Geschlechtergerechte Kirche gefordert

Frauen wollen auch im Acher-Renchtal Priesterinnen sein

Autor: 
Roland Spether
Lesezeit 2 Minuten
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27. September 2019
Die bundesweite Aktionswoche der Frauengemeinschaften »Macht euch stark für eine geschlechtergerechte Kirche« wird auch im Dekanat Acher-Renchtal begangen.

Die bundesweite Aktionswoche der Frauengemeinschaften »Macht euch stark für eine geschlechtergerechte Kirche« wird auch im Dekanat Acher-Renchtal begangen. ©Roland Spether

Die bundesweite Aktionswoche »Macht euch stark für eine geschlechtergerechte Kirche« machte sich auch in der Kirche des Klosters Erlenbad in Obersasbach bemerkbar.

»Herr Pfarrer Schmitt, können Sie sich vorstellen, hier am Altar eine Frau als Priesterin an Ihrer Seite zu haben?« Eine spannende und provokante Frage, die Andrea Maier von der Frauengemeinschaft des Dekanats Acher-Renchtal ihrem Dekan Georg Schmitt bei einem Gottesdienst stellte.

»Seit ich 1986 zum Priester geweiht wurde, stehen Frauen mit mir am Altar«, antwortete Schmitt und zählte sehr viele engagierte Ministrantinnen, Kommunionhelferinnen, Lektorinnen und Katechetinnen auf. »Es wäre mir deshalb nicht fremd, wenn künftig auch eine Diakonin oder Priesterin hier stehen würde, ich käme damit gut zurecht«, antwortete der Dekan. Die anwesenden Frauen aus dem Dekanat nahmen das mit frohem Herzen auf.

Nach ihrer zutiefst christlichen Auffassung ist es allerhöchste Zeit, dass frischer Wind in der Kirche weht, sie als gleichwertige Christinnen anerkannt werden und sie wie engagierte Frauen in den Anfängen des Christentums die gleichen Aufgaben wie Männer übernehmen dürfen. 

Gibt einen Haken

Der Haken dabei ist, dass nicht Dekan Schmitt, der Erzbischof von Freiburg oder die deutschen Bischöfe darüber entscheiden können, ob Frauen künftig zu den Weiheämtern (Ordo) zugelassen und zu Diakoninnen, Priesterinnen und Bischöfinnen mit allen Rechten und Pflichten des Kirchenrechts geweiht werden können. 

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Genau dafür treten derzeit bundesweit die Reformbewegung »Maria 2.0« und die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) ein. Sie wollen endlich eine innerkirchliche Reform, damit Frauen im Sinne eines »Priestertums aller Getauften« Zugang zu allen Diensten, Ämtern und Entscheidungen bekommen. Doch in diese Richtung bewegt sich weder in Rom noch bei den Deutschen Bischöfen etwas, keinen Millimeter.

Kein Wort dazu

Nahezu zeitgleich zu dem sehr ansprechenden Gottesdienst der Frauen in der Klosterkirche gab der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, eine Pressekonferenz zur Herbst-Vollversammlung und dabei gab es kein Wort zu Reformwünschen der Frauen.

»Umso enttäuschter sind wir«, sagt die kfd-Bundesvorsitzende Mechthild Heil, sie steht Deutschlands größtem katholischen Frauenverband mit mehr als 450 000 Mitgliedern in 4000 Pfarreien vor.

Auch im hiesigen Dekanat sind die Frauen in etwa 20 Pfarreien stark vertreten, ihre Zahl geht gegen 3000. Aktiv sind sie in ihren Pfarreien, bekleiden viele Ämter und Dienste und halten so manche Gemeinde buchstäblich am Leben. Deshalb werden sich auch die Frauen im Dekanat laut Andrea Maier nicht entmutigen lassen.

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