Fernwärmeversorgung in Oppenau

Feinstaubbelastung der Heizzentrale geht gegen Null

Autor: 
Simon Allgeier
Lesezeit 3 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
24. Februar 2018
Berthold Schmidt, Geschäftsführer der Wärmeversorgung Oppenau (von links), erläuterte dem Landtagsabgeordneten Thomas Marwein und Bürgermeister Uwe Gaiser die Funktionsweise der Heizzentrale.

(Bild 1/2) Berthold Schmidt, Geschäftsführer der Wärmeversorgung Oppenau (von links), erläuterte dem Landtagsabgeordneten Thomas Marwein und Bürgermeister Uwe Gaiser die Funktionsweise der Heizzentrale. ©Simon Allgeier

Die Heizzentrale für die Oppenauer Fernwärmeversorgung ist gut ausgelastet. Sollte sich ein größeres Unternehmen ans Netz anschließen lassen, wird ein zweiter Heizkessel notwendig. Das wurde beim Antrittsbesuch des Landtagsabgeordneten Thomas Marwein gestern bei Bürgermeister Uwe Gaiser deutlich.

Morgens um 6 Uhr sind die Ausschläge der Grafik, auf die Berthold Schmidt auf einem Bildschirm im Nebenraum der Heizzentrale in der Oppenauer Mengelsmatt zeigt, besonders hoch. Fast 1700 Kilowatt Leistung wird dann in den aktuell 85 ans Oppenauer Fernwärmenetz angeschlossenen Gebäuden abgerufen. Erzeugt wird die Wärme in einem mit Hackschnitzeln befeuerten Heizkessel mit einer Leistung von 1700 KW, erläuterte der Geschäftsführer der Wärmeversorgung Oppenau GmbH und Co. KG (WVO), die die Fernwärmeversorgung betreibt, gestern bei einem Besuch des Landtagsabgeordneten Thomas Marwein bei Bürgermeister Uwe Gaiser. 

Der 30 000 Liter fassende Pufferspeicher diene zum Ausgleich, von dort werde das bis zu 90 Grad heiße Wasser mit einem Druck von neun Bar ins derzeit 3,8 Kilometer lange Leitungsnetz gepumpt. »Wir versuchen beim Verlegen der Leitungen immer Synergieeffekte zu nutzen«, ging Gaiser auf den Bau der Trasse ein, in den kommenden Jahren könne diese noch erweitert werden, so dass weitere Gebäude mit Fernwärme versorgt werden könnten. Aktuell habe die WVO 180 Hausanschlüsse in Oppenau verlegt, erklärte Schmidt, viele würden derzeit aber noch ihre alte Heizanlage verwenden und erst umschalten, wenn der Heizöltank leer ist oder die Heizung ausgetauscht werden muss.

Bis Ende Juni ist der Wärmepreis mit 90 Euro pro Megawattstunde festgeschrieben. »Wenn von den 180 Anschlüssen noch etwa 20 bis 30 ans Netz gehen, können wir diesen Preis halten«, meinte Schmidt. Sollte ein Großabnehmer, beispielsweise ein Industriebetrieb, sich anschließen lassen, werde der Einbau eines zweiten Heizkessels notwendig, die Vorrichtungen hierfür gebe es bereits. Stolz ist der Geschäftsführer auf die inzwischen bei einer Abgasmessung ermittelten Werte. Sämtliche Grenzwerte würden weit unterschritten, beim Feinstaub tendierten die Werte sogar gegen Null. Marwein bezeichnete die Fernwärmeversorgung auch vor dem Hintergrund des Klimaschutzes als richtigen Schritt, zumal die Hackschnitzel, von denen pro Jahr rund 5000 Kubikmeter benötigt werden, aus der Region kommen. 

- Anzeige -

Etol plant Erweiterung

Mit einem Fernwärmeanschluss hat auch schon die Firma Etol geliebäugelt, die gestern ebenfalls auf der Besuchsliste von Gaiser und Marwein stand. »Um zu zeigen, dass unsere Betriebe Erweiterungsmöglichkeiten brauchen, ist Etol ein gutes Beispiel«, meinte der Bürgermeister. Es sei wichtig, dass Politiker, die in der Gesetzgebung aktiv sind, sehen, welche Auswirkungen diese haben. Das 1946 in Oppenau gegründete Unternehmen, das heute an drei Standorten 275 Mitarbeiter beschäftigt, will in den nächsten zwei Jahren rund sieben Millionen Euro am Standort Oppenau investieren, unter anderem in einen neuen Maschinenpark und den Anbau einer Halle mit 600 Quadratmetern Fläche für die Produktion von Kunststoffteilen.

»Wir haben hier eine gewachsene Struktur, aber die logistischen Anforderungen sind in den letzten Jahren gestiegen«, erläuterte Geschäftsführer Wolfgang Riehle bei einer Führung. Ziel der Erweiterung sei auch ein Ausbau der Produktpalette, insbesondere im Bereich Kunststofftechnik. Etol ist außerdem ein Hersteller von Gesundheitspflege- und Pharmaprodukten sowie Hygieneartikel für gewerbliche Großküchen.

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeigen
  • vor 8 Stunden
    Eröffnung am 30. März
    Beim Grillen wird es jetzt richtig heiß: Der Obi Markt in Offenburg eröffnet am Samstag, 30. März, seine neue 500 Quadratmeter große »BBQ & Grillwelt« – und macht sich zur Top-Adresse für Grill-Fans. Kunden erwartet ein konkurrenzlos großes Angebot an Grills und Zubehör von Top-Marken. Zur...
  • 19.03.2019
    Kehl
    Zum 29. Mal können Gäste am Wochenende des 30. und 31. März in der Kehler Innenstadt den Kehler Autopark besuchen. Eingerahmt ist er in ein Frühlingsfest, der Sonntag ist außerdem verkaufsoffen.
  • 28.02.2019
    Kehl-Kork
    Traumhafte Bäder in den verschiedensten Varianten, zugeschnitten auf die individuellen Wünsche des Kunden - dafür stehen die Experten von Badtraum in Kehl-Kork seit 11 Jahren. Das Besondere dabei: Badtraum liefert alle Leistungen aus einer Hand und steht den Kunden von der Planung bis zum Einbau...
  • 15.02.2019
    Bars, Musik, Kostümprämierung
    Schon siebenmal fand der Gammlerball in Kehl bislang am Schmutzigen Donnerstag statt. In diesem Jahr ist das anders. Erstmals wird in der Stadthalle am Fasnachtssamstag gefeiert. Neben DJ Vuko sorgen verschiedene Narrenzünfte und die Gammlerbänd Willstätt für die Musik. Mit der Terminänderung aufs...

Weitere Artikel aus der Kategorie: Achern / Oberkirch

vor 6 Stunden
Vor der Kommunalwahl
»Die Liste ist voll!« Wer dies dieser Tage im Hinblick auf die Kommunalwahl am 26. Mai sagen kann, ist einerseits glücklich und hat andererseits viele erfolgreiche, aber auch erfolglose Gespräche hinter sich. Wie lief die Kandidatensuche im Raum Achern?  
vor 9 Stunden
100 Wohnungen werden gebaut
Diese Nachfrage übertrifft alle Erwartungen: Noch bevor das Bauunternehmen Rendler den Startschuss für das Wohngebiet »Neumatt« an der Rench gegeben hat, sind nahezu alle Wohnungen verkauft. Auf das geplante Vermarktungsbüro in der Innenstadt verzichtet das Unternehmen deshalb.
vor 12 Stunden
Ortsvorsteherin ist sauer
Lang war die Liste an Vandalismus-Vorfällen, die Ortsvorsteherin Gabi Bär am Mittwoch den Mösbacher Ortschaftsräten präsentierte. Die Rathauschefin hat die Nase voll – und erwartet jetzt Maßnahmen.
vor 15 Stunden
Auftritt in Freistett
Der bekannte Fernsehmoderator und Fußballkommentator Reinhold Beckmann steht auch als Musiker auf der Bühne. Am 24. März stellt er im Foyer der Stadthalle mit Johannes Wennrich sein neues Programm Freispiel vor. Im Interview erklärt er seinen Weg in die Musik.
vor 18 Stunden
Nominierung in Freistett
Die CDU/FWG-Listenverbindung hat am Samstag in Freistett ihre Kandidaten für die Gemeinderatswahl im Mai nominiert. Bei der Kandidatensuche habe sich gezeigt: Politikverdrossenheit herrsche in Rheinau keine.  
vor 21 Stunden
Recht auf Weiterbildung
Die Heftigkeit der Kritik an seiner Nebentätigkeit hat Oberkirchs Oberbürgermeister Matthias Braun überrascht. Braun hat sich neben seiner beruflichen Tätigkeit zum Diplom-Sachverständigen für die Bewertung von bebauten und unbebauten Grundstücken, für Mieten und Pachten fortgebildet und...
vor 22 Stunden
Tivoli in Achern ausverkauft
Dem Acherner Tivoli wurde am Sonntagabend eine neue Rolle zuteil. Sie passte zu diesem Saal, dessen Bühne von dicken Vorhängen eingerahmt ist und einem ganzen Orchester Platz bietet. Die Parkettschmeichler waren zu Gast.
vor 22 Stunden
Franz Vierling nun Ehrenmitglied
Ein Trio bildet künftig die Vorstands-Riege des Turnvereins Sasbach. Gleichzeitig wurde ein Generationswechsel an der Spitze des Traditionsvereins vollzogen.
vor 23 Stunden
Nachruf
Die älteste Acherner Bürgerin, Liddi Schunke, ist am Samstag gestorben. Im hohen Alter von 103 Jahren ist sie in Fautenbach friedlich eingeschlafen.
vor 23 Stunden
Verkehrsbehinderung
Spatenstich für die Arbeiten in der Bühler Straße in Sasbach ist am Dienstag, 16. April, sie werden länger als ein halbes Jahr dauern. Das teilte Bürgermeister Gregor Bühler dem Gemeinderat am Montag mit, nachdem der Generalentwässerungsplan vorgestellt worden war. 
Bürgermeister Thomas Krechtler (Mitte) und Wassermeister Christian Schnurr (rechts) informierten sich laut einer Pressemitteilung über die Bauarbeiten beim Kanalsanierungsberater Andreas Huber (Vogel Ingenieure).
vor 23 Stunden
Bauarbeiten in Lautenbach
 Die Gemeinde Lautenbach investiert in ihre Infrastruktur, ins Kanalnetz. Ziel der Sanierung ist primär die Fremdwasserbeseitigung und die Beseitigung baulicher Mängel. 
vor 23 Stunden
Selten hohe Qualität
Eine Sternstunde der Gospelmusik und ein famoses Konzert, das noch lange nachklingen wird, erlebten die  Besucher des Gospelkonzerts in Fautenbach.