Oberkirch

Fotokurse aus Ödsbach

Autor: 
Katharina Reich
Lesezeit 3 Minuten
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14. August 2013

Die Kamera ist seit 40 Jahren treuer Begleiter im Leben von Karl Warkentin. Er glaubt: »Durch die Digitalisierung hat das Foto an Wert verloren.« ©Katharina Reich

Seit 40 Jahren ist die Kamera aus dem Leben des Wahl-Ödsbachers Karl Warkentin nicht mehr wegzudenken. Sein Wissen gibt der Fotograf seit mehr als einem Jahrzehnt an Design-Studenten und Hobbyfotografen weiter.

Entspannte Loungemusik klingt aus dem Raum, als Karl Warkentin die Tür zu seinem Fotostudio  öffnet. Den hellen, großen Raum im Obergeschoss des alten Schulhauses in Ödsbach verdunkeln  schwarze Jalousien, an den weißen Wänden geben Porträts und Aktfotografien einen ersten  Einblick in die Arbeit des Fotografen. Neben Menschenbildern beschäftigt sich Karl  Warkentin auch mit Landschaften, Städten und moderner Architektur.

Im Mittelpunkt seines  Schaffens steht aber eines: das Wissen um das Fotografieren weiterzugeben. Dazu reist Karl  Warkentin immer wieder durch die ganze Republik. In Hamburg vermittelt er an der privaten Kunstschule Alsterdamm Kommunikationsdesign-Stundenten die Grundlagen guten Fotografierens. In Dresden, München, Konstanz und Singen lehrt er an der Volkshochschule und  in Offenburg ist er an der Kunstschule aktiv. Fotoreisen führen ihn auch aus Deutschland hinaus.  Prag, Lanzarote, Lissabon und sogar Dubai waren schon Kulisse für seine Fotokurse. 

»Die Hälfte des Jahres wohne ich im Hotel«, erzählt er. Die andere Hälfte verbringt der gebürtige Hamburger in seiner Wahlheimat Ödsbach, wo er vor 13 Jahren  hingezogen ist und von wo er auch nicht mehr weg will. Von Ödsbach aus organisiert er seine  vielen Reisen, stimmt Kurstermine aufeinander ab und entwickelt neue Kursideen. 

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Dass er einmal Fotograf werden wollte, wusste Karl Warkentin schon in der Schule. Dass er erst auf  Umwegen zu seinem Traumberuf kam, daran ist eine Berufsberaterin des Arbeitsamts schuld. Die  redete dem jungen Karl seinen Berufswunsch aus, weil es in Hamburg damals nur wenige  Lehrstellen gab und die Noten des Schülers nicht ausreichend gewesen waren. Karl Warkentin  machte schließlich eine Ausbildung als Fernsehtechniker und Fotolaborant, arbeitete auch einige  Jahre im Labor, bevor er Anfang der 80er Jahre Kommunikationsdesign studierte.

Nach seinem  Studium hatte Warkentin eine Stelle in einer Softwarefirma und entdeckte dort die Freude am Lehren. »Ich übernahm in der Firma immer mehr die Schulung der Kunden und habe gemerkt,  dass es mir Spaß macht, anderen etwas beizubringen und zu vermitteln«, erzählt er. Seit 2002 gibt  Warkentin nun hauptberuflich in ganz Deutschland Fotokurse. Die Volkshochschule im Norden  des Landkreis München zeigt derzeit anlässlich der zehnjährigen Dozententätigkeit Warkentin  eine Werkschau seiner Fotografien.

In den 40 Jahren, in denen ihn die Kamera stets treu begleitete, hat sich in der Fototechnik einiges  getan. »Das Foto hat durch die Digitalisierung an Wert verloren«, meint der Fotografielehrer. Dennoch  vermisst er die Dunkelkammer nicht und arbeitet schon seit vielen Jahren nicht mehr mit Filmen. Für Fotografen sei durch die Digitalisierung das Geschäft hart geworden.

Die neue Technik ermögliche  es auch Hobbyfotografen mit einem guten Auge und einer einigermaßen guten Kamera, gute  Bilder zu machen. Karl Warkentin profitiert von dieser Entwicklung, schließlich bringt er den  Amateuren das Profiwissen näher.

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