Oberkirch

Extremer Mengendruck beim Obstgroßmarkt im Obstjahr 2018

Autor: 
red/rüd
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11. Mai 2019
 1800 Mitglieder Einzugsgebiet von Ortenberg bis Bühl 80 Mitarbeiter/innen Bildunterschriften: Vorstand: Gewürdigt wurden scheidende und neue, beziehungsweise wiedergewählte Mitglieder der Gremien, v.l. Aufsichtsratsvorsitzender Markus Grimmig, Vorstandsvorsitzender Wendelin Obrecht, Hannes Panter, Stefan Sester, Klemens Kammerer, Adolf Karcher, Franz Kurz, Geschäftsführender Vorstand Marcelino Expósito.

1800 Mitglieder Einzugsgebiet von Ortenberg bis Bühl 80 Mitarbeiter/innen Bildunterschriften: Vorstand: Gewürdigt wurden scheidende und neue, beziehungsweise wiedergewählte Mitglieder der Gremien, v.l. Aufsichtsratsvorsitzender Markus Grimmig, Vorstandsvorsitzender Wendelin Obrecht, Hannes Panter, Stefan Sester, Klemens Kammerer, Adolf Karcher, Franz Kurz, Geschäftsführender Vorstand Marcelino Expósito. ©OGM

Die Auswirkungen des Frostjahres 2017 bekamen die Erzeuger der Obstgroßmarkt  Mittelbaden eG auch im Geschäftsjahr 2018 noch zu spüren. Dennoch resultiert aus den  Obstverkäufen ein Umsatz von rund 29,5 Millionen Euro und zeigt sich gegenüber dem  Vorjahr nahezu stabil. 

Mit 32 449 Tonnen vermarkteter Erntemenge konnte man im  Vergleich zum Vorjahr wieder zulegen. Die Bilanz schließt mit einem Minus von rund 241 600 Euro. Mit den Obstverkäufen wurden 29,5 Millionen Euro erwirtschaftet, ähnlich viel wie 2017. „Wenn wir keine Äpfel haben, können wir keine verkaufen“, stellte Geschäftsführender Vorstand  Marcelino Expósito in seinem Resümée im Rahmen der Generalversammlung in der Erwin-Braun-Halle in Oberkirch am Donnerstagabend fest. 

Denn es fehlten nach dem Frostjahr 2017  Lageräpfel in der Vermarktung. Eine zunehmende Internationalisierung des Verkaufsmarktes mit  Obst aus aller Welt zu allen Jahreszeiten stellt die OGM vor zusätzliche Herausforderungen. Das  gesamte Jahr 2018 war gekennzeichnet durch sehr große Warenmengen, national wie  international, was unterm Strich bei allen Kulturen einen Preisrückgang nach sich gezogen hat.  „Große Mengen in kurzen Zeiträumen abzusetzen, stellt an die Vermarktung enorme  Herausforderungen“, so Expósito. „Das Jahr war geprägt durch einen unheimlichen  Mengendruck“, versicherte Vorstandsvorsitzender Wendelin Obrecht. 

Das habe sich auf den  Marktpreis drastisch ausgewirkt, besonders bei den Erdbeeren, da es in Spanien aufgrund der  dort kühleren Witterung zu einer Verzögerung der Ernte und hier in der Ortenau zu einem  früheren Erntebeginn kam. Das führte über drei Wochen hinweg zu einer Überlagerung der  Angebote im Lebensmitteleinzelhandel. Geerntet wurden mit 4500 Tonnen Erdbeeren rund 900  Tonnen mehr als im Jahr zuvor. Der Erlös lag aber um 1,6 Millionen Euro unter dem des  Vorjahres. Bei allen übrigen Beerenkulturen sind die Umsätze stabil geblieben. 

Bei den  Zwetschgen wurde mit 7700 Tonnen gar die sechsfache Menge eingefahren. Beim Steinobst  ließen sich sogar insgesamt 4,5 Millionen Euro mehr Umsatz generieren. „Unser Sorgenkind  waren eindeutig die Erdbeeren.“ Beim Kernobst war das Frühjahr durch die fehlenden Äpfel aus 2017 geprägt, während die Ernte  2018 große Mengen zu sehr niedrigen Preisen bescherte. So hat das Frostereignis aus dem Jahr  2017  letztlich die Einnahmen um 1,2 Millionen Euro gesenkt. Hinzu kamen Investitionen für die  Lagerräume in Block E und F mit einer halben Million Euro an Eigenmitteln. 

Mindereinnahmen

Das heißt für die  OGM Mindereinnahmen von 1,7 Millionen Euro.  Mit einem Drei-Jahres-Programm will man das Unternehmen für die Zukunft aufstellen. Dazu  wird auch über Strukturanpassungen nachgedacht. Derzeit betreibt die OGM 19 Sammel- und  Betriebsstellen. „Das kostet natürlich Geld.“ Ebenso wird an einer Kulturen- und Anbaustrategie  gebastelt, die auf den Markt abgestimmt sein wird. Auch wurde eine Computer basierte  Mengenplanung mittels App entwickelt, so dass der Erzeuger schon rechtzeitig seine  Mengenmeldung durchgeben kann. „Das kommt beim Handel sehr gut an. Und unser Vertrieb  kann besser planen.“ 

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Zudem wolle man dem LEH damit einen Mehrwert bieten und regionale  Stärke demonstrieren. Konsequent wird auch an einer Qualitätsstrategie gearbeitet. Große  Anstrengungen werden bei der technischen Optimierung unternommen. Dazu gehört   auch die  Energieeffizienz. Der Verbrauch soll mit intelligenter Steuerungstechnik reduziert werden.  

Weiterhin wird intensiv Ergebnis offen eine gemeinsame Vertriebsgesellschaft mit der Franz  Eckenfels Fruchthandel GmbH aus Oberkirch-Tiergarten geprüft.

Aufsichtsratsvorsitzender Markus Grimmig hatte souverän durch die Versammlung geführt und  in seinen Schlussworten zu Geschlossenheit aufgerufen, um die OGM in die Zukunft zu führen.  

Für die Stadt hatte Bürgermeisterstellvertreter Georg Wolf Grüße übermittelt und daran erinnert,  dass die „Wiege des Obstbaus“ in Oberkirch liegt, denn hier wurde vor 90 Jahren die  Bezirksobstgroßmarktgenossenschaft gegründet. 

Bei den anschließenden Wahlen trat das langjährige Vorstandsmitglied Adolf Karcher aus  Achern-Oberachern nicht mehr an. Seit 1991 gehörte er den OGM-Gremien an, zuletzt 20 Jahre  dem Vorstand.  Für ihn wurde Franz Kurz aus Sasbach gewählt. 

Ebenfalls nicht mehr zur Wahl  stellte sich Aufsichtsratsmitglied Klemens Kammerer aus Renchen-Ulm. Für ihn wählte die  Versammlung Obstbaumeister Stefan Sester aus Oberkirch. In den Aufsichtsrat wiedergewählt  wurde Hannes Panter aus Oberkirch.

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