kommt Peter Ehinger noch dazu, denn in erster Linie gilt es, Aufsicht zu gewähren: »Ja, ich habe schon mal ein kleines Mädchen beobachtet, das den Boden unter den Füßen verloren hatte. Ich konnte sie gerade noch aus dem Wasser ziehen!« 
Das sei nicht in Sasbachwalden gewesen. Das Kind hatte einfach den Nichtschwimmerbereich aus Versehen verlassen. Henning Rott wird ganz aufgeregt, wenn es um die Elternaufsicht geht. Diese, so sagt er, gehe immer vor.
Bestätigen können beide, dass sich die Eltern allzu oft auf ihre Aufsicht verlassen. Doch Schwimmärmel für Nichtschwimmer sind unausweichlich. »Als ich einmal ein Kind, das über die große Rutsche gerutscht war und noch nicht schwimmen konnte, gerade noch aus dem Wasser ziehen konnte und es seiner Mutter gebracht habe, hat sie nur mit den Schultern gezuckt und die Gefahr nicht wahrhaben wollen«, erklärt Rott. 
So etwas ist auch für den verantwortungsbewussten Bademeister nicht zu verstehen. »Ich trage die Verantwortung und wenn ein Gewitter kommt, muss ich dafür sorgen, dass die Leute das Bad verlassen.« Auch bei Hagel und Platzregen, müsse er die Badegäste aus dem Wasser bitten.
»Die Leute wissen nicht, dass durch den Aufprall der Tropfen sich solche Wassernebel bilden können, die beim Einatmen zu Erstickungen führen können. Dann also lieber dem Rat des Bademeisters Folge leisten. Schließlich hat er eine fundierte Ausbildung nachzuweisen.
Für Notfälle ist er gewappnet: »Wobei ich hoffe, etwa den Defibrilator, er hängt drüben im Kurhaus oder sonstige erste Hilfemaßnahmen, nie anwenden zu müssen«, so Hess, der jetzt zu einem Rundgang ansetzt, einmal den Hügel hoch zu den Babybecken, ein paar mahnende Worte an die »Reinspringer« beim Nichtschwimmerbecken und dann wieder zurück zum Aufsichtsturm. 
Dabei ist Jaroslaw Hess einer der freundlichen Bademeister, einer der zudem immer ein Lächeln im Gesicht und für viele ein offenes Ohr hat und wenn schon mal eine Biene in den Fuß gestochen hat auch viele tröstende Worte parat hält. 

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