Rheinau - Freistett

Freistett: Schulfach »Menschenkunde« gefordert

10. Oktober 2016
&copy Ellen Matzat

»Festival Mensch« ist eine Initiative von Karl-Heinz Schuster aus Freistett. Sein Ziel ist die Einführung des Faches »Menschenkunde« in Schulen, um für mehr Respekt im Umgang miteinander zu sorgen. 
 

»Diese Idee ist seit Jahren gewachsen«, erklärt Karl-Heinz Schuster. Sie pausierte aber, als sein Mitinitiator plötzlich verstarb. Bei »Festival Mensch« stehe der Mensch im Mittelpunkt, egal welcher Rasse, Hautfarbe oder Religion er angehört. Karl-Heinz Schuster ist der Überzeugung, dass mit dem Schulfach »Menschenkunde« die Schüler bereits in jungen Jahren an das »Wir« herangeführt werden sollten, für das mehr Verständnis und Toleranz unabdingbar seien. Nur so könne es Frieden auf der Welt geben und die Gewaltbereitschaft bekämpft werden. 

In der Erlebnispädagogik gebe es viele Ideen, das Thema für Schüler sehr interessant und erlebbar zu gestalten und sie so dafür zu sensibilisieren. Schulen kämen durch das Multikulturelle oft in Schwierigkeiten und Lehrer stießen aufgrund des fehlenden Psychologiestudiums oft an ihre Grenzen, so Schuster. Verbale Gewalt und Mobbing seien die Vorstufe zu körperlicher Gewalt, Mechanismen, die schon in Schulen hinterfragt werden müssten. Dazu bräuchte man in den Schulen speziell ausgebildete Sozialpädagogen als Fachlehrer. Das Unterrichtsfach sollte Themen von Kommunikationsarten über Grundlagen der Psychologie, Erkenntnisse der Verhaltensforschung bis zum Verstehen, wie der eigene Körper funktioniert, beinhalten.

 
Nach spanischem Vorbild
Er habe gelesen, dass in Spanien bereits 70 000 Schüler an Projektschulen erfolgreich in dem Fach »Empathie und Verantwortung« gelehrt werden würden. Dieses Fach ähnle seinen Vorstellungen. Das sei sehr gut angekommen und habe das Verhältnis zwischen Schülern, Lehrern und Eltern wesentlich verbessert. 

Um »Festival Mensch« publik zu machen, möchte er nun erst Firmen in Rheinau, danach im ganzen Ortenaukreis sowie Privatleute ansprechen, sich an seinem Projekt zu beteiligen. »Dadurch werde das Projekt bekannt und der Wunsch bei Eltern und Lehrern nach dem Unterrichtsfach »Menschenkunde« geweckt, hofft er. 

Die ersten Mitstreiter seines Projektes sind Cenan Kurt und Saad Nesmo Sello. »Wir wünschen uns, dass sich das Denken der Menschen wandelt«, erklären die beiden. Es dürfe zwischen Menschen keine Unterschiede wegen Religion oder Nationalität geben. »Wir haben auch selbst Kinder und finden das Fach in der Schule sehr wichtig, da nicht alle Kinder diese Werte zu Hause vermittelt bekommen«, erläutern sie. 

Autor:
Ellen Matzat

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