Oberkirch

Buch über August Ganther

Autor: 
Johanna Graupe
Lesezeit 3 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
15. Dezember 2015
Die Herausgeber Fritz Heermann, Willi Bächle und Karl Ebert von »Geschichten und Gedichte aus dem Renchtal« (von links) wollten den Schwarzwalddichter August Ganther umfassend darstellen: in Mundart und in Hochdeutsch, in Gedichten wie in Erzählungen, als lebendiges Geschichtsbuch mit beeindruckender Bebilderung.

(Bild 1/2) Die Herausgeber Fritz Heermann, Willi Bächle und Karl Ebert von »Geschichten und Gedichte aus dem Renchtal« (von links) wollten den Schwarzwalddichter August Ganther umfassend darstellen: in Mundart und in Hochdeutsch, in Gedichten wie in Erzählungen, als lebendiges Geschichtsbuch mit beeindruckender Bebilderung. ©Johanna Graupe

Karl Ebert, Willi Bächle und Fritz Heermann haben gemeinsam ein Buch herausgegeben. Eine Lektüre mit Lokalkolorit: schön präsentiert mit Abbildungen von historischen Fotos, Lithographien und  Bildern, wie etwa von Fritz Kohlund, Curt Liebich und Max Ferrars, sorgfältig gestaltet mit Worterklärungen, behutsam der heutigen Rechtschreibung und Grammatik angepasst, mit  geschichtlicher Einordnung der geschilderten Ereignisse und Quellennachweisen. Der Band, dessen  Redaktion und Bebilderung Karl Ebert übernahm, ist nicht nur eine vergnügliche Lektüre, sondern auch ein lebendiges Geschichtsbuch, eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Wir sprachen mit den drei Herausgebern.

Welche Motivation stand hinter dem Entschluss?

Willi Bächle: Im Jubiläumsjahr 2012 zum 150. Geburtstag reifte die Idee, das große literarische Können  von August Ganther in einem neuartigen Buch zu präsentieren. Dafür fanden wir auch bald  Unterstützer.

Karl Ebert: Das Buch soll heute weitgehend unbekannte Texte von August Ganther wieder einem  breiten Leserkreis zugänglich und verständlich machen – Hilfestellungen, behutsame Anpassungen in  Grammatik und Rechtschreibung waren unvermeidlich. Ziel ist, dass nicht nur Opa und Oma das Buch  genießen können, sondern auch ihre Enkel Spaß an originellen Texten haben sollen. Für Lehrer und  Schüler bieten die Texte lokale Bezüge und die Möglichkeit des historischen Vergleichs.

Welche Textauswahl haben Sie getroffen?

Ebert: Die Textauswahl beschränkt sich primär auf das Renchtal. Einige Geschichten führen den Leser  aber bis in die Nachbartäler, auch einige »Ausflüge« sind enthalten. Da Ganther seine Werke sowohl  auf Hochdeutsch als auch in alemannischer Mundart geschrieben hat, berücksichtigt die Auswahl beide Sprachformen – entscheidend sind Qualität und lokaler Inhalt.

August Ganther – »nur« ein Mundartdichter, wie er immer beschrieben wird?

- Anzeige -

Bächle: Wenn wir unbedingt eine Etikettierung suchen wollen, dann ist die beste Bezeichnung sowohl  vom Inhalt der Werke als auch nach Aussage Ganthers Selbstverständnis »Schwarzwalddichter«.

Warum sollten wir August Ganther heute noch lesen?

Ebert: Junge Menschen sollten sich literarisch auch mit der Heimat beschäftigen und in Ganthers  Texten zeigen sich historische Strukturen, er schlägt Brücken von der Vergangenheit in die Gegenwart. 

Wie haben Sie das Buch finanziert?

Fritz Heermann: OB Braun reagierte sehr positiv auf unsere Pläne und mit Hilfe der Regionalstiftung der Sparkasse Oberkirch/Ortenau konnten wir das Projekt finanzieren.  

Wo erhält man das Buch?

Heermann: In der Bücherinsel, der Grimmelshausen-Buchhandlung und im Oberkircher Heimatmuseum – für 12 Euro.

Zur Person

August Ganther

August Ganther (1862-1938) verließ seinen Geburtsort bereits im Alter von 14 Jahren. Seine Kindheit – inspirierend mit einer sangesfreudigen Mutter und einem »liedfrohen«, literarisch interessierten Vater – endete mit dem frühen Tod seiner Eltern. Er und sein Bruder kamen ins Oberkircher Waisenhaus, die zwei Schwestern zu Verwandten. In seinen Kindheitserinnerungen spielt  seine Heimatregion trotzdem eine wichtige Rolle für ihn: Er beschreibt Oberkircher Bauwerke,  gesellschaftliches wie wirtschaftliches Leben, inzwischen auch fast vergessene Berufszweige. Es sind historische Zeugnisse, aus denen Seele und Witz sprechen. Als guter Menschenkenner mit einer ausgezeichneten Beobachtungsgabe verklärt er nicht, schrieb, was die Menschen in seiner Umgebung  dachten, sprachen und taten und widmete sich auch ernsten Themen wie Tod, Krieg oder Verlust.    Ganther wurde Lehrer, unterrichtete bis zu seiner Pensionierung in Freiburg, wo er mit seiner Familie lebte. Dass er seinem Heimattal verbunden war, zeigen die vielen Erwähnung und Anspielungen von Renchtalorten in seinen Gedichten, Erzählungen und Romanen – sein Heimatort dankte ihm mit der Ernennung zum Ehrenbürger sowie der Benennung einer Schule, Straße und eines Brunnens.Gj

Weitere Artikel aus der Kategorie: Achern / Oberkirch

Günter Lutz (links) und Ralf Koller sind beim MSC Hornisgrinde leidenschaftliche Jugendleiter. Sie führen Jugendliche an den Motorsport heran.
vor 20 Stunden
»Im Einsatz für die Jugend« (Teil 4)
Günter Lutz und Ralf Koller sind sehr engagierte Jugendleiter des MSC Hornisgrinde. Sie investieren sehr viel Zeit in ihre Schützlinge.
Von Israel nach Oberkirch: Tina Ondricek brachte beim Heimaturlaub ihre Bibel aus Israel mit, um sie Josef Wunsch zur Reparatur anzuvertrauen.
vor 23 Stunden
Buchbinderei Wunsch
Die Oberkircher Geschäftswelt wandelt sich. Da hört man es nicht gerne, dass in einem weiteren alteingessenen Betrieb Veränderungen anstehen. Ein altes Handwerk bliebt dem Ort aber dennoch erhalten.
Oberbürgermeister Matthias Braun (rechts) erkundigte sich bei Sabine und Günter Huber vor Ort über deren Pläne mit dem neuen Stadtgartenkiosk. Der Kiosk hat seit Montag geöffnet.
17.08.2019
ARZ-Geflüster
Unser ARZ-Geflüster beschäftigt sich heute mit dem etwas holprigen Start des neuen Stadtgartenkiosks in Oberkirch, mit wagemutigen Skifliegern in Bad Griesbach und den sportbegeisterten Oberhäuptern im Raum Achern und Rheinau.
17.08.2019
Nach dem Dorffest das Patrozinium
Nach dem Dorffest »Nesselried brennt« am Wochenende wurde am Donnerstag das Patrozinium gefeiert. Der 15. August, das Hochfest Mariä Himmelfahrt, ist heute noch ein Feiertag im Appenweierer Ortsteil Nesselried.  
17.08.2019
Gemeindereferentin in Nesselried verabschiedet
Am Vorabend des Festes Mariae Himmelfahrt wurde in Nesselried die Gemeindereferentin Mirjam Feißel verabschiedet.
Verkaufsschlager Tomaten: Simon und Ewald Glaser (rechts) im Gewächshaus der Aspichhof-Gärtnerei.
17.08.2019
Hogut in Ottersweier
Die Krise in der Landwirtschaft endet nicht vor den Scheunentoren des Aspichhofs. »Im Agrarbereich wird kein Stein auf dem anderen bleiben«, malt Ewald Glaser, Geschäftsführer des gemeinnützigen Landkreis-Betriebs, ein allgemein düsteres Bild. Dennoch freuen sich alle auf das beliebte Hoffest am 25...
Bad Peterstal-Griesbach hat wieder das Zertifikat »familien-ferien Baden-Württemberg« erhalten.
17.08.2019
Zertifikat
Bad Peterstal-Griesbach und mehrere Gastgeber im Ort können sich für drei weitere Jahre über das Zertifikat »familien-ferien Baden-Württemberg« freuen. Die Rezertifizierung war erfolgreich. 
Bis März wird es nach einigen unvorhergesehenen Herausforderungen eine Baustelle in der Bühler Straße in Sasbach geben. Neben dem Brückenneubau stehen noch einige andere Dinge an, die Zeit brauchen. Links neben Bürgermeister Gregor Bühler (rechts) steht Kanalaufseher Markus Doninger, der bei der Tour de Sasbach die Probleme erläuterte.
17.08.2019
Über 60 Bürger bei Tour de Sasbach
Bau einer Brücke, Anbau am Kindergarten, Erschließung eines Neubaugebiets. Derzeit gibt es in Sasbach so viele Vorhaben wie lange nicht – und damit guten Stoff für die Tour de Sasbach mit Bürgermeister Gregor Bühler.
Idealer Lebensraum für das Auerwild sind lichte Waldstrukturen mit Heidelbeeren. Solche Flächen müssen erhalten und teils neu geschaffen werden.
17.08.2019
Gegenmaßnahmen im Landkreis Rastatt
Die aktuellen Bestandszahlen für das Auerwild im Schwarzwald sind alarmierend. Nur noch rund 135 balzende Hähne konnten in diesem Frühjahr an den Balzplätzen ermittelt werden. Dies entspricht einem Rückgang um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
17.08.2019
De Pankraz-Kolumne
Der Pankraz wühlt dieses Mal tief in der Vergangenheit, erinnert sich an damals nicht vorhandene, heutige Alltagsgegenstände wie Fernseh- und Radiogerät. 
Pfarrer i. R. Johann Schäfer bei der Verkündigung des Evangeliums. Gemeinsam mit Pfarrer Wehrle zelebrierte er das Hochamt zum Patrozinium.
17.08.2019
Kräuterbüschel-Weihe und Sakramentsprozession
Die Pfarrgemeinde Lautenbach feierte am  Donnerstag das Patrozinium der  Wallfahrtskirche „Mariä Krönung“. Zahlreiche  Gläubige besuchten das Hochamt und nahmen  an der Sakramentsprozession durch den Ort  teil. 
Das Verkehrskonzept ist ein wichtiger Teil des Masterplans. Dazu soll am 15. Oktober eine Bürgerversammlung stattfinden.
16.08.2019
Bürgerinformation am 15. Oktober
Was tut sich in Sachen Masterplan in Achern? Im Oktober wird das Verkehrskonzept vorgestellt und diskutiert.

Das könnte Sie auch interessieren

- Anzeige -
  • 06.08.2019
    Ratgeber
    Was tun, wenn eine Krise in unser Leben bricht? Der Ortenberger Unternehmer Joachim Schäfer hat mit der Insolvenz seiner Firma genau das durchleben müssen – und einen Weg heraus gefunden. Seine Erkenntnisse teilt er nun in einem Buch, das nicht ein Autor, sondern nur er schreiben konnte, wie...
  • 02.08.2019
    Manufaktur für orthopädische Leistungen
    Am Wochenende beginnt der Spielbetrieb in der Fußball-Oberliga Baden-Württemberg. In den kommenden Wochen folgen dann auch die anderen Ligen. Um die Saison durchhalten zu können, brauchen die Sportler eine gute Fitness, Gesundheit - und das individuell angepasste Schuhwerk. Dieses ist Voraussetzung...
  • 31.07.2019
    Medizin, Kosmetik, Naturheilkunde
    Wer krank ist oder eine Beratung zu medizinischen Themen braucht, für den ist oft die Apotheke die erste Anlaufstelle. Die Stadt-Apotheke in Offenburg, die Apotheke am Storchenturm in Lahr und die Apotheke am Klinikum in Lahr bieten als Partner-Apotheken neben einer freundlichen und qualifizierten...
  • 17.07.2019
    Große Wiedereröffnung
    Nur einige Meter vom alten Standort entfernt – und doch ist alles neu: Am Donnerstag, 18. Juli, öffnet um 8 Uhr im Lahrer Fachmarktzentrum nicht nur ein neuer, sondern zugleich der jüngste und modernste MediaMarkt Deutschlands seine Türen.