Oberkirch

Stabhalterei Fernach heizt sogar dem Wetter ein

Autor: 
Roman Vallendor
Lesezeit 3 Minuten
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09. Februar 2016
Fernachs Sprachrohre: Berthold Hartwich gab das Stabhalteramt an Roland Busam ab.

(Bild 1/8) Fernachs Sprachrohre: Berthold Hartwich gab das Stabhalteramt an Roland Busam ab. ©Vallendor

Einheizen bis die Hütte brennt will der neue Fernach-Stabhalter Roland Busam seinem Volk. »Der Einheizer« übernahm am Sonntag im »Pflug« die Regierung – und brachte mit einem Vorschlag zum Umzug die Narrenzunft ins Schwitzen.

27 Tage länger als bei seinem Vorgänger »Berthold das Alfatier« dauert die Amtszeit des neuen Fernacher Stabhalters »Roland der Einheizer«. Die Zeit will er nutzen, um ganz Oberkirch einzuheizen. Den Testlauf gab es schon  im Dezember 2015: Da seien die Zahlen auf dem Adventskalender nicht Datums-, sondern Temperaturangaben gewesen.
Am Herzen liegt Roland Busam die Wiederauferstehung des Großen Loh. Aus der Erfahrung als Jugendfußballtrainer will er eine Spielgemeinschaft »Leimen/Loh« gründen. Und da die kommende Baustelle in der Hauptstraße den Narrenumzug verhindere, schlug er als neuen Umzugsweg die Strecke von der Winzergenossenschaft über das Rennbäumle, Wolfhag und zurück vor. Da gäbe es Platz für 100 000 Zuschauer, und der Umzug würde keinen Anwohner stören.

Ex-Stabhalter »Berthold das Alfatier« nannte seinen Nachfolger einen Beta-Blocker. Der habe es fertiggebracht, ihn zum Fall für die Fernacher Selbsthilfegruppe von der Fasenteröffnung zu machen. Eines tröstete ihn jedoch: Sein Nachfolger sei »kei Pfälzer un kei Schrinner, kei Dicker, s’ isch ä Dünner, kei Bänker un kei Beizer, sondern ›Roland der Einheizer‹«.

Badischer Provinzadel

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Landesmutter Elke Martin wollte eigentlich das Zepter selbst in der Hand halten, doch als kluge Westerwälderin agiere sie nach dem Motto: »Hinter jedem starken Mann steht eine starke Frau.« Bei einem »normalen« Badener sei die Dynamik durch Wortkargheit begrenzt. Dagegen seien die Westerwälder weltoffen und redegewandt. Sie habe internationales Format. Ihr Roland zähle eher zum badischen Provinz-Adel.
Die Kirchplatzmäuse (Agnes Panter und Isolde Metzinger) wussten immer schnell das Neueste. Fürs Modeatelier Hollnberger komme nun das »Tatü-Studio«. Ja, vor ihrem Laden, »Isoldes Rosengarten«, werde halt rumgetrascht.  Gerüchte würden zu gut informierten Quellen – und ein vertretener Fuß zum Oberschenkelhalsbruch. Über eines hätten sich die beiden Kirchplatzmäuse aber gefreut: dass die Walachen 150 Jahre unter einem Kreuz leben mussten, das im Fernach hergestellt worden war. 

Eine Lektion über das richtige Verhalten eines Fernacher Ministers erteilte der »alte Hase« (Frank Lachmann) dem »jungen Hüpfer« Daniel Meister.  Ob passende Anzugsordnung oder  eingeforderte Pünktlichkeit, der Jungminister blieb dem Altminister, gemäß seinem Namen, keine Antwort schuldig.
Gestenreich inszenierte Friedbert Dietsche den Versuch, seine Leibspeise »verstampfte Gelbe­rüben« zu kochen. Er endete im Debakel. Mehrere Tage war der Dietsche, gelernter Malermeister, mit der Beseitigung der Gelbe­rübeflecken an den Wänden beschäftigt.

Evolution in Zusenhofen

Eine erfrischende Lehrstunde über die Evolution gab Bärbel Oftring, welche die Auftritte gekonnt aus biologischer Sichtweise anmoderierte: »Flugsaurier und Ammoniten und andere merkwürdige Arten sind verschwunden. Die Zusenhofener gibt’s noch«.

Zitat

Fernach

»Wie kummt ma zum Name »Einheizer«? Einheizer deshalb, wiel ich bim Heizungs-Busam bin, aber nit verwondt oder verschwägert. Ich krieg min Geld fürs Schaffe.«
»Ich werd alle Autofahrer die Schweißperle uff die Stirn triebe. Dodezu hab ich bim Schlüssel ä Baustell mit einer computergesteuerte Ampelanlag installiert. Die isch mit de Fußgänger­ompel bim Koehler im Loh verbunde und bildet mit dere zemme eine grüne Welle.«
Stabhalter Roland der Einheizer über sich selbst und über die Baustelle in der Appenweierer Straße

» Apropos: Was isch Kultur? Manche – ne eine –meint ja, dass nur Kunst und Kultur sei die eigene Glasmalerei.«
Achim Huber

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