Gute Qualität im Raum Achern

Ernte läuft gut an: »Äpfel sind süß und aromatisch«

Autor: 
Sascha Bäuerle
Lesezeit 3 Minuten
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10. September 2018

(Bild 1/2) Erntehelfer pflücken in Mösbach unterschiedliche Apfelsorten von den Bäumen. ©Sascha Bäuerle

Die Apfelernte läuft seit Mitte August auf Hochtouren. Die Wetterbedingungen sorgten dafür, dass sich das Wachstum des Obstes beschleunigt hat und die Erntezeit zirka zwei Wochen früher beginnen konnte. Die Konsumenten dürfen sich auf süße und große Äpfel freuen.

»Die gute Ernte wurde bereits im vergangenen Jahr festgelegt. Die Bäume waren durch den Frost ausgeruht, sodass sich große Blütenknospen entwickeln konnten«, sagt Obstgärtner Stefan Wilhelm aus Mösbach. Die trockenen Temperaturen  haben dem Wachstum der Äpfel nicht geschadet. Dennoch mögen sie laut Wilhelm ein ausgeglichenes Klima und ausreichend Feuchtigkeit im Boden. »Wir hatten bisher durchschnittlich zehneinhalb bis elf Grad Celsius im Jahr, was optimal ist. Aber durch den Klimawandel steigen die Temperaturen«, sagt der Obstbaumeister vom Lochhof in Mösbach.

Sieben Sorten

Ein Apfelbaum trägt im Frühjahr ungefähr 3000 Blüten. Daraus sollten maximal 100 Äpfel wachsen – also viel zu tun für den Obstgärtner. Insgesamt pflanzt der Betrieb sieben Apfelsorten an, die zeitlich versetzt abgeerntet werden. Zuletzt werden die Erntehelfer die Sorten Gala, Elster, Jonagold, Breaburn und Kiku ernten. Akane und Delbarestivale seien schon geerntet.

Doch woran erkennt man, ob ein Apfel reif ist? »Ein erstes Merkmal ist die rote Deckfarbe. Aber das entscheidende Erkennungsmerkmal für die Reife ist die gelbe Grundfarbe«, erklärt Stefan Wilhelm. Wenn der Apfel noch grün ist, sei er dagegen unreif. Zusätzlich könne der Reifegrad der Äpfel mit einem Jodtest bestimmt werden. Dabei werde der Stärkeabbau des Obstes ermittelt. Bei einer Unreife sei der Zucker noch in Stärkeform. Mit fortschreitender Reife wandele sich die Stärke in Zucker. »Man kann den Apfel aufschneiden und mit Jod bestreichen. An den Stellen, wo er sich schwarz färbt, ist noch Stärke vorhanden«, sagt der 50-Jährige. 

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Bei Äpfeln muss außerdem auf die Erntemethode geachtet werden. Geschüttelt werde nur das Mostobst. »Äpfel für den Frischmarkt dürfen keine Druckstellen haben, deswegen pflücken wir sie«, berichtet Wilhelm. Wenn der Apfel reif ist, bilde er eine Trennschicht am Stil. An dieser Stelle könne der Apfel ohne Verletzung gebrochen werden.

»Für einen Apfelkuchen eignen sich Boskoop und Elstar, da sie einen schönen Säuregehalt haben und dadurch hell bleiben«, empfiehlt Wilhelm. Für die Saftproduktion nutzen Betriebe Äpfel mit einem guten Zucker-Säure-Verhältnis, wie Elstar, Boskoop und Mostäpfel. Es werden zirka 50 Kilogramm benötigt, um zehn Flaschen Apfelsaft herzustellen. 

Die erfolgreiche Ernte jetzt ist dabei keinesfalls eine Garantie für das kommende Jahr – im Gegenteil. »In einem Jahr trägt der Baum viele Äpfel und im Folgejahr kaum etwas«, sagt der Obstgärtner. Daher müsse man Maßnahmen ergreifen, um die Anzahl der Blüten zu reduzieren. Wenn man gut ausdünnt, »ist im Folgejahr eine normale Ernte hin«. 

Pflanzenschutz nötig

Aus diesem Grund sei auch der Einsatz von Spritzmitteln unvermeidbar. »Die Konsumenten möchten Äpfel ohne Mängel haben«, weiß Stefan Wilhelm. Hinzu komme, dass heutzutage die Optik und der Geschmack der Apfelsorten nicht alleine von hoher Bedeutung sind. Sie müssen zusätzlich Resistenzen gegen Krankheiten wie Schorf aufweisen, »denn das ist die Zukunft bei der Züchtung von Apfelsorten«, ist sich der Obstgärtner sicher und wendet sich wieder seinen Bäumen zu.

Stichwort

Apfelsorten

Bereits im 6. Jahrhundert vor Christus kultivierten die Römer sechs Apfelsorten. Nach Angaben von »Planet Wissen« wird geschätzt, dass es heute auf der Welt mehr als 30 000 Apfelsorten gibt, davon 2000 in Deutschland. Die Auswahl an Äpfeln in vielen Supermärkten scheint riesig: rote, gelbe, grüne – große, kleine, süße und saure. Die Zahl der Sorten ist jedoch keineswegs so groß, wie sie auf den ersten Blick erscheint: In den vergangenen 50 Jahren haben Äpfel viel von ihrer Vielfalt eingebüßt. Lediglich 25 Sorten werden im Erwerbsobstbau kultiviert und nur sieben davon regelmäßig im Handel angeboten: Boskoop, Cox Orange, Golden Delicious, Elstar, Gloster, Jonagold und Granny Smith.

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