Hospizgemeinschaft Ortenau präsentiert sich in Renchen

Es werden ehrenamtliche Mitarbeiter gesucht

Autor: 
Peter Meier
Lesezeit 2 Minuten
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21. Oktober 2017

Die Mitglieder der Hospizgemeinschaft Ortenau, vorne rechts die Sprecher Manfred Scheurer und Dorothea Brust-Etzel, informierten in Renchen über ihre Arbeit. ©Peter Meier

Anlässlich des Welthospiztages trafen sich Gruppen der Ortenau im Simplicissimus-Haus, um über ihre palliative Arbeit zu berichten. Wer sich in dem Bereich ehrenamtlich engagieren möchte, bekommt eine intensive Einschulung.

Am Mittwoch trafen sich die Sprecherinnen und Koordinatoren der elf Hospizgruppen der Ortenau im Simplicissimus-Haus, um im Rahmen einer Pressekonferenz ihre Zusammenarbeit als »Hospizgemeinschaft Ortenau« vorzustellen. Manfred Scheurer (Hospizgruppe Acher/Achertal) und Dorothea Brust-Etzel (Ambulanter Besuchs- und Hospizdienst Caritasverband Kinzigtal) sind Sprecher dieser Gemeinschaft. 
Scheurer verdeutlichte, dass jede Gruppen jahrelang für sich allein aktiv gewesen sei. Die Erkenntnis, dass alle dieselben Aufgaben wahrnehmen und ein Erfahrungsaustausch  von Vorteil wäre, führte zu einem »Runden Tisch« und schließlich zur Bildung der Gemeinschaft. 
»Wir können viel voneinander lernen und uns auch gegenseitig helfen«, betonte Brust-Etzel. Anlass, sich nun einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen, war der Welthospiztag, der vom Deutschen Hospiz- und Palliativverband (DHPV) unter dem Motto »Für eine bedarfsgerechte Hospiz- und Palliativversorgung« am 14. Oktober gefeiert wurde. 
Die Gruppen suchen weiterhin ehrenamtliche Helfer, da die Mitarbeiter manchmal bis an ihre Grenzen belastet seien. Interessenten werden intensiv auf ihre Arbeit vorbereitet und geschult. Ihr Dienst ist kostenlos und sie unterliegen der Schweigepflicht. 
Dabei werden sie zunächst von den Koordinatoren begleitet, die sich bei der Einteilung bereits ein Bild machen und überlegen, welcher Ehrenamtliche für die betroffenen Personen besonders gut geeignet ist. Angefordert wird der Hospizdienst von den Familien oder auch von Heimen, mit denen neuerdings Kooperationsverträge bestehen. 
Auch Krankenhäuser, Sozialstationen oder Pflegedienste haben die Möglichkeit, sich um eine palliative Versorgung schwer kranker Patienten zu kümmern. Das gilt nicht zuletzt auch für die »Brückenpflege«, die Versorgung schwer Kranker, die beispielsweise regelmäßig mit Medikamenten versorgt oder betreut werden müssen. Dann sei der Ansatz für die Betreuung anders. 
Auch für Angehörige
Zunehmend, so eine Teilnehmerin der Gesprächsrunde, seien es Patienten selbst, die bei den Hospizvereinen anrufen. Den Diensten gehe es auch um die Angehörigen. Diese werden entlastet und gestärkt, damit auch sie diese entscheidende Phase in Würde und Selbstbestimmung erfahren können. 
»Wir wollen Menschen auf ihren Wunsch hin das Sterben in vertrauter Umgebung ermöglichen«, so ein weiterer Ansatz, dabei stehen die Bedürfnisse, Ängste und Sorgen Mittelpunkt. Das Ziel sei, eine gute Lebensqualität bis zuletzt zu wahren. 
Durchschnittlich 270 Sterbende werden von der Hospizgemeinschaft jährlich auf ihrem letzten Lebensabschnitt begleitet.

Stichwort

Die Hospizgemeinschaft

Unter dem Motto »Leben bis zuletzt – Sterben als Teil des Lebens« wurden in den vergangenen 20 bis 25 Jahren in der Ortenau elf Hospizvereine oder Hospizdienste mit heute insgesamt 180 ehrenamtlichen Mitgliedern gegründet. 
Einige von ihnen wie zum Beispiel der Hospizverein Offenburg können demnächst ihr 25- oder die Hospizgruppe Oberkirch ihr 20-jähries Bestehen feiern. Gemeinsam ist ihnen das Ziel, schwerkranke oder sterbende Menschen und ihre Angehörigen ehrenamtlich zu begleiten – in ihrer häuslichen Situation, im Heim oder auch im Krankenhaus. 
Diese Begleitung und Unterstützung versteht sich als hilfreiche Ergänzung zu den professionellen Pflegeleistungen.
Koordination: Ute Königsmann, • 0173/6582363
Brückenpflege: Ortenau Klinikum, • 0781/4722532

Stichwort

Die Gruppen

Ambulante Hospizgruppe Acher-Renchtal:
• 0151/51158146 oder • 07841/21391 – Silke Bohnert/Annette Zittel/Manfred Scheurer
Hospizgruppe Oberkirch: • 07802/50832 oder • 07802/982044, Claudia Braun/Julita Parisel
Hospizverein Offenburg (ambulanter Erwachsenendienst/Kinder- und Jugendhospiz): • 0781/990573-0, Monika Lubitz/Christine Seebacher/Helena Gareis

Hospizgruppe Kehl/Rheinau: • 0175/3484780 oder • 0172/7154620, Elke Spanier/Heike Lehmann
Hospizdienst Oberes Renchtal/Oppenau: 
• 01573/7720763 oder • 0172/7720765, Roswitha Gutmann/Notburga Bieser.

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