Achern - Fautenbach

Fußball-Dreamteam aus Fautenbach in vierthöchster Klasse

Michael Karle
Lesezeit 4 Minuten
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28. November 2023
Auch gegen Willstätt gab es einen großen Sieg.  Die Fußballer des Sportvereins (links) waren auf dem Weg in die seinerzeit vierthöchste deutsche Fußballliga. 

Auch gegen Willstätt gab es einen großen Sieg.  Die Fußballer des Sportvereins (links) waren auf dem Weg in die seinerzeit vierthöchste deutsche Fußballliga.  ©Repro: Michael Karle

Mit Fußballern allesamt aus der eigenen Ortschaft schafften die Rothosen vor 50 Jahren den Aufstieg. Zehn Jahre spielten sie in der zweiten Amateurliga, der vierthöchsten Klasse.

Vor 50 Jahren konnte die erste Mannschaft des SV Fautenbach den Aufstieg in die zweite Amateurliga feiern. Die jungen Männer, allesamt aus der Ortschaft und als Fußballer in den Jugendmannschaften des SV Fautenbach groß geworden, erreichten damit die vierthöchste aller damaligen Fußballligen in Deutschland. Der SV etablierte sich unter den starken Mannschaften Mittelbadens.

Vorsitzender als Trainer

Waldemar Glaser, seinerzeit Spielführer, erinnert sich gern an diese Zeiten und Erlebnisse. „In der Vorsaison hatte man den Trainer entlassen. Lange konnte man keinen geeigneten finden. Heinrich Glaser, zu dem Zeitpunkt schon lange als Vereinsvorsitzender verantwortlich, hat kurzerhand angeboten, auch das Training zu leiten.“

Entsprechend der hohen Begeisterung für seine jungen Leute gab Heinrich Glaser das Trainerhonorar komplett in die Mannschaftskasse. Auch die Vorstandskollegen Oskar Schindler (stellvertretender Vorsitzender) und Walter Gleiß (Vorsitzender des Spielausschusses) zogen mit. Neben dem Spielfeld und hinter der Mannschaft gab dieses Trio einen starken Rückhalt.

Ein „Dream-Team“ bildete sich in der Mannschaft schon über die ersten Rundenspiele in der damaligen A-Klasse. „Einen Platz an der Sonne, sprich unter den ersten Drei, hatten wir über die gesamte Saison hinweg“, so Waldemar Glaser, der Jahre nach diesem Aufstieg gar für mehr als 700 Einsätze beim SV Fautenbach geehrt wurde.

Gebhard Glaser und Wilfried Jörger, Klaus Hodapp und Edgar Gleiß, sowie Horst Glaser als offensiver Mittelfeldspieler waren weitere renommierte Spieler und Eckpfeiler der erfolgreichen Mannschaft.

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Nach dem Sieg in Oberweier im Mai 1973 waren Titel und Aufstieg perfekt. Im Dorf und in der Mannschaft nahmen die Emotionen ihren Lauf. „Mit 30 Autos, vom VW Käfer bis zum Fiat 500, sind wir durch Fautenbach und die umliegenden Dörfer gefahren“, erinnert sich Glaser stolz und vergisst nicht, dass bei diesen Gelegenheiten vielfach die Stimmen gefragt waren. „Singen konnten wir nämlich auch gut.“

Die Fautenbacher Torwart-Legende denkt ebenso gerne daran, dass alle Akteure aus Fautenbach stammten, und zuweilen auch Offerten aus der ersten Amateurliga ablehnten. Nach dem Spiel in Oberweier hatte die Mannschaft noch ein letztes Heimspiel zu absolvieren. Die Jugend durfte beim Einlaufen mit aufs Spielfeld. Der Musikverein jubilierte von der Spielfeldseite. Bürgermeister Alfred Holler und Musikvereinsvorsitzender Alois Späth brachten nach dem 6:0-Sieg Glückwunsch-Rosen zur Mannschaft. 

Es folgte ein zehn Tage währender Ausflug nach Ungarn an den Plattensee. Natürlich gehörte zu den tollen Erlebnissen auch ein vom Meistermacher Heinrich Glaser organisiertes Freundschaftsspiel im großen Stadion von Siofok, nahe Budapest.

Noch mehr verwöhnt

Fußballerisch wurde Fautenbach in diesem legendären Jahr noch mehr verwöhnt. Die A-Jugend erreichte ebenfalls die Meisterschaft in ihrer Staffel. Zu den von Adalbert Weber trainierten „jungen Wilden“ gehörten Fußballer wie Edwin Glaser, Heiner Späth, Gerhard Jäger, Richard Schindler oder Siggi Lüghausen. Alle freuten sich auf Spiele in der zweiten Amateurliga. Die erste Mannschaft konnte zudem den Achertalpokal gewinnen. Nicht zuletzt erreichte die Damenmannschaft um Spielerinnen wie Gerda Volz, Angelika Vollmer und Hedwig Schindler die Bezirksmeisterschaft.

Waldemar Glaser nennt gerne weitere Besonderheiten. Man war ganz ohne rote Karten Meister geworden. Und die erste Mannschaft konnte die Liga mehr als zehn Jahre halten. „Als ich 1978 meine aktive Fußballerlaufbahn beendet habe, folgte Willi Braun ins Tor. Der SV Fautenbach spielte immer noch zweite Amateurliga.“ Mit besonderer Begeisterung denkt der Ex-Fußballer an die großen Derbys gegen den VfR Achern zurück, der in derselben Liga wie der SV Fautenbach, SV Sinzheim und der SV Kuppenheim spielte. „In diesen Spielen mussten wir uns mit Akteuren wie Werner Bürck, Curt Vierneisel oder Michael Schmitt auseinandersetzen. Wir hatten mehrfach mehr als 1000 Zuschauer. Und natürlich ging es auf und neben dem Spielfeld, vor, während und nach den Spielen richtig zur Sache.“

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