Kultusministerin Eisenmann an Beruflichen Schulen

Es braucht in Achern mehr Sprachförderung zum Berufeinstieg

Autor: 
Matthias Heidinger
Lesezeit 2 Minuten
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24. Oktober 2017

(Bild 1/2) Der Besuch in den Beruflichen Schulen in Achern am Montag bekam aus der schuleigenen Küche eine afghanische Spezialität serviert, Fladenbrot mit Würzmischung und Olivenöl samt Obstspieß. Von links: OB Klaus Muttach, Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU), Schulleiter Jörg Krauss, Willi Stächele (MdL, CDU) und Bernhard Kohler vom Amt für Schule und Kultur im Landratsamt. ©Matthias Heidinger

Sind Dauer und Intensität der Sprachförderung für Zugewanderte an den Beruflichen Schulen im Land ausreichend? Das wollte am Montagnachmittag Kultusministerin Susanne Eisenmann von der Acherner Schule wissen. Nein, war die Antwort, das Angebot müsse ausgeweitet werden, damit es etwas bringt.
 

Die Kultusministerin von Baden-Württemberg, Susanne Eisenmann, war am Montag in Achern. Sie besuchte auf Vermittlung des Landtagsabgeordneten Willi Stächele die von Jörg Krauss geleiteten Beruflichen Schulen in Achern. Dabei wurde in freundschaftlicher Atmosphäre Tacheles geredet.

Der Ministerin ging es nach einem kurzen Rundgang vor allem um die beiden VABO-Klassen an den Beruflichen Schulen in Achern. Die Abkürzung steht für Vorqualifizierungsjahr Arbeit/Beruf mit dem Schwerpunkt des Erwerbs von Deutschkenntnissen. Es soll berufsschulpflichtige Jugendliche, insbesondere zugewanderte, auf die sprachlichen Anforderungen einer Ausbildung vorbereiten. Dazu gehört auch ein Praktikum, das auch gut zu bekommen sei, wie es gestern hieß.

Klare Antwort

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Doch es gibt ein großes Problem. Eisenmann fragte in dem Gespräch nach Rundgang und Klassenbesuch (siehe Stichwort): »Soll der Sprachförderunterricht intensiver oder verlängert werden?« Die Antwort von Schulleiter Krauss, seinem Stellvertreter Holger Lienert und den Lehrern Marco Wonschik und Sandra Hohaus war unisono: »Beides!« Keine 15 Prozent würden es in der gegebenen Zeit trotz aller Motivation schaffen, sich ein ausreichendes Sprachniveau (mindestens B 1) anzueignen. Für viele reiche das als Start ins Berufsleben nicht aus, hieß es von denen, die es wissen müssen. Es scheitere dann spätestens an Fachbegriffen. »Ich bin froh über diese Rückmeldung«, sagte die Ministerin, »wir wollen es ja konkret angehen und verbessern und nicht drei Jahre lang nur darüber reden«. 

Jörg Krauss sagte, dass es in den VABO-Klassen keinerlei Konflikte gegeben habe, obwohl da Sunniten neben Schiiten sitzen würden. 

Ein weiteres Thema, das die Ministerin ansprach, war die mangelnde Flexibilität der aktuellen jungen Lehrergeneration. Laut Eisenmann wollten viele nur an bestimmte Schulen fast immer in Ballungszentren. Alternativen, wie übergangsweise an Grundschulen zu unterrichten, würden oft abgelehnt. Stattdessen werde lieber nichts gemacht. Eisenmann habe 1500 Gymnasiallehrer ohne Beschäftigung angeschrieben, nur 29 hätten die vorgeschlagene vorübergehende Grundschularbeit angenommen. An den Beruflichen Schulen fehle es an Lehrern für Deutsch und Gemeinschaftskunde, berichtete der Abteilungsleiter Technik, Ralf Probst der Ministerin.

Stichwort

In der Klasse

Extra für die Kultusministerin länger da geblieben waren am Montagnachmittag die Schüler der VABO-Sprachförderklassen I und II von den Lehrern Sandra Hohaus und Marco Wonschik. Die Schüler schenkten Susanne Eisenmann Blumen, hatten Fragen an sie vorbereitet und stellten in teilweise schon recht gutem Deutsch kurz ihre Heimatländer Eritrea, Irak, Syrien oder Afghanistan vor.
Bei dem knapp 20-minütigen Besuch in der Klasse entstand ein kurzer Dialog in einer aufgeschlossenen Atmosphäre.

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