"Art Spectrum 2018«: Elf Fragen an Dietrich Weisenborn

"Eine Intention, die tiefer geht"

Andrea Fünfstück
Lesezeit 3 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
06. September 2018
Dietrich Weisenborn ist einer von vier Künstlern, die bei der Ausstellung »Art Spectrum 2018 – Verborgene Schönheit« des Kunstvereins Oberkirch dabei sind.

Dietrich Weisenborn ist einer von vier Künstlern, die bei der Ausstellung »Art Spectrum 2018 – Verborgene Schönheit« des Kunstvereins Oberkirch dabei sind. ©Andrea Fünfstück

In einer kleiner Reihe lässt die ARZ vier Künstler des Kunstvereins Oberkirch zu Wort kommen, die ab 8. September unter dem Titel »Art Spectrum 2018 – Verborgene Schönheit« im Alten Rathaus Oberkirch ausstellen. Elf Fragen haben wir ihnen gestellt. Heute: Dietrich Weissenborn aus Lauf. 
 

Herr Weissenborn, Ihre Kunst ist...?

Dietrich Weissenborn: Würdig, um es genauer anzuschauen.

Was wäre Ihr Leben ohne Kunst?
 

Weissenborn: Langweilige Fernsehabende ohne jeden Zweck.

Wie würden Sie Ihre Kunst und ihr Arbeiten beschreiben?
 

Weissenborn: Bei Malerei – es ist ein Versuch aus allen Kunstobjekten, die mir gefallen, was Eigenes zu entwickeln, es heraus zu kristallisieren. Bei Fotografie – ein seelischer Wunsch – die Schönheit um mich herum festzuhalten.

Wohin gehen Sie zum Nachdenken oder um in sich zu gehen?
 

Weissenborn: Ich schaue meine Fotos durch und suche eins, welches mir gerade gefällt und mich herausfordert es zu malen. Oder ich schaue gute alte Filme, besonders Komödien, die mich entspannen und auf unaufdringliche Art lebensfreundlich wirken und manchmal meinen Ideen eine neue Richtung geben.

Haben Sie ein künstlerisches Vorbild?
 

Weissenborn: Mir gefallen Hunderte von einzelnen Bildern von absolut unterschiedlich arbeitenden  Malern, aber keinen konkreten würde ich als einziges Vorbild nennen, da jeder davon nicht alle meine Interessen abdecken kann. 

Was ist Ihre bevorzugte Kunstrichtung in der Sie auch arbeiten?

- Anzeige -

Weissenborn: Eigentlich mehr was Abstraktes, wo die Farbe und die Form faszinierend und unerklärlich anziehend wirken. Aber nicht weniger interessant sind die Menschen mit ihrer Plastik und Mimik.

Haben Sie als Kind etwas gesammelt?

Weissenborn: Kleingeld und die Briefmarken.

Welches Bild hängt über Ihrem Sofa?
 

Weissenborn: Ich wechsle die ständig, aber im Moment – ein älteres Ehepaar. Die auf der Parkbank ausruhen und nachdenklich, jeder mit eigenen Gedanken, in die Ferne schauen.

Wer oder was ist für Sie ein Künstler? 
 

Weissenborn: Die Person, die es schafft mit sichtbarer Leichtigkeit was Neues, Ungewöhnliches, Anziehendes, Expressives, ins Erstaunen versetzendes zu schaffen. Dann steht man mit dem geöffnetem Mund und den Tränen vor dem Objekt und denkt – wow, abgefahren, nie gedacht, danke, dass Es existiert.

Ist die Malerei in der heutigen Zeit ein Auslaufmodell? 
 

Weissenborn: Auf keinen Fall, eigentlich genau umgekehrt – viele alte Bilder sind schön, fotorealistisch gemalt, erzählen Geschichten. Aber wenn ich reich geworden wäre, hätte ich sofort Hunderte von den  modernen Bildern gekauft, die mich einfach erschüttern – so stark anziehend wirken sie auf mich.

Darf Kunst einfach nur schön sein oder benötigen Sie einen Bezug? 

Weissenborn: Beides. Fotorealistische Arbeiten sind würdig, durch die handwerkliche Kompetenz des Schaffenden anerkannt zu sein. Wunderbar abstrakt dargestellte Blumen oder ein Sonnenuntergang berühren auch  tiefste Gefühle. Ungewöhnliche Personen mit ihren faszinierend, verdrehten Lebensgeschichten haben schon immer Leute auf allen Kontinenten beeindruckt, ob gemalt oder dichterisch beschrieben – also, ja, das alles darf und muss die Kunst repräsentieren, ergänzen und verfeinern. Es ist zwar der einfachste Weg, bekannt zu werden, aber der Falsche. Das heißt nicht, dass Provokation falsch wäre, aber sie muss eine Intention haben die tiefer liegt.

Vier Künstler des Kunstvereins Oberkirch, Waltraud Ihrig, Hermann Busam, Tobias D. Huber und Dietrich Weisenborn, präsentieren ihre Werke. Die Vernissage findet am 8. September um 11 Uhr im Alten Rathaus statt. Die Ausstellung ist bis 21. Oktober zu sehen, der Eintritt ist frei.

Weitere Artikel aus der Kategorie: Achern / Oberkirch

Das Posaunenquartett der Musikschule, das in der Kategorie Blechbläser-Ensemble mit 25 Punkten die Höchstpunktzahl erreicht hat: von links Lehrkraft Michael Fünfgeld, Benedikt Kasper, Nils Ruf, Felix Braun und Marius Munz.
vor 4 Stunden
Jugend musiziert
Der Regionalwettbewerb Jugend musiziert in den Kategorien Klavier, Bläserensemble, Streicherensemble und Drum-Set brachte hervorragende Ergebnisse füe Musikschule Achern-Oberkirch.
Die Feuerwehr löschte am Sonntag einen Küchenbrand in Oberkirch.
vor 7 Stunden
Küche brannte
Ein Küchenbrand führte am Sonntag zu einem Feuerwehrweinsatz in der Butschbacher Straße in Obnerkirch. Der Bewohner musste ins Krankenhaus gebracht werden.
Ehrungen bei der Acherner Feuerwehr (von links): Daniel Maier-Hipp, Franz Maier-Hipp, Johannes Bold, Hermann Ehret, Heiko Fett, Heinrich Röder, Hubert Glaser, Kommandant Michael Wegel und Heinz Ehret.
vor 7 Stunden
Einsatzbilanz 2022
Dass die Kernstadtwehr im vorigen Jahr öfters ausrücken musste, hat mit der neuen Alarm- und Ausrückordnung "Cobra 4 " zu tun. Vor allem in Sachen Technische Hilfe waren die Einsatzkräfte gefragt.
Wegen Diebstahls eines Ventilators - hier ein Symbolfoto - landet ein 42-jähriger Mann nun erneut im Gefängnis.
vor 8 Stunden
Amtsgericht Achern
Nach Diebstahl in Drogerie: Weil er ein immenses Vorstrafenregister hat und noch unter Bewährung stand, muss ein 42-jähriger Mann nun erneut ins Gefängnis.
Die Krongutschule in Nußbach soll künftig nur noch eine Außenstelle behalten.
vor 10 Stunden
Schulentwicklungsplan Oberkirch
In Nußbach wurde die Anpassung des Schulentwicklungsplans kontrovers diskutiert. Bedenken gab es im Hinblick auf die Frage, ob auch die Nußbacher Schule bald aus Zusenhofen geleitet werden könnte.
Zwei Jahre zieht sich die Fertigstellung der Fassade der Grundschule Ödsbach schon hin.
vor 15 Stunden
Ortschaftsrat Ödsbach
Der Ödsbacher Ortschaftsrat beschäftigte sich mit dem Breitbandausbau und einer Dauerbaustelle an der Grundschule. Dort hatte die Insolvenz einer Firma die Stadt in die Bredouille gebracht.
Das Kulturgut Volkstanz bereicherte schon immer die Feste - wie hier die Winzerkirwi in Kappelrodeck - und soll durch die Initiative von Christoph Lettner eine getanzte Zukunft haben.
vor 15 Stunden
Altes Kulturgut
Vielen Trachtenvereinen, wie etwa in Kappelrodeck, fehlt es an jungem Blut. Gehören die überlieferten Volkstänze bald der Vergangenheit an?
Mit einem tiefgründigen Szenenspiel verdeutlichten Rheinauer Haupt- und Werkrealschüler beim Holocaust-Gedenken in Rheinbischofsheim die Problematik des Ausgrenzens.
vor 15 Stunden
Schüler präsentierten Szenenspiel
Bei der Rheinauer Gedenkveranstaltung für die zumeist jüdischen Opfer des Nationalsozialismus verdeutlichten Haupt- und Werkrealschüler in Szenenspielen die Problematik des Ausgrenzens im Alltag.
In der verlängerten Bahnhofstraße wurden die Erschließungsarbeiten für das Baugebiet Rödermatt III begonnen. Geplanter Fertigstellungstermin ist der 22. September 2023.
vor 15 Stunden
Verkauf startet Mitte Februar
Der Zusenhofener Ortschaftsrat beriet am Donnerstag über die Brutto-Baulandpreise fürs Baugebiet Rödermatt III. Sie werden teurer als zunächst geplant.
Ehrungen beim Kirchenchor in Renchen (von links): Präses Pfarrer Herbert Faller, Gisela Wurth, Frieda Weber, Christa Baudendistel und Karl-Ludwig Mörmann.
vor 15 Stunden
Trotz Corona-Problematik
Auf gleich drei Jahre blickten die Sänger in der ersten Hauptversammlung nach den Corona-Beschränkungen zurück. Dabei gab es auch zwei hochkarätige Ehrungen.
20 Ortsvorsteherinnen und Ortsvorsteher haben Oberbürgermeister Matthias Braun in seinen 24 Jahren begleitet. Amtierende und ehemalige zeichneten den OB jeweils mit einer Besonderheit aus ihrem Stadtteil aus. Von links Konrad Allgeier, Bertel Decker, Jürgen Mußler, Peter Hund, Klaus Müller, Tanja Weinzierle, Claudia Kimmig, Martin Benz, OB Matthias Braun, Joachim Haas, Thomas Meier, Peter Müller, Wilhelm Benz, Konrad Papst und Karl Gieringer.
vor 22 Stunden
Abend der Wertschätzung
Mit einem dreieinhalbstündigen Empfang ehrte die Stadt Oberkirch ihren scheidenden Oberbürgermeister nach 24 Jahren Amtszeit. Am Ende gab es stehenden Applaus für Matthias Braun.
Mithilfe eines großen Hubsteigers entfernten Helfer mehrere Storchennester an der Wagshurster Kirche. Sie finden an anderer Stelle einen neuen Platz.
29.01.2023
Nester wurden umgesiedelt
Weil zwei Storchennester an der Wagshurster Kirche absturzgefährdet waren, siedelten sie Helfer um; zwei weitere wurden "entrümpelt". Dafür musste eine behördliche Genehmigung her.

Das könnte Sie auch interessieren

- Anzeige -
  • Die Kunden trainieren in den M.O.H.A.-Studios in Offenburg, Oberkirch und Haslach in moderner Atmosphäre. 
    27.01.2023
    EMS-Training in Offenburg, Oberkirch und Haslach entdecken
    Gesundheit, mehr Attraktivität, dazu Kraft- und Leistungssteigerung – und schnell sichtbare, spürbare und messbare Erfolge. Was unglaublich klingt, ist mit dem gezieltem EMS-Training bei M.O.H.A. an den Standorten Offenburg, Oberkirch und Haslach absolut möglich.
  • Egal ob jung oder jung geblieben: Beim Line Dance kann jeder die Freude an Rhythmus und Bewegung entdecken. 
    27.01.2023
    Mit DanceInLine in Offenburg die Freude am Tanz entdecken
    In toller Gesellschaft Tanzen lernen – auch ohne festen Tanzpartner, dafür auch mal mit Baby. Das bietet Julia Radtke in ihrer Tanzschule DanceInLine in Offenburg an. Hier entdecken Junge und jung Gebliebene Teilnehmer die Freude an Rhythmus und Bewegung.
  • Vom Azubi bis zum Quereinsteiger: J. Schneider Elektrotechnik bietet viele  Karrierechancen.
    24.01.2023
    J. Schneider Elektrotechnik – Bewerben und durchstarten!
    Fachkräfte, Anlernkräfte, Quereinsteigende, Azubis: Die Bewerbertage bei J. Schneider Elektrotechnik in Offenburg am 3. und 4. Februar 2023 wenden sich sowohl an diejenigen, die beruflich neue Wege gehen möchten, als auch an Berufseinsteiger.
  • Mehr Raum für sensationell durchdachte Küchen: moki Küchen erweitert im Offenburger Rée Carré. 
    26.12.2022
    moki Küchen erweitert im Rée Carré Offenburg
    Bei moki Küchen im Offenburger Rée Carré tut sich Großes: Der Mietvertrag für weitere Flächen ist unterschrieben worden. Im Januar beginnen die umfangreichen Umbauarbeiten; im April ist die Neueröffnung geplant.