Quintus-Orden Markus Bruder

Germanen in Sasbachwalden sind seit 55 Jahren närrisch

Autor: 
Roland Spether
Lesezeit 3 Minuten
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20. Januar 2020

Ein halbes Jahrhundert Begeisterung für die Saschwaller Fasent wurden beim Jubiläumsabend der Germanen geehrt – hier die 50er- und 55er-Jubilare mit Zunftmeistern. Vierter von links ist Markus Bruder. Er erhielt den höchsten Orden des Ortenauer Narrenbundes. ©Roland Spether

Seit 55 Jahren gehören die wilden Germanen aus Sasbachwalden zur Fasnachtskultur in der Region. Die Narrenzunft Sasbachwalden zeichnete nun Gründungsmitglieder aus. Chef Markus Bruder erhielt einen hohen Orden vom ONB.

Wenn die Germanen schon im Januar ihre Felle aus der Kiste holen, dann müssen sich bei der Narrenzunft Germania besondere Dinge ereignen. Wenn dann auch noch Glunkerle und Germaninchen köstliche Feuerzangen-Bowle köcheln und Ehrengäste herbeiziehen, dann stehen alle Zeichen auf Saschwaller Fasent. Sie reicht zurück bis 1898, als noch Zirkus Schnitzerani im Ort gastierte. Doch bis zur Geburt der weithin einmaligen Symbolfigur mit uralten Wurzeln sollten noch Jahre ins Land gehen.

Vor fünfmal elf Jahren hatten Bürgermeister Nikolaus Müller und Ratschreiber Rolf Echtle bei einer Vorlesung über das Rechtsempfinden der alten Germanen die Blitzidee. 1965 zogen erstmals wilde Germanen mit Fellen und behornten Helmen ins Dorf, um mit schwingenden Keulen und „Tantaratei-Rufen“ ihr fröhliches Unwesen zu treiben.

Gelebte Kultur

Nun durften sie ein närrisches Jubiläum feiern. Das Zunftmeister-Team mit Tamara Weisser, Markus Bruder und Andreas Moser durfte am Samstag zahlreiche Gäste von Zünften und Vereinen begrüßen, auch Bürgermeisterin Sonja Schuchter kam in den Zunftkeller, würdigte den Jubilar als ein wichtiges „Stück gelebter Kultur“ und überreichte eine närrische Gabe von 222,22 Euro. 

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Der Ortenauer Narrenbund (ONB) war mit seinem ersten Vizepräsidenten Karl Hansert, mit Quintusbrüdern und Regionalvertretern gekommen. Hansert war voll des Lobes für eine glänzende „Fasnacht mit Kultur“, die hier seit über 100 Jahren gepflegt werde und mit Germanen und Glunkerle herausragende Symbolfiguren im ONB habe.

Und Hansert hatte noch eine Ehrung in seinem Zunftbeutel, die den Geehrten wie ein Blitz aus heiterem Himmel traf. Er verlieh den von Hand gefertigten Quintessenz-Orden und damit die höchste Ehrung für eine Persönlichkeit der Fasnacht an Markus Bruder, der eigentlich schon immer zur Saschwaller Fasent gehörte und seit über 33 Jahren ein Amt im Zunftrat ausübt. 

Im erlauchten Kreis

Ob als Schudipolizist, Chronist oder Experte für Brauchtum, Markus Bruder ist ein Urgestein der guten alten alemannischen Fastnacht, er gehört mitten hinein in das erlauchte Consilium der ONB-Quintus-Bruderschaft und wurde für sein unermüdliches Engagement zu Recht in den Narrenhimmel gehievt. 

Dazu gratulierten die Glunkerle mit ihrem schönen Hästanz, Hubert Steinhart hielt einen närrischen Prolog und die neue Zunftmeisterin Tamara Weisser wurde mit „Silber“ bedacht. Denn mit Hubert Steinhart und Hans Geiser wurden zwei Fasnachter geehrt, die schon vor 55 Jahren dabei waren, als die Germanen das närrische Licht der Welt erblickten. Ein halbes Jahrhundert und länger sind Christel Kraus, Helga Steinhart, Monika Springmann und  Friedhilde Schneider aktiv, sei es als Glunkerle, im Narrenrat, Köchin von „Bubespitzle“ oder begeisterte Fasnachterin.  

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