Oberkirch

Einblicke in Autorenseelen beim Autorennetzwerk Ortenau

Autor: 
Redaktion
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28. September 2021
Autorenabend in der Mediathek: vordere Reihe (v. l.) Eva Schniedertüns Gornik, Laura Heuberger, Clara Trüg, Rose H. Klotter, hintere Reihe (v. l.) Moritz Richter, Karin Jäckel, Luis Leonard Grumser. Christiane Wiedemann-Mayer, Jürgen Böhly.

Autorenabend in der Mediathek: vordere Reihe (v. l.) Eva Schniedertüns Gornik, Laura Heuberger, Clara Trüg, Rose H. Klotter, hintere Reihe (v. l.) Moritz Richter, Karin Jäckel, Luis Leonard Grumser. Christiane Wiedemann-Mayer, Jürgen Böhly. ©Annemone Ackermann

In der Mediathek stellten einige junge Autoren ihre Werke vor. Danach kamen die erfahrenen Mitglieder des Autorennetzwerks zum Zuge, bevor der Abend musikalisch endete.

„Man hängt ja förmlich an seinen Lippen, wenn er liest“, meinte eine der Zuhörerinnen am Freitagabend in der Mediathek, während sie an den Büchertisch trat, um in dem ausgestellte Erstlingswerk des jungen Acherners Autor Luis Leonard Grumser zu blättern, von dessen soeben gehörtem Vortrag sie schwärmte. „Nächtebuchauszüge“ übertitelt, weil die darin enthaltenen Aphorismen und kurzen Essays vornehmlich nachts entstanden, erlaubt sein Buch Einblicke in die Reflexionen eines jungen Geistes über die in der Jugend geradezu verrückt erscheinende innere und äußere Welt.

Mit seinem Vortrag hatte das derzeit jüngste Mitglied des Autorennetzwerks Ortenau-Elsass Fragen wie „Was ist Musik?“ oder „Gibt es noch Hoffnung“ aufgeworfen und mit bemerkenswerter Souveränität vorgetragen. Wohl niemand im Publikum, der sich und die eigenen Wirrungen der Jugend darin nicht wiedererkannt hätte. Auch drei der jugendlichen Gewinner des diesjährigen Leserabe-Schreibwettbewerbs zum Thema „Rabe“, die als Überraschungsgäste geladen waren, überzeugten das Publikum mit Leichtigkeit davon, dass es um die Wortkunst Ortenauer Nachwuchsliteraten keine Sorge gibt. Moritz Richter aus Willstätt-Sand präsentierte seinen Ersten Preis in der Rubrik Lyrik (13-14 Jahre) mit seinem Gedicht „Die drei Raben“. Durstig fliegen sie, „männlich und schwarz, bisher“ zu einem Graben, trinken und versinken darin und kommen als „drei hübsche Damen“ daraus hervor. Warum ihnen diese Verwandlung widerfahren ist, bleibt den Raben ein Rätsel, denn sie „verstanden nicht den Graben, die drei Raben.“ Ähnlich geheimnisvoll geht es auch in Laura Heubergers Gedicht „Zu Nacht im Walde“ zu, mit dem sie den Zweiten Preis im Genre Lyrik (13-14 Jahre) errang. Klettern, reiten, Oboe spielen sind die Lieblingsbeschäftigungen der HFG-Schülerin. In Viererversen entwickelte sie in ihrem Gedicht gereimte Klang- und Wortbilder, aus denen die unheimliche Begegnung einer nächtlichen Waldbesucherin mit einem schwarzfedrigen Etwas entstand.

Sonderpreis vergeben

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Der „Sonderpreis Vielversprechendes Talent“, dessen Rang insofern über dem Ersten Preis liegt, als er nur denen zuteil wird, deren Begabung von der mehrköpfigen Jury des Autorennetzwerks als außergewöhnlich eingeschätzt wird, ging dieses Jahr im Genre Lyrik der 11-12-Jährigen an die HFG-Schülerin Clara Trüg aus Oberkirch. „Ich liebe Gruselgeschichten, erklärte sie der Moderatorin. „Das Mittelalter und die Pest haben mich inspiriert. Außerdem spiele ich gern Theater und zeichne gern.“ Aus allen diesen Neigungen und Interessen entstand eine Schauerballade ohne Reim, die dramatisch und theaterwirksam darlegt, wie Raben, deren „Namen klingen wie das Kratzen eines Schwertes an der Mauer“, zu schwarzen Rächern der „vor Wut kochenden“ Natur werden.

Gegen so viel jugendfrische Kost warfen die Autorinnen Eva Schniedertüns Gornik und Rose H. Klotter ihre ausgefeilte literarische Erfahrung in den Ring. Eva Schniedertüns Gornik punktete mit einem kleinen Masken-Video, das in Stummfilmmanier ihre künstlerisch angefertigten Gesichtsmasken aus Gips und Papptellern wie in einer Theaterinszenierung agieren lässt. Eine kleine Erzählung aus dem „Corona Decamerone“ rundete den heiter anmutenden Vortrag ab. Rose H. Klotter aus Rheinau-Freistett hingegen blieb mit ihrer sozialkritischen Kurzgeschichte „Hinter den Masken“ ihrem zivilcouragierten Themenfeld treu, das sie mit ihrem Erstlingswerk, einer Autobiografie über die mutige Hilfsbereitschaft einer Lehrerin bei sexuellem Kindesmissbrauch in ihrer Schule, beschritten hat. Mit „Hinter den Masken“ legte sie den Finger in die Wunde, was passieren könnte, wenn die „3G“ zum Stigma der Ungeimpften würden.

Buchstäblich weggeblasen wurden alle Sorgenfalten beim musikalischen Ausklang des Abends. Die im Jazz-Duo mit dem Flügelhornisten und Trompeter Jürgen Böhly auftretende Sängerin Christiane Wiedemann-Mayer aus Willstätt brachte Songs aus eigener Feder zu Gehör. Der einzige Wermutstropfen verteilte sich auf die Lücken, die als Corona-Schutzabstand zwischen den Sitzplätzen leer bleiben mussten.

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