Freistett

EnBW misst derzeit den Wind bei Rheinau

Autor: 
Josef Budai
Lesezeit 3 Minuten
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03. April 2020

Im Wald bei Freistett steht derzeit dieser moderne Messwagen, der im Auftrag der EnBW bis Juni Windmessungen vornehmen soll. ©Josef Budai

Reichen die Windverhältnisse in der Rheinebene bei Rheinau aus, um hier wirtschaftlich Windkraftanlagen zu errichten. Zur Klärung dieser Frage nimmt die EnBW derzeit Messungen vor Ort vor.

Werden sich in absehbarer Zeit Windräder zwischen Memprechtshofen und Freistett drehen? Ob dies überhaupt möglich und vor allem wirtschaftlich ist, wird derzeit mit moderner Technik untersucht. Dazu steht im Wald zwischen Memprechtshofen und Freistett ein Messwagen, der die Windverhältnisse bei Rheinau analysiert. Bereits Ende vorigen Jahres hatten der Memprechtshofener Ortschaftsrat und der Freistett Bezirksbeirat die geplanten Windmessungen mittels des speziellen Messwagens bei einer gemeinsamen Sitzung abgesegnet. Aufgestellt wurde das Messgerät im Auftrag der EnBW. 

Durchaus geeignet

Der Energieversorger geht davon aus, dass sich dieser Bereich – so wie auch andere Orte in der Rheinebene – aufgrund bisheriger Datenerfassungen als Standort für Windräder eignen könnte. Denn nach bisherigen Erkenntnissen aus dem aktuellen Windatlas wurden in Rheinau Werte bis 310 Watt pro Quadratmeter (W/qm) gemessen, wobei es aber noch Schwankungen mit Abweichungen nach unten gibt. Da der Grenzwert für die Ausweisung eines Vorranggebietes für Windkraft bei 215 W/qm liegt, sollen mit der Messung nun noch genauere Abgrenzungen erfolgen. 

Wie Daniel Fenchel, Projektleiter für Windkraft bei der EnBW, auf Nachfrage erklärte, soll der Messwagen im Wald bei Freistett noch bis 1. Juni die Windverhältnisse erfassen. „Erst danach können wir die gesammelten Informationen gesichert auswerten und ein entsprechendes Ergebnis vorlegen“, so Daniel Fenchel. 

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Die Erfassung von Windfeldern erfolgt mit der sogenannten LiDAR-Technologie, die eine zeitliche und räumliche, hoch aufgelöste Windfeldmessung in der unteren Atmosphäre ermöglicht. Dabei kommt moderne Lasertechnik zum Einsatz, um die Windgeschwindigkeit- und -richtung zu messen. 

Verlässliche Infos

Die Messung erfolgt dabei üblicherweise in Höhen von 40 bis 200 Metern, wobei Windgeschwindigkeiten zwischen 0 und 60 Meter pro Sekunde erfasst werden, so dass am Ende verlässliche Informationen über das Windprofil in den verschiedenen Höhen vorliegen. Danach erfolgt die endgültige Festlegung über eine mögliche Eignung für den Einsatz von Windkraft, insbesondere auch aus wirtschaftlicher 
Sichtweise. 

Platz für vier Anlagen

Da die neuesten Windräder eine Nabenhöhe von knapp über 160 Meter erreichen, liefert die jetzt eingesetzte Messtechnologie die entsprechenden Windwerte in den erforderlichen, bauartbedingten Höhen, in denen die Windräder arbeiten würden. Nach den Berechnungen der EnBW würde man auf der fokussierten Fläche zwischen Memprechtshofen und Freistett insgesamt vier Windräder dieser Baugröße unterbringen, bei einem Flächenbedarf von rund einem Hektar pro Windradanlage. 
Mit berücksichtigt wurden dabei die aktuell geforderten und teilweise kontrovers diskutierten Abstandsregelungen von einem Kilometer zu Ortschaften und 700 Metern zu Einzelbauten.

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