Oberkirch-Nußbach

Eine Anlaufstelle für schlaue Kinder

Autor: 
Franziska Jäger
Lesezeit 3 Minuten
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20. Mai 2015
Spannende Experimente und Wissen rund um Naturwissenschaften und Technik erwarten motivierte und begabte Kinder in der Hector-Kinderakademie. Im neuen Schuljahr soll eine Außenstelle in der Nußbacher Krongutschule eingerichtet werden.

Spannende Experimente und Wissen rund um Naturwissenschaften und Technik erwarten motivierte und begabte Kinder in der Hector-Kinderakademie. Im neuen Schuljahr soll eine Außenstelle in der Nußbacher Krongutschule eingerichtet werden. ©Archivfoto

Begabte Kinder aus dem Renchtal erhalten ab dem Schuljahr 2015/16 in Nußbach eine neue Anlaufstelle. Die in Kehl ansässige Hector-Kinderakademie wird in der Krongutschule eine Außenstelle eröffnen. Die Stadt fördert die Einrichtung mit 4000 Euro.

»Die Kinder stehen vor mir und ich sehe ihre leuchtenden Augen. Was kann es Schöneres geben?« Sie freue sich, »den Kindern ein solch bereicherndes Angebot machen zu können«. Alexandra Busam bekommt großen Zuspruch für ihre Arbeit. Von den Eltern, vor allem aber auch von Kindern. Busam ist Geschäftsführerin der Hector-Kinderakademien in der Ortenau.
Die Kinderakademie steht klugen Köpfen offen, die sich im finalen Kindergartenjahr oder in der Grundschule befinden und besonders motiviert, begabt und wissbegierig sind. Diese Kinder werden von ihren Erziehern oder Lehrern für diese Förderung empfohlen.

»Motivierten« Kindern – das Wort »motiviert« betont Busam immer wieder, denn es würden nicht ausschließlich begabte Kinder gefördert, sondern eben auch interessierte und motivierte Kinder – wird Spannendes vorwiegend in den MINT-Fächern vermittelt, also in Mathematik und Informatik, in Naturwissenschaft und Technik. Zwei bis fünf Prozent aller Kinder sind laut Busam begabt. Die Kinderakademien sind möglich durch das Geld, das die Hector-Stiftung zuschießt, und damit vor allem die Personalkosten der Dozenten deckt.

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Das Konzept der Hector-Kinderakademie spricht sich herum. Sechs Standorte gibt es bisher im Ortenaukreis – ab dem Schuljahr 2015/2016 soll nun Oberkirch-Nußbach als Außenstelle hinzukommen.
270 Kinder sind aktuell in Kehl und Umgebung eingeschrieben. Darunter auch 20 Kinder aus dem Renchtal. Ab dem Herbst wird nun noch für 80 kleine Renchtäler Platz in Nußbach sein.
Alexandra Busam war deshalb am Montag in den Gemeinderat nach Oberkirch gekommen. »Ich habe viele Anfragen von Eltern aus Oberkirch und dem Renchtal«, verriet Busam, die selbst aus Ödsbach stammt, den Ursprung ihrer Idee. »In dieser Gegend ist auf unserer Karte bisher ein weißer Fleck«, so Busam weiter. Der geplante Ort der Nebenstelle – die Krongutschule in Nußbach, sorgte allerdings für kritische Fragen. Die Stadt will 4000 Euro für Materialien und die Einrichtung der Räume dort stellen.

Bettina Käppeler (SPD) kritisierte die Standortwahl. Es sei besser, das Angebot in die Kernstadt zu verlagern. »Man kann nicht von jeder Familie erwarten, dass sie mobil ist und die Kinder nach der Schule auch noch in den nächsten Ortsteil bringen kann.« Auch Fraktionskollege Hans-Jürgen Kiefer war dafür, den Beschluss zu splitten und über Standortalternativen zu diskutieren. Matthias Benz, Leiter des Kulturamtes, hielt dagegen: Nußbach sei gut anfahrbar, zudem sei mittags dort das Schulgebäude frei. Und in Oberkirch herrsche dagegen Platzmangel.
»In der Schule in Nußbach sind schon alle Materialien vorhanden, alle Werkräume ausgestattet«, ergänzte Oberbürgermeister Matthias Braun und meinte damit unter anderem die Schulküche oder den IT-Raum. Auch Alexandra Busam ist von den Räumlichkeiten in Nußbach überzeugt.

Das jetzige Programm wird bis 2020 gefördert. Sollte das Programm dann weitergehen, Busam ist da optimistisch, »könnte man die Akademie eventuell in die Kernstadt verlagern«, so Benz.
Die Hector-Kinderakademien sind ein freiwilliges, zusätzliches Angebot, mit dem Ziel einer ganzheitlichen Förderung. Sie konkurrieren nicht mit der Schule oder Vereinen. Auch das erklärte Busam im Gemeinderat am Montag, um Bedenken einzelner Ratsmitglieder zu verwerfen, das Hector-Angebot könne dem Schulplan vorausgreifen. Zensuren gebe es natürlich keine. Auch keine Kursgebühren.
Oberbürgermeister Matthias Braun zeigte sich beeindruckt von dem, was HKA-Geschäftsführerin Alexandra Busam und ihr Team aus Lehrern und Dozenten innerhalb der vergangenen Jahre auf die Beine gestellt haben.

Hintergrund

Die Hector-Kinderakademie

Mit Förderung der Hector Stiftung II unter der Trägerschaft des Kultusministeriums sollen in Baden-Württemberg sogenannte Hector-Kinderakademien ins Leben gerufen werden. Die Zusage der Hector Stiftung II liegt bis 2020 vor.
Seit Juni 2010 hat die Bildungsregion Ortenau e.V. die Trägerrolle für die mittlerweile sechs Kinderakademien (als Hauptstelle oder angedockter Nebenstelle) in der Ortenau übernommen. Im Ortenaukreis bestehen derzeit folgende sechs Standorte: Zell-Weierbach mit der Nebenstelle Achern, Lahr-Mietersheim mit der Nebenstelle Wolfach und Biberach sowie Kehl.
Die thematischen Schwerpunkte der Kinderakademien bestehen derzeit in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik (MINT). Ab dem Schuljahr 2015/2016 soll ein Standort in der Krongutschule Nußbach hinzukommen.fj

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