Förderverein der Mediathek Oberkirch

Elsässer Liedermacher Engel zeigte komödiantisches Talent

Autor: 
Brigitte Gutmann
Lesezeit 2 Minuten
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25. März 2019

Roland Engel und Freunde verzauberten das Publikum in der Mediathek mit Poesie, Musik und Gefühl. ©Brigitte Gutmann

Der elsässische Liedermacher Roland Engel und seine Musikerfreunde Jean-Luc Lamps (Keyboard) und Vincent Bor (Kontrabass) traten am Freitag in der Mediathek vor einer großen Besucherschar auf. Engel erwies sich als gefühlvoller, gemütlicher, auch knitzer Liedermacher, der seine elsässischen Balladen im Straßburger Dialekt erzählt. 

Man hörte Roland Engel in Oberkirch gern und fasziniert zu, auch wenn nicht alle Mundartausdrücke und sprachlichen Feinheiten von den rechtsrheinischen Alemannen verstanden werden konnten. Hier stand ein singender Schauspieler auf der Bühne, mit großer Erfahrung beim »Theátre alsacien de Strasbourg« von 1962 bis 1993, und vielen Auftritten »hiwwe un driwwe«. Engel trug anfangs die Ursprungsgeschichte vom »Hans im Schnoogeloch« vor, einem Wirt aus Königshofen. Seine neue Fassung folgte einem Gedicht von Adolf Stöber, das Ferdinand Bastian um 1900 zu einem Theaterstück über den unzufriedenen Elsässer ausgebaut hatte.
Meist waren Engels Texte in volksliedartige, liebenswürdige, fast drehorgelähnliche Melodien verpackt, die vom Pianisten Jean-Luc Lamps  einfühlsam begleitet und variiert wurden. Doch gab es als angenehm modernen Kontrast immer wieder swingende, jazzige Stücke, zu denen die Bass­tupfer von Vincent Bor gut passten. Manchmal griff Engel zur Trommel oder zum Akkordeon. Er  sang von seiner Muddersproch, die von der Freiheit handelt und der echten Brüderlichkeit aller Menschen. Pfiffig ausgespielt war sein Lied »De Brief im Kaschte«; voll inniger Erotik seine »Lieb ohne Grenzen« und sein Loblied auf »d’Zärtlichkeit« für Kinder und Alte, Lieder aus seiner CD »Wurzle« von  2015.

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Roland Engel zeigte schauspielerisches Talent

Besonders gut kam das Lied übers Wäldele von der Illenau an, in dem Engel über den besonderen Friedhof, die Irren und deren schreckliches Ende in Grafeneck meditierte. In Engels Repertoire ist auch Volksgut aus den Zeiten der napoleonischen Kriege wie »Das Lied eines Kriegskrüppels«. Da zeigte sich das komödiantische Talent des Künstlers, der in köstlichem Deutsch mit französischem Zungenschlag den Überlebensmut eines Soldaten mit zwei hölzernen Beinen gestaltete.
In einem Lied mit brasilianischen Wurzeln erklangen jazzige und sozialkritische Töne wie auch in einem Chanson über Flüchtlinge. Immer mehr begeisterte das Trio dann nach der Pause durch seine musikalische und sprachliche Mixtur. Zwischen die Lieder wurden kleine Verse und Sprüche eingestreut. In einer Parodie über den Genuss am Essen auf die Arie von Verdis »Ach wie so trügerisch« zogen der Pianist und der Sänger alle komödiantischen Register. Danach folgte ein schlichtes Loblied auf den Garten und einen swingenden Lobgesang auf den »Sunndig«.

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